Gesellschaft | 31.05.2012

In diesem Paradies gibt’s keine Tiere

Das Tibits gehört zu den vegetarischen Restaurants der gehobenen Preisklasse. Nach dem Sous le Pont in Bern testet Tink.ch die in der ganzen Schweiz vertretene vegetarische Selbstbedienungskette.
Das Tibits bietet erstaunlich wenig vegane Gerichte an. Der reich beladene Teller wird an der Kasse gewogen. Schmaus der Extraklasse - und der höheren Preiskategorie.
Bild: Martin Sigrist und Chiara Nauer

Das Tibits ist eine der bekanntesten Vegi-Restaurants-Ketten. Der Name ist eine Kombination aus dem englischen “titbits/tidbits”, was so viel wie Leckerbissen bedeutet. Dies trifft vollkommen zu. Von morgens bis abends besteht ein umfangreiches Buffetangebot. Gemäss Tageszeit variiert das Angebot der Speisen. Es gibt weder eine Speisekarte noch Tischbedienung. Das was und wie viel darf oder muss jeder und jede selbst entscheiden. Einzige Gemeinsamkeit des Essens: Es ist alles vegetarisch. Deklariert werden dazu vorbildlich auch die gluten- und laktosefreien Gerichte, sowie die Inhaltsstoffe Eier, Nüsse oder Zwiebeln. Auch die rein veganen Gerichte (Das sind nicht besonders viele) sind speziell gekennzeichnet.

 

Nur auf Bio ist zu verzichten

Die Nachfrage bei einer Servicekraft ergab, dass nicht alles in gewünschter Qualität und Quantität in Bio erhältlich ist und somit auf eine entsprechende Kennzeichnung verzichtet wurde. Hier geht also leider die Kontinuität der Auswahl vor. Zumindest ist die Milch von Demeterqualität und man bemühe sich, um grösstmögliche Bioauswahl. Die hilfsbereite Dame hat den Test bestanden, die Geschäftsleitung sollte aber nochmals das Konzept überdenken. Denn gerade jetzt wo Bio im Trend liegt. sollte man der Ökologie unter die Arme greifen.

 

Zum Essen

Da sich der Preis nach dem Gewicht und nicht nach der Tellergrösse richtet, ist es verlockend, den Teller so leicht wie möglich mit den verschiedenen Köstlichkeiten bestücken. Ein kurzer Zwischenstopp bei der Waage vor der Kasse ist auf Nachfrage möglich, aber an sich nicht vorgesehen. Es zeigt sich schnell, warum: Trotz des bescheidenen Schöpfens schnellt der Preis sofort in die Höhe, bei über 4 Franken pro 100 Gramm kein Rätsel. Das Tibits ist trotz Selbstbedienung kein Billig-Restaurant ist. Als Trost gibt es ein kleines Bio-Brötchen und auf Nachfrage ein Glas Leitungswasser umsonst dazu.

 

Das Personal

Nach dem zweiten Besuch am Buffet war das gebrauchte Geschirr am Tisch abgeräumt. Erfreulich ist die Hilfsbereitschaft des Kellners, der uns die ganze Zeit aufmerksam bedient und jede Frage beantworten kann. Zu beachten ist, dass die Angestellten mehrheitlich kein Schweizerdeutsch verstehen, was anfänglich zum einen oder anderen Missverständnis führen kann.

 

Ein Besuch lohnt sich

Geplatzte Träume hin oder her: Dieser Ort ist auf jeden Fall empfehlenswert. In Basel ist das Lokal im Vergleich etwa zu jenem in Bern viel grösser, obwohl es auch in Basel zur Mittagszeit eng werden kann. Ansonsten kann noch auf Winterthur, Zürich oder auch London ausgewichen werden.

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