Kultur | 24.04.2012

Bezaubernde Klänge in der Laurenzenkirche

Text von Pascal Spycher | Bilder von Paul Cox
Zum Auftakt des Gallusjubiläums spielte der irische Flötist Sir James Galway zwei Galakonzerte, in denen er die Zuhörer mit seinen musikalischen Finessen begeistern konnte. Zusammen mit seiner Frau spielte er eindrückliche Duette.
Der irische Flötist Sir James Galway verzauberte das Publikum in der Laurenzenkirche. Er spielte zusammen mit seiner Frau beeindruckende Duette für zwei Querflöten und Piano.
Bild: Paul Cox

St. Gallen feiert dieses Jahr sein 1400-jähriges Bestehen. Der Legende nach soll sich der heilige Gallus im Jahre 612 dort niedergelassen haben, wo heute die Stadt steht. Es wird aber nicht nur Gallus gefeiert, sondern vor allem auch auf 1400 Jahre Entwicklungsgeschichte zurückgeschaut. Zum Auftakt des Jubiläums wurden unter anderem zwei Galakonzerte unter dem Motto “From Ireland To Switzerland” veranstaltet.

 

James Galway ist einer der weltweit besten und bekanntesten Flötisten. Da er ursprünglich aus Irland kommt, nun aber  in der Schweiz lebt, passt er optimal zur Legende, der zufolge auch Gallus aus Irland stammt. Zusammen mit Michael McHale, seinem Pianisten, trat James Galway mit den Noten in der einen, der goldig glänzenden Flöte in der anderen Hand und einem grünen Tuch in seiner Vestontasche, vor die Zuschauer. Den ersten Teil des Konzertes eröffnete er mit  Stücken von verschiedenen klassischen Komponisten, wie Gabriel Fauré oder Claude Debussy. Mit seiner Frau Lady Jeanne Galway, welche ebenfalls eine goldene Querflöte hatte, spielte er ein eindrückliches Stück von Franz Doppler für zwei Flöten und Piano.

 

Musikalische Feinheiten

James Galway live hören zu können war ein ganz besonderes Erlebnis für viele begeisterte Zuhörer. Der sehr kraftvolle Ton in allen Lagen und die eindrückliche Dynamik hoben die Phrasierung der Stücke hervor. Ebenso das anspruchsvolle Piano in den lange anhaltenden und sehr hohen Schlusstöne. Bei schnellen Läufen liefen Galways Finger über die einzelnen Klappen, als ob er die einfachste Melodie spielen würde. Sein entspanntes Auftreten und die kurzen Blicke ins Publikum wirkten natürlich. Er liess sich auch nicht aus der Fassung bringen, als beim Blättern das Notenblatt falsch herum auf seinem Notenpult lag, sondern spielte normal weiter, bis er das Blatt bei der nächsten Gelegenheit in die richtige Lage bringen konnte. Der bestimmte, klare Klang gab den Stücken eine individuelle Bedeutung, so konnte man teilweise sogar das Gefühl haben, durch die Musik an einem anderen Ort entrückt zu werden. Mit einem irischen Gute-Nacht-Lied wurde das begeisterte Publikum aus der Laurenzenkirche entlassen. St. Gallen rückte damit ein Stück näher an Irland.