Kultur | 01.03.2012

Ein Tag Elektro

Text von Martin Sigrist | Bilder von Frank, tillate.com
Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag das Digital Maag in Zürich statt. Während die Veranstaltung gefiel, vermochte Headliner Justice nicht ganz zu überzeugen.
Justice während ihrem Auftritt während der Digital Maag. - Der Funken blieb auf der anderen Seite der Boxen.
Bild: Frank, tillate.com

Seit Wochen ausverkauft, verwandelte der Event am vergangenen Samstag die Maag Halle im angesagten Zürich West in ein Mekka der Elektromusik. Von jung bis alt, von Randbrillen-Hipster bis Combover-Bierbauch sind die bunt gemischten Scharen gekommen. Bereits am in Elektro-Zeitzone frühen Abend bildeten sich lange Schlangen vor Eingängen und Garderoben.

 

Das Anstehen sollte eine treue Begleitung des Abends bleiben, wobei sich die 4’000 Fans erstaunlich- und erfreulicherweise oftmals sehr viel schneller bewegten als es die Länge vermuten liess. Zu den Wartezeiten trug nebst den engen Durchgängen zwischen den einzelnen Hallen auch der Programmablauf das seine bei. Dieser vermied zwar grösstenteils Überschneidungen der Konzerte auf drei Bühnen, die eingangs erwähnten Massenwanderungen waren dann aber immer gleichzeitig zwischen eben diesen Bühnen unterwegs und führten zu Staus, was den Besuch aller Acts oftmals zu einer Utopie werden liess.

 

Elektro von hier und dort

Auf dem Programm standen neben ganz grossen internationalen Namen auch verschiedenste Schweizer Formationen, was einen Blick auf das hiesige Schaffen ermöglichte. Genannt seien etwa die Aargauer Das Pferd, Venetus Flos aus Basel und die Winterthurer Disco Troopers. Es folgten internationale Auftritte wie jener gefiederte der Britischen Totally Enormous Extinct Dinosaurs, wobei ein einziger junger Herr als Urzeittier die Menge zum tanzen brachte.

 

Zwei Acts aus Frankreich sollten das Programm abrunden, damit beweisend, dass die Grande Nation nebst Käse und Wein seit längerem hochkarätige elektronische Musik exportiert. Dieser Export war an diesem Abend nur in halber Form vor Ort. Yuksek musste kurzfristig krankheitshalber absagen, Justice standen als die grossen Headliner auf der Bühne, mit im Gepäck ihr neues Album und viel Bühnendeko, Lämpchen und Lichtchen. Der Auftritt war solide, das Publikum war mehrheitlich begeistert, tanzte teilweise gegenseitig auf den Schultern, der Funke der streckenweise langatmigen Musik mochte dennoch nicht in den sehr heissen Saal überspringen.

Erfrischend waren die Auftritte zwischen den eigentlichen Konzerten. Insbesondere das Schweizer Elektroduo der Stunde We Love Machines vermochte die Maag Eventhall auch während den Um- und Aufbaupausen in einen Partytempel zu verwandeln.

Links

  • Weitere Infos zum Anlass Digital Maag gibt es hier.