Kultur | 03.04.2012

Das schwedische Barcelona in der Schweiz

Text von Veronika Henschel | Bilder von Veronika Henschel
Ende März begrüsste die Kaserne ein spezielles Völkchen: Die schwedische Band I'm from Barcelona war angereist und brachte Ballone, Farbe und gute Laune mit ans Rheinknie.
I'm from Barcelona waren auf der Bühne zwar zahlreich vertreten, zur Vollständigkeit fehlte jedoch noch ein gutes Dutzend.
Bild: Veronika Henschel

Sieht man die Schweden, denkt man zuerst an eine Klassenfahrt oder eine Hippie-Kommune. I’m from Barcelona ist aber nichts von beidem. Es handelt sich dabei um ein 29-köpfiges Indie-Pop-Orchester, das auch einmal ungewöhnliche Instrumente wie die Mandoline, das Saxophon oder das Banjo mit auf die Bühne nehmen. Angeführt wird die Truppe von Emanuel Lundgren. Am Konzert in der Kaserne in Basel standen allerdings nur sechzehn Mitglieder der Band auf der Bühne – vermutlich war sie zu klein. Schade eigentlich.

 

Vom ersten Ton an

Schon beim ersten Lied “Get in line”, übertrug sich die Stimmung der Band auf das kleine aber motivierte Publikum. Kein Wunder, wenn sogar die hochschwangere Sängerin fröhlich herumhopst. Wer dem Fitnessprogramm nicht folgen mochte, konnte sich währenddessen Modeinspirationen holen: Punkte, Stirnbänder, Fliegen, Schlaghosen und noch viele andere Kombinationen waren auf der Bühne zu bestaunen, Hauptsache schräg und bunt.

 

“Don’t give up on your dreams” singen die Schweden. Und bieten dazu eine gute Show: Es gibt immer etwas zu sehen auf der Bühne. Bald ist der Saal mit Ballonen gefüllt, die aus dem Nirgendwo plötzlich da sind. Oder Papierfetzen rieseln durch die Luft. Das Auge hört mit. Dann wieder beweisen I’m from Barcelona mit einer langsamen Ballade, dass sie sehr wohl wandelbar und vielfältig sind.

 

Sechzehn neue Freunde

Nie wird es langweilig: Zu “Treehouse” wird Emanuel Lundgren vom Publikum auf Händen getragen oder bittet die Zuhörer gleich auch noch hoch auf die Bühne. So verzeiht man gerne den einen oder anderen schrägen Ton. Einen in Stein gemeisselten Ablauf scheint es nicht zu geben, der Leadsänger gibt immer wieder spontane Anweisungen, es wird viel improvisiert. Nach einer Stunde wird das letzte Lied angekündigt. Viel zu früh. Es geht noch eine halbe Stunde weiter und zum Abschluss des Abends singen alle miteinander “We are your friends, you’ll never be alone again”. I’m from Barcelona, unsere neuen Freunde: Eine Gute-Laune-Truppe mit sehr viel Kreativität, perfekt zur Einstimmung auf die Sommerfestivals. Und eine Pflichtband für tanzbegeisterte, lebenslustige Musikfreunde.