Kultur | 02.04.2012

Bilder die Geschichten erzählen

Dass Comics nicht nur aus Mickey Mouse bestehen und lediglich Kindern vorbehalten sind, zeigt die Vielfältigkeit der Werke. Ob Manga, Superheld oder Graphic Novel, die kunstvollen Geschichten vermögen Jung und Alt zu begeistern. Einige Schmuckstücke liessen sich in Luzern bewundern.
Wettbewerb Siegerin Kategorie 1
Bild: Fumetto 2012/Lina Mamgaudyte Wettbewerb Siegerin Kategorie 3 Fumetto 2012/Taissija Faltin

Vom 24. März bis 1. April 2012 öffnete das internationale Comicfestival “Fumetto” in Luzern seine Tore. Die 21. Ausgabe des Festivals bot seinen Besuchern vielfältige Ausstellungen und Aktivitäten, die sich über die ganze Stadt verteilten. So kam das Publikum nicht nur in den Genuss kreativer Eindrücke, gleichzeitig lernte es auf seiner Festival-Tour auch Luzern kennen. An die 40 Satellitenausstellungen in öffentlichen Einrichtungen gaben Newcomern und lokalen Künstlern die Möglichkeit, sich zu präsentieren.

 

Zahlreiche Ausstellungen für jeden Geschmack

Die traditionellen Showrooms widmeten sich speziellen Themenblöcken. Sonderausstellungen zeigten Werke ausschliesslich von Frauen oder vermittelten einen Einblick in die unbekannte kolumbianische Comicszene. Die Hauptausstellung im Rhyn-Haus zeigte die Werke der beiden Franzosen Yves Chaland und Serge Clerc. Beide gelten als Spezialisten des klassischen Ligne Claire Stils. Figuren wie “Petit Albert”, “Spirou” oder “Adolphus Claar” dürften so manchem ein Begriff sein.

 

Der traditionelle Wettbewerb stand dieses Jahr unter dem Motto “Bewegung”. Insgesamt 680 Zeichnerinnen und Zeichner aus der ganzen Welt nahmen daran teil. Ihre Werke konnten im Festivalzentrum bewundert werden. Eines der Highlights war sicher der ungewöhnliche Gewinnerbeitrag der Belgierin Lina Mamgaudyte. Die 23-Jährige verfasste ihre gesamte Geschichte auf Stoff. Schon für viele vor ihr war der Fumetto-Wettbewerb der Schlüssel zu einer internationalen Karriere als Comiczeichner.

 

Neben den visuellen Ausstellungen veranstaltete das Fumetto ein breites Rahmenprogramm. Etliche Musikveranstaltungen luden zum gemütlichen Beisammensein ein. An den Podiumsgesprächen und Vernissagen konnte man mit den Künstlern auf Tuchfühlung gehen. Das Festival bot Fans und Laien ein Programm erster Klasse

 

Die Fangemeinde wächst

Dass Comics nicht nur etwas für Nerds und Geeks sind, beweisen Grosserfolge wie “Persepolis” oder “Maus”. Die unterschiedlichen Genres bedienen weltweit ein breites Publikum. Das Spektrum reicht von den bekannten Superhelden über Mangas bis zu anspruchsvollen Graphic Novels mit politischem Inhalt. Vor allem die amerikanische und franko-belgische Comicszene erfreut sich einer grossen Beliebtheit, nicht nur unter Kennern. Die Prinzipien der beiden Ströme könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Amerikaner haben eine wahrliche Comic-Massenproduktion. Im Entstehungsprozess der monatlich erscheinenden Magazine sind etliche Akteure beteiligt. So zeichnet nicht die gleiche Person, die schreibt oder umgekehrt. Paradebeispiele für die amerikanische Comic-Landschaft sind sicher Helden wie Hulk, Spiderman, Batman oder Wonderwoman vom Marvel und DC.

 

Im franko-belgischen Raum hingegen entstehen die Werke weniger häufig und meist als umfangreiche Ausgabe oder gar als Buch. Die Geschichten sind oft Selfmade-Produkte, das heisst der Künstler textet und zeichnet alles selber. Zu den bekanntesten Figuren aus diesem Raum gehören “Tim und Struppi”, “Thorgal” und “Spirou”.

 

Für die Fans von anspruchsvoller Kost empfehlen sich die Reise- und Politreportagen von Joe Sacco oder Guy Delisle.

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