Kultur | 02.05.2012

Der einfache Plan ging auf

Text von Manuel Wegmann | Bilder von Matthias Wegmann
Aus dem einfachen Plan, sich vor der richtigen Arbeit zu drücken, wurde einer der erfolgreichsten Rockexporte Kanadas. Das bestätigten die fünf Jungs von Simple Plan mit einer mitreissenden Show im Komplex 457.
Simple Plan vermochte in Zürich vor allem das weibliche Publikum zu begeistern.
Bild: Matthias Wegmann

Es war das zweite Loudfest an der Zürcher Hohlstrasse. Das durchmischte Publikum war schon nachmittags bei bester Laune. Im Verlauf des Abends stieg die Frauenquote kräftig an. Kein Wunder, die gut 30-jährigen Jungs von Simple Plan scheinen nichts von ihrer Wirkung auf die Frauenwelt verloren zu haben.

 

Teddys und BHs

Die fünf Sunnyboys aus Kanada erfüllten die Erwartungen und setzten sich gekonnt in Szene. Mit Tanzeinlagen der Gitarristen und Aufforderungen des Sängers Pierre Bouvier wie: “Who wants to take a shower with me after the show?” – “Wer nimmt mit mir eine Dusche nach der Show?”, heizte die kanadische Band dem Publikum richtig ein. Dass sich Bassist David Desrosiers für eine Runde Stagediving in die Menge warf, mochte für manchen Fan zu den Höhepunkten gezählt haben. Zwischendurch lockerten sie das Programm mit Coversongs wie “Dynamite” von Tajo Cruz oder “I’m sexy and I know it” von LMFAO auf und sorgten damit für eine ausgelassene Stimmung. Die Reaktionen darauf waren eindeutig: Heftiges Gekreische der jungen Frauen sowie auf die Bühne fliegende Bärchen. Sogar ein BH fand den Weg auf die Bühne. Im Gegenzug beschenkte die Band die Fans mit aktuellen Hits wie “Summer Paradise” und “Jetlag”.

 

Lichtermeer 2.0

Als Leadsänger Pierre sich beim Song “Astronaut” wünschte, sich wie im All zu fühlen, merkte man einmal mehr, dass die Zeit des Feuerzeugs vorbei ist. Hunderte Smartphone-Displays verwandelten den Saal in ein Lichtermeer. Doch auch ältere Songs, darunter “Jump”, “Perfekt”, “Welcome to my life” oder “Summer Paradise” gefielen ausgezeichnet. Nicht nur musikalisch wurde das Publikum reichlich beschenkt. Auch mit Plektra und Wasserflaschen warf die Band reichlich um sich. Dass der Auftritt ein voller Erfolg war, bewies der tosende Applaus und die Aufforderung zu zahlreichen Zugaben.