Kultur | 01.05.2012

Dick aufgetragen, wie es sich für einen Rapper gehört

Text von Chiara Nauer | Bilder von Chiara Nauer
Vergangenen Samstag fand die Plattentaufe des Albums "Me Love" von Greis statt. Es war das dreizehnte Konzert, das er im Dachstock gab. Der Zahl entsprechend war alles ein bisschen aussergewöhnlich.
Greis liess seine Texte auf der Bühne gleich vom Publikum aufführen.
Bild: Chiara Nauer

Greis hatte keinen 17-jährigen Sprössling, der neben ihm hin und her hüpfte und Wortlaute wie „Reim“ einwarf dabei, sondern eine ganze Palette an bekannten Schweizer Hip Hopern. Manillio, Tommy Vercetti, oder Rennie von Sektion Kuchikäschtli waren nur einige klingende Namen.

 

Manillio heizte seit etwa elf Uhr die Bude ein. Obwohl er nebst dem Rappen auch noch als DJ amtete, klappte alles wie am Schnürchen. Schon ein wenig ausgelaugt von diesem energiegeladenen Einstieg erwartete das Publikum aufgeregt den Hauptact. Es wurde dunkel und man hörte nur noch die Schreie der Frauen und das Gebrummel der Männer. Die ersten Takte von „Enfant des étoiles“ wurden angestimmt und das Publikum begann augenblicklich mit Tanzen. Jedes Mal, wenn die Stimmung einzubrechen drohte, trat einer der Überraschungsgäste auf oder Greis brachte die Leute zum Lachen, in dem er alte Hip Hop Videos imitierte.

 

Glückseligkeit auf der Bühne

Als er zwei Jugendliche beiden Geschlechts auf die Bühne bat, wurde es interessant. Es ging darum, die beiden ein kleines Schauspiel zum Lied „Tu es là “ aufführen zu lassen. Zuerst liess die Dame den Herrn abblitzen und zum Ende sollte sie ihn küssen. Und das bitte mit Zunge. Die beiden erfüllten ihre Aufgabe perfekt und Greis war zufrieden. Schon den ganzen Abend über strahlte dieser über beide Backen. Greis fühlte sich offensichtlich wohl. Denn er hatte nicht nur seine Musikkollegen im Gepäck, sondern auch seine Eltern und die Schwester.Zum Schluss bot Greis einen Mix aus alten eingängigen Liedern. Dem Publikum war es recht und Greis zauberte einigen Hörern ein Lächeln ins Gesicht, etwa mit Stücken, in denen er nur noch „Ja“ sang. Vielleicht wollte er so zum Kauf der neuen Scheibe animieren im Sinne von: „Ja, ich weiss dass sie gut ist und ihr wisst es auch“.