Kultur | 05.03.2012

Deichkind geben den Feierbefehl

Text von Jan Müller | Bilder von Jan Müller
«Was der Mann auf dem Mond wohl gerade macht?", fragen Deichkind im Booklet ihrer neuen CD. Wirklich sagen lässt sich dies wohl nicht. Auf jeden Fall ist die neuste Scheibe erhältlich und die Tourdaten rücken immer näher.
Im Booklet versteckt sich so mancher Nonsens-Spruch.
Bild: Jan Müller

Freunde von deutscher Elektromusik und ausgefallenen Liveshows aufgepasst: Deichkind sind zurück. Die Hamburger Band, welche für skurrile Texte, verrückte Outfits und imposante Performances bekannt sind, lancierten am 10. Februar ihr neuestes Album -˜Befehl von ganz unten’. Auf insgesamt zwölf Tracks geht es dann auch wie gewohnt zur Sache: “Ich dekoriere besoffene Freunde. Ist zwar gemein – aber leider geil!”. -˜Befehl von ganz unten’ ist das erste Deichkind Album nach dem unerwarteten Tod vom Deichkind-Produzenten Sebi Hackert. Nach dessen Tod hatte es die Band offen gelassen, ob sie weiter Musik machen werden. Nach mehreren, bereits im Vorfeld bestätigten, Termine, beschlossen die Mitglieder jedoch, die Band Deichkind weiterleben zu lassen.

 

Punkrock als Gastsound

Wie gewohnt befinden sich auf Deichkind-Veröffentlichungen nebst Partytracks auch immer wieder gesellschaftskritische Aussagen. Auf -˜Befehl von ganz unten’ sind gleich mehrere Titel zu diesem Thema zu finden. Mit -˜Illegale Fans’ wird das momentan sehr aktuelle Thema Urheberrechtsverletzungen im Internet behandelt. Mit Aussagen wie “Dieses Lied ist leider nicht verfügbar in ihrem Land, unsere Antwort kennt ihr sicher – sie heißt Widerstand!”, wird nicht nur provoziert, sondern auch klar gegen Gesetzesentwürfe wie SOPA oder ACTA Stellung genommen. SOPA und ACTA möchten Urheberrechtsverletzungen, die durch das Herunterladen von Filmen und Musik entstehen bekämpfen. -˜Bück dich hoch’ behandelt Möglichkeiten, wie der Aufstieg im Berufsleben möglichst ohne effektive Arbeit gemeistert werden könnte. Einzige Featuregäste auf der neuen Scheibe sind Slime. Die deutsche Punkband gibt dem Album mit dem Titel -˜Die rote Kiste’ noch einmal weiteren Unterhaltungswert – “Die rote Kiste macht mir Angst, die rote Kiste schaut mich schon wieder an, […] die rote Kiste ist ein Albtraum”. Insgesamt bietet die CD 40 unterhaltsame, gut tanzbare Minuten, im unverwechselbaren Deichkindstil.

 

Abstecher in die Schweiz

Mit dem neuen Album noch nicht genug: Deichkind sind den ganzen März durch auf Tour. Doch die Jungs besuchen die Schweiz einzig am 19. März. Dann werden die Hamburger dem Publikum in der Maag Music Hall in Zürich eine ihrer ausgefallenen Bühnenshows präsentieren. Deichkindshows sind seit jeher sehr bewegungsintensiv, äußerst bunt und haben großen Unterhaltungswert. Man darf also darauf gespannt sein, wie sich Deichkind mit ihrem neuen Album präsentieren werden. Auch wenn wir nicht sagen können, was der Mann auf dem Mond am 19. März machen wird – in Zürich wird dann auf jeden Fall zu den Elektrobeats von Deichkind gefeiert – und Tink wird mit dabei sein.

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Deichkind – Befehl von ganz unten, Universal Music Domestic Rock/Urban, Universal Music GmbH, 2012