Kultur | 19.05.2012

Reggae ist ein Lebensgefühl

Bevor die grosse Reggae-Legende Max Romeo aus Jamaika die Bühne am Openair Soundcheck entert, tritt sein Schweizer Pendant auf: Famara. Tink.ch liess es sich nicht entgehen, mit ihm zu sprechen und durfte einige druckreife Sätze hören.
"Ich glaube der Reggae kam zu mir." Der Name Famara kommt aus dem Afrikanischen.
Bild: Manuel Lopez

Wieso nennst du dich Famara?

In Westafrika ist das ein gewöhnlicher Vorname. 1996 war ich im Senegal bei einer einheimischen Familie, die haben mich so getauft. Famara bedeutet «der Begabte«, aber das möchte ich gar nicht zu sehr betonen (lacht).

 

Warum hat es dich mit deiner Musik nach Afrika gezogen? Der Ursprung des Reggaes liegt doch eher in Jamaika.

Im Reggae kann man auch afrikanische Elemente sehr gut einbauen. Durch den typischen Off-Beat des Reggaes sind die Basics gegeben. Dann kann sich eigentlich jeder sein eigenes Müesli mischen.

 

Welches Gefühl vermittelt dir der Reggae?

Es ist ein Lebensgefühl. Ich kann so meine Batterien aufladen. Diese Musik ist wie ein Strom, der durch meinen ganzen Körper fliesst. Der Reggae gehört einfach zu mir.

 

Du hast in den letzten vier Jahren eine Kreativpause eingelegt. Was hast du in dieser Zeit gemacht?

Es war nicht nur eine Pause. In dieser Zeit wurde ein Best-Of-Album rausgebracht, auf dem zwei komplett neue Songs sind. Dazu waren wir natürlich auch im Studio. Und dann haben wir am neuen Album gearbeitet, was viel Zeit braucht.

 

Was inspiriert dich für neue Songs?

Diese Inspiration kommt bei mir zum Glück ganz von selbst. Ich kann mich gut in etwas hineinfühlen und dies durch meine Musik zum Ausdruck bringen.

 

Wie bist du als Schweizer zum Reggae gekommen?

Ich glaube, der Reggae kam zu mir. In den 80er Jahren konnte man noch keine CDs kaufen. Ich kaufte Platten und stiess irgendwann auf diese Musikrichtung. Nun habe ich hunderte Platten. Die gebe ich nie wieder her! Als Musiker fand ich den Zugang zum Reggae eigentlich über die Perkussion. Am Anfang war bei mir die Trommel. Erst später kam dann der Gesang dazu.

 

Was sagst du zur Reggae-Szene?

In der Schweiz ist die Reggae-Szene in letzter Zeit sehr gewachsen. Wir haben viele gute Künstler, wie zum Beispiel Phenomden. Der Reggae ist eine fruchtende Seele. Ich würde mich selbst als Veteranen der Schweizer Szene bezeichnen.

 

Was hebt dich von anderen Künstlern ab?

Im Reggae hat eigentlich jeder seinen eigenen Stil. Ich mache einfach, was ich kann. Etwas Spezielles ist sicher, dass ich selber auch Perkussion mache. Das sieht man nicht sehr oft.

 

Kannst du das Reggae-Feeling trotz schlechtem Wetter hier am Festival ausleben?

Wenn ich Musik mache, bin ich so konzentriert, dass ich das gar nicht richtig wahrnehme. Ich glaube, auch die Leute hat es nicht weiter gestört. Sie haben getanzt, sie sahen zufrieden aus. Die Wärme des Reggaes trägt man schlussendlich im Herzen.