Gesellschaft | 30.05.2012

Im Bann des kleinen Displays

Text von Mira Weingart | Bilder von Pro Juventute
Ein Blick aufs Handy, dann die Erkenntnis, dass man weder einen wichtigen Anruf verpasst, noch eine neue SMS erhalten hat. Trotzdem erfolgt erst zwei Minuten später schon wieder der Blick aufs Display. Denn man schafft es nicht, das technische Wunderding einfach nur für das nötigste in Gebrauch zu nehmen. Dieses kleine, unentbehrliche Ding, unser ständiger Begleiter- das Handy. Leider kann aber genau dieser, doch so nützliche Gegenstand, verheerend sein. Und dies zumeist bei Menschen in jungen Jahren. Die Handysucht ist ein weit verbreitetes Problem.
Wenn sich bei Jugendlichen alles ums Handy dreht...
Bild: Pro Juventute

Die Momente, in denen Betroffene anfangen eine Handysucht zu entwickeln häufen sich. Es sind die Momente in denen man sich einsam und leer fühlt. Oder auch einfach etwas sucht, dass die Stille füllt. Die Momente in denen keine Musik, kein Fernseher läuft, Momente, die nicht mit Kommunikation oder Arbeit angereichert sind. Ist man einmal ohne Einwirkung äusserer Einflüsse, so ist die Beschäftigung in seinem iPhone zu finden. Die ständige Angst von einem sozialen Netzwerk ausgeschlossen zu sein lösen den notwendigen Griff zum Handy aus.

 

Depressionen als Folge

Dieser Griff, der sich ständig vermehrt, kann der Anfang einer Sucht bedeuten. Denn so paradox wie es klingen mag, die Betroffenen, sind in ihrer Sucht der gänzlichen Isolation ausgesetzt. Durch ihre Abhängigkeit zum Mobiltelefon verlieren die Süchtigen den Blick für die direkte Aussenwelt. Die fiktive Zugehörigkeit über ihr Mobilteil wird plötzlich wichtiger als der Kontakt mit Mitmenschen. Die Flucht in diese Scheinwelt, eine Welt die ohne richtigen Konktakt und Austausch besteht, kann zu Angstzuständen und Depressionen führen. Bleibt das Handy zu Hause liegen oder ist der Zugriff gerade nicht möglich, können nämlich Angstzustände folgen. Es gibt den Betroffenen das Gefühl, nicht mehr in diese Welt zurückkehren zu können, sie gänzlich zu verlieren. Darum sprechen Experten einer Studie schon von “ständigen Enttäuschungen im Alltag, bis zu Depressionen”.

 

Förderung der Prävention

Erschreckend sind vor allem die Zahlen bei Kindern, die etliche neue Studien, wie z.B eine der ZHAW die aufzeigt: 40’000 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren in der Schweiz, sind süchtig nach dem Umgang mit ihrem Natel. Jungen Menschen, die ihrem Smartphone mehr Aufmerksamkeit schenken, als alltäglichen Tätigkeite. Anstatt draussen zu spielen, sitzen sie vor dem kleinen Bildschirm und tauchen dort in die vorgefertigten Welten ab. Und statt sich real mit Kollegen zu verabreden, schreiben sie SMS hin und her und tauschen über Whatsapp Neuigkeiten aus. Aufgrund dieser Problematik werden die Kinder  in der Schule zukünftig besser über die Vorteile, aber auch über die Gefahren ihres Handys informiert. Pro Juventute bietet Eltern und Lehrern verschiedenste Kurse und Workshops an. in denen sie über die Handysucht aufgeklärt werden und diese bei ihren Sprösslingen zu verhindern lernen. Mit diesen präventiven Angeboten, soll der verantwortungsvolle Umgang mit dem Mobiltelefon vermittelt werden. Danach wird der nächste Blick aufs Handy hoffentlich etwas bedachter vorgenommen.