Gesellschaft | 31.05.2012

Das Internet der Dinge

Nach Computern und Smartphones nehmen nun auch Alltagsgegenstände am Internet teil und lassen kühnste Sciene Fiction-Vorstellungen wahr werden. Ist es nun mit dem Datenschutz endgültig vorbei?
Das ist er ja. Das Internet der Dinge ermöglicht uns, mit unserem Schlüssel zu kommunizieren. Der Kaffee steht schon bereit, wenn man nach Hause kommt. Wo liegen die Grenzen der Vernetzung?
Bild: Gabriela Steinemann

Davon hat schon manch einer geträumt: Per Smartphone oder Computer via über das Internet schnell den Garten bewässern lassen, der Kaffeemaschine die Ankunftszeit mitteilen, damit der Kaffee schon bereit steht, oder herausfinden, wo man schon wieder die Schlüssel hingelegt hat. Alltagsgegenstände bekommen mit dem Internet der Dinge ein virtuelles Ich, das via Internet Daten senden und empfangen kann.

 

SBB als Vorreiterin

Wenn Alltagsgegenstände untereinander und mit Menschen kommunizieren könnten, wie es bereits Computer und Smartphones tun, würde das so manches erleichtern. Das Internet der Dinge, wie es in Fachkreisen bezeichnet wird, tut dies mithilfe von sogenannten radio-frequency-identification–Chips, kurz: RFID. Sie geben dem Gegenstand eine eindeutige Identität, damit auch der richtige Gegenstand beauftragt wird. Sprich die eigene Kaffeemaschine und nicht eine andere. Das Warten auf den Kaffee könnte sonst etwas länger dauern. Zusätzlich können RFID-Chips drahtlos Daten und ihren aktuellen Standort an Lesegeräte übermitteln.

 

Bis wir unseren Garten via Internet bewässern lassen, könnte es aber ohne das nötige Kleingeld noch etwas dauern. Vorläufig beschränkt sich das Internet der Dinge auf die Bereiche Logistik und Produktion. RFID-Chips werden uns aber in Form der ab 2013 geplanten E-Ticket-Lösung der SBB erstmals im Alltag begleiten, wie die SonntagsZeitung berichtete. Die detaillierte Umsetzung ist noch nicht bekannt, könnte aber ähnlich aussehen wie bei der Oyster Card in London. Die Karte wird gekauft und kann wie eine Prepaidkarte fürs Telefon aufgeladen werden. Beim Einsteigen muss man sie dann nur über ein Lesegerät ziehen und der Betrag für die Fahrt wird automatisch abgebucht. In Warenhäusern kommt die Technik heute schon zum Einsatz.

 

Die Probleme sind bekannt

Wie jede andere Technologie birgt auch das Internet der Dinge, wie es Kevin Ashton 1998 erstmals bezeichnete, Risiken. Allen voran natürlich der Datenschutz: Wer würde wollen, dass sein Schlüssel von einem Fremden via Internet geortet werden kann? Als Problem könnte sich zudem herausstellen, dass sich die Nutzer der neuen Technologie zu fest auf sie verlassen werden. So braucht auch das Internet der Dinge Strom, um zu funktionieren.

 

Bei Google, Facebook und vielen anderen Internetdiensten bestehen heute bereits ähnliche Risiken bezüglich Datenschutz. Sie werden aber trotzdem genutzt. Für manche überwiegen die Vorteile, für andere sind sie schlichtweg unverzichtbar geworden. Die Zukunft wird zeigen, wie es sich mit dem Internet der Dinge verhalten wird.