Kultur | 19.05.2012

Cannabis, Alkohol oder doch lieber Schokolade?

Text von Morena Barra | Bilder von Matthias Käser
Wir wollten wissen, wie Besucher die heissbegehrte Openair-Stimmung beschaffen. Sie gaben uns dabei einen Einblick in ihre Festival-Ideologie. Für die einen ist der Joint Inbegriff eines Openairs, andere schwören auf Alkohol und wieder andere versetzen sich mit einem Zuckerflash in Hochstimmung.
Gute Stimmung dank einem Joint? Andere schwören auf legale Substanzen wie Seifenblasen.
Bild: Matthias Käser

“Am Openair kann man einfach chillig einen Joint rauchen. Absolut cool ist, dass es akzeptiert wird”, meint ein Besucher. Nun ja, ob die Polizei dies so unterschreiben würde, wäre die andere Frage. Die Grundstimmung unter den Festivalbesuchern ist jedoch ziemlich eindeutig: Rauschmittel sind schon fast ein Muss. Man feiert zusammen, man raucht friedlich einen Joint und die Stimmung wird wortwörtlich in vollen Zügen genossen. “Openair ohne Kiffen wäre ja wie Sex ohne Frau”, meint ein junger Besucher lachend.

 

Andere, meist Nichtraucher, sind überhaupt nicht gleicher Meinung. Gras ist Tabu – Alkohol ist jedoch mehr als willkommen. “Mit Cannabis hat man weniger Spass als mit Alkohol. Alle hängen nur noch rum. Das ist doch langweilig”, erklärt Patrick Dubach, 19-jährig.

 

Schokolade und Seifenblasen

Die weiblichen Besucher sind in dieser Hinsicht, trotz ihres jungen Alters, ziemlich vernünftig und anständig. “Ich brauche weder Gras noch Alkohol. Meine Droge ist Schokolade. Das macht mich glücklich”, sagt Celina Abermacher, 17, voller Stolz. Weitere Mädchen sind sich da auch einig: “Mir macht es nichts aus, wenn andere kiffen. Wir hingegen können auch ohne Cannabis chillen. Wir haben Seifenblasen hier”, spasst Gianna Peduzzi, 17, mit ihren sechs Kolleginnen.

 

Für einen der Sicherheitsangestellten ist der Fall klar: Drogen sind schlecht und total kontraproduktiv. “Mein Job ist es aber nicht, die Jungen zu belehren. Jeder entscheidet selbst über sein Leben.” Bei solchen erfahrenen Worten bekommt man schon fast ein schlechtes Gewissen.

 

Trotzdem: ob man nun kifft, trinkt, Schokolade isst oder mit Seifenblasen spielt – jeder hat seine persönliche Droge dabei. Jeder sucht auf seine eigene Art und Weise das perfekte Openair-Feeling.