Gesellschaft | 24.04.2012

Bäume für das grosse Ganze

Text von Veronika Henschel | Bilder von Katja Rutz
Nach sportlicher Betätigung, Masslosigkeit und Faulheit folgt nun eine selbstlose Tat zu Gunsten der kommenden Generationen: Vor dem Weltuntergang sollte jeder Mensch ein Bäumchen pflanzen.
Bei Platz-, Geld- oder Zeitmangel kann man auch klein anfangen: Zum Beispiel wie dieser grüne Gärtner mit Basilikum und Chilipflänzchen im Blumenkasten vor dem Fenster.
Bild: Katja Rutz

Zuerst einmal: Wozu sind Bäumchen überhaupt gut? Auf diese Frage gibt es eine ganze Menge Antworten. Zum Beispiel spenden sie Schatten, wenn die Sonne scheint. Sie schützen vor Regentropfen, man kann sich anlehnen, ihnen beim Wachsen zugucken und auf ihnen herumklettern. Sie blühen, manche tragen Früchte und vor allem: Sie binden CO2 und geben Sauerstoff ab. Bäume sind somit unabdingbar für menschliches Leben auf der Erde.

 

Aber Bäume erfüllen noch viel mehr Zwecke. Sie zu pflanzen kann ein verbindendes Erlebnis sein. Liebespaare können ihre Initialen in die Rinde ritzen und sie Jahre später noch genau so vorfinden. Ein Baum kann als Symbol für Leben stehen, für den Kreislauf des Wachsens, Blühens, Früchtetragens und des Absterbens. Für einen Neuanfang. Für Beständigkeit. Ein Baum hat Wurzeln und steht auch nach einem Sturm noch am gleichen Ort. Er bietet Lebensraum für verschiedenste Lebewesen. Ein Baum vermittelt Sicherheit.

 

Erbgut für Überlebende?

Aber wozu Bäume pflanzen, wenn die Welt sowieso bald nicht mehr ist? Was auf den ersten Blick sehr sinnlos klingt, ist in Wahrheit plausibel erklärbar. Sollte die Welt nämlich tatsächlich untergehen, hat man wenigstens sein Gewissen beruhigt, sprich etwas Gutes getan, guten Willen bewiesen und kann davon ausgehen, in den Himmel zu kommen. Ausserdem ist erst April, der Baum könnte uns also noch knapp acht Monate erfreuen. Sollte die Welt aber wider Erwarten nicht im Dezember aufhören zu existieren, bieten die gepflanzten Bäume die Lebensgrundlage für unsere Kinder, Enkel, Urenkel und so weiter. Schliesslich wäre es schade, wenn die Welt zwar nicht untergehen, die Menschheit aber aus eigener Dummheit trotzdem zu existieren aufhören würde.

 

Also: Zückt eure Spaten, geht raus in die Welt und pflanzt ein Bäumchen. Für euch, für eure Nachkommen und für euer Seelenheil.

 

Dieser Artikel ist der vierte aus der Serie “Das Ende ist nah”. Einmal im Monat legt Tink.ch-Autorin Veronika Henschel hier Dinge nahe, die man unbedingt noch tun sollte, bevor die Welt am 21. Dezember (vielleicht) untergeht.