Kultur | 01.05.2012

Mehr Tiefe im Klang ohne Rundum-Beschallung

Letzte Woche spielte das 21st Century Symphony Orchestra die Filmmusik zum Film "Pirates Of The Caribbean: The Curse of the Black Pearl". Die Wichtigkeit der musikalischen Untermalung in Kinofilmen wurde so besonders deutlich.
Der Dirigent hat einen eigenen Bildschirm, damit er den Takt trifft.
Bild: © 21st Century Productions

Letzte Woche stand die Livebespielung des ersten Teils von “Pirates Of The Caribbean” auf dem Konzertprogramm. Der Film wurde in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt. Unter der Leitung von Ludwig Wickli eröffnete das Orchester und die Herren des 21st Century Chorus das Konzert mit den geheimnisvollen Anfangstönen, welche die Unsicherheit der Crew des sich im Nebel befindenden Schiffes untermalte. Wenn das 21st Century Symphony Orchester ein Konzert spielt, so steht nicht immer der Film, sondern oft die Musik dazu im Mittelpunkt. Das auf Filmmusik spezialisierte Orchester spielt Filmmusik zu ganzen Filmen, oder zu verschiedenen Filmausschnitten, welche unter einem bestimmten Motto stehen. Der 21st Century Chorus wird je nach Konzert optional hinzugezogen. In nächsten Monat etwa wird ein Konzert unter dem Motto “Setting The Sails” – die Segel setzen – stehen, in dem das Orchester zu Filmausschnitten aus “Titanic” oder “Pirates Of The Caribbean” einige Ausschnitte bespielen wird. Ende November findet im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) die Weltpremiere der Echtzeit-Bespielung des zweiten Teils von “Pirates Of The Caribbean” statt.

 

Auf die Sekunde genau

Damit die Musik genau zum Film passt, hat der Dirigent bei Live-Bespielungen einen Bildschirm, auf dem er den Film, sowie die Takte und einzelnen Schläge sehen kann. Trotzdem können einige Studioeffekte, etwa die verzerrten Geigen, nicht original gespielt werden. Bei “Pirates Of The Carribbean” gingen an einigen Stellen die führenden Instrumentenstimmen im Gesamtklang des Orchesters unter, was zur Folge hatte, dass die Spannung in der Szene weniger aufgebaut wurde, als üblich. An anderen Stellen hingegen wurde einem erst die Wichtigkeit der Musik bewusst, als man als Zuhörer mit Hilfe des Orchesterspiels noch näher ans Geschehen im Film gebracht wurde. Die Musiker wurden nach über zwei Stunden für ihre Leistung mit einem kräftigen Applaus belohnt. Nach dem Konzert verliessen einige Zuhörer die Titelmelodie des Filmes pfeifend das KKL. Die Filmmusik live zum Film zu hören ist ein spezielles Erlebnis, für welches viele Filmmusikbegeisterte mitunter sogar bereit sind den langen Weg aus Deutschland unter die Räder zu nehmen.