Kultur | 28.03.2012

Silbermond erfinden sich neu

Text von Laura Kissling
Silbermond erfinden sich mit ihrem neusten Werk "Himmel auf" neu - ohne dabei ihren Kern zu verlieren. Hört man die CD von vorne bis hinten durch, wird klar, was damit gemeint ist: Die Songs verfügen zwar weiterhin über pompöse Melodien und klare Botschaften über Persönliches und Gesellschaftliches. Doch verglichen mit den bisherigen Alben, ist vieles neu.

Haben sich Silbermond in ihren Anfängen vehement gegen den Einsatz von Elektronik gewehrt, darf diese heute zum Einsatz kommen. Die Melodien und Refrains sind untermahlt von hymnischen Chorgesängen und kreativ eingesetzten Instrumenten. Nein, es ist nicht mehr nur Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Silbermond haben ihren Horizont erweitert und ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Besonders deutlich wird das bei der Vertonung: Ein Hall wurde nicht wie üblich digital hinzugefügt – man stellte stattdessen das Schlagzeug in die Damentoilette beim Proberaum. Auch der Oberschenkel von Schlagzeuger Andreas Nowak wurde spontan zum Klangwerk umfunktioniert – bis er violett anlief.

 

Andauernd zusammen in der Pizzeria

So oder so stehen hinter Silbermond mehr als nur vier Musiker die zufällig in einer Band spielen. Seit vierzehn Jahren machen die vier Freunde gemeinsame Sache und haben dabei noch nie eine Auszeit genommen. Ihnen ist bewusst, dass dies für so manch andere Band unrealistisch scheint. „Es ist ja wirklich komisch“, gibt Stefanie Kloss offen zu, „wir sitzen ständig aufeinander und hängen in unserer Freizeit trotzdem andauernd zusammen in unserer Lieblings-Pizzeria ab“. Seit eineinhalb Jahren teilen sich zwei Mitglieder der Band sogar mehr als Proberaum und Bühne: Sängerin Stefanie Kloss und Gitarrist Thomas Stolle sind ein Paar. Auf die Balladen des neuen Albums wirkt sich dies hörbar positiv aus.

 

Da wäre zum Beispiel das Lied „Ja“, in dem Stefanie Kloss die Worte „Ich liebe Dich“ ins Mikrofon haucht. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird „Ja“ Silbermonds bislang erfolgreichster Song „Das Beste“ als Hochzeitshymne ablösen. Wer könnte vor dem Traualtar schon widerstehen, wenn im Hintergrund Worte wie „Ja zu jedem Tag mit dir, ja zu jedem deiner Fehler“ oder „Ich schwör auf dich und jede meiner Fasern sagt ja“ den Raum erfüllen.

 

Abwechslungsreiche Weltreise

In einem ganz anderen Gewand kommt „Weisse Fahnen“ daher. Es ist ein Denkmal für die grössten Opfer des Krieges – die Kinder. Im Rahmen eines Benefizprojekts lernte Silbermond einen Kriegsfotografen kennen. Dessen Geschichten über das Erlebte liess die Band nicht mehr los. So entstand die Idee für „Weisse Fahnen“, einem Lied, dass vom Alltag eines Kindersoldaten erzählt.

 

Die Titel der Platte sind so verschieden wie deren Themen. Silbermond gelingt, woran manch andere Band scheitert. Kontroverse Themen provokativ und doch harmonisch ansprechend zu verpacken. „Himmel auf“ ist wie eine Weltreise, auf der kein Land dem anderen gleicht.

 

 

Wettbewerb


 

Tink.ch verlost drei Exemplare von Silbermonds neustem Werk „Himmel auf“, welches am vergangenen Freitag erschienen ist. Interessiert? Schickt für die Teilnahme eine Mail mit dem Betreff „Himmel auf“ an laura.kissling(at)tink.ch. Einsendeschluss ist der kommende Sonntag, 1.4.2012.