Kultur | 28.03.2012

Musikalischer Ausflug in die Geschichte

Text von Nathalie Keller | Bilder von Nathalie Keller
Vor einer Woche fand im z7 Pratteln das Paganfest statt. Unter anderem mit Heidevolk und den Lokalhelden Eluveitie, die beide ein neues Album im Gepäck hatten. Ein Abend voller energiegeladener Lieder über die Vergangenheit.
Bild: Nathalie Keller

Schon früh pilgerten die ersten Fans aus der ganzen Schweiz Richtung Pratteln, denn am späten Nachmittag stand der erste Termin an: Die Autogrammstunde mit Eluveitie. Einige Gänge der Regale wurden abgesperrt, die Leute in geregelte Bahnen geleitet und man sah schon bald, dass sich einige über die Musik im Laden ärgerten. Doch plötzlich wurde der Popsong abgewürgt und man hörte das Intro der neuen Scheibe. Vereinzelte Jubelrufe erklangen und die Band bahnte sich den Weg zu ihren Stühlen.

 

Unbekanntes und Zweifelhaftes

Kurz nach sechs Uhr ging es dann in der Konzertfabrik z7 weiter. Die Einstimmung brachten die drei Vorbands. Zuerst enterten die Isländer von Sólstafir die Bühne. Dass sie bei uns nur mittelmässig bekannt sind, sah man beim Blick in die Halle, die sich erst zögerlich füllte. Dennoch vermochten die Insulaner zu begeistern.

 

Heidevolk brachte dann die fehlende Stimmung auf die Bühne und die draussen wartenden Leute in den Saal. Spätestens bei den Tönen ihres neuen Albums „Batavi“ war von müder Vorbandstimmung keine Rede mehr. Ihr Ziel war klar: Party pur. Der klare zweistimmige Gesang ist etwas Besonderes in dieser Sparte. Zu „Vulgaris Magistralis“ war der Name dann Programm: Das Publikum gröhlte.

 

Eine weitere unbekannte Perle waren die Rumänen von Negură Bunget. Eine eher düstere und atmosphärische Musikrichtung mit speziellen Instrumenten wie kleinen Kuhglocken liessen die Menge ein wenig abkühlen. Ihre von Menschlichkeit und Emotionen getragene Musik stand im Gegensatz zu dem Vorwurf, eine rechte Einstellung zu verfolgen, den sich die Band oft gefallen lassen muss.

 

Musikalische Eperimente

Dann war es so weit. Das Licht verdunkelte sich und mit einer grollenden Ansage des Sängers „Nemtheanga“ betraten Primordial die Bühne. Die stolzen Iren liessen ihre Fans in die Geschichte ihres Landes eintauchen, wie es kaum eine Band schafft. Ihre Lieder handeln zum Grossteil von der irischen Geschichte und den dortigen Traditionen. Dazu komponierte Primordial düstere Riffs.

 

Auch Eluveitie laden den Besucher zur Geschichtsstunde ein. Ihr neues Album „Helvetios“ erzählt als erstes Album mit durchgängiger Story vom gallischen Krieg. Es ist das erste Konzeptalbum der Band – und sie hat es damit bis in die nationalen Radiostationen geschafft. Gleich mit dem Intro lösen sie ihr Versprechen ein, an diesem Abend vor allem Hits zu spielen. Gleich zu Beginn des Konzertes wurden zwei der sieben versprochenen Liedern vom neuen Album gespielt.

 

Die Band trumpfte mit diversen Gastmusikern und musikalischen Experimenten auf, so etwa einer irischen Harbe. Ob mit schnellen Riffs und harter Stimme zu den Ufern der Seine oder mit traurigem Frauengesang zu dem Kampf in Alesia, wie wir es aus „Asterix und Obelix“ kennen. Man tauchte von der ersten bis zu der letzten Note in eine Welt ein.