Gesellschaft | 28.02.2012

Schokolade gegen das gesunde Mass

Der Februar ist vorbei, der zweite Monat der vielleicht letzten zwölf dieser Welt. Was soll man jetzt noch tun? Nachdem der Januar ganz der Impulsivität gewidmet war, beschäftigt sich der Februar mit hemmungsloser Masslosigkeit.
Warum nicht mal eine ganze Tafel Schokolade essen?
Bild: Aka/Wikimedia Commons

Über einer Tasse Kaffee schweifen meine Gedanken wieder einmal weg vom Alltag und hin zu allem anderen. Plötzlich ploppt eine Frage in meine stille, kleine Welt: Wieso zwingen wir uns so oft etwas zu tun, das wir eigentlich nicht tun möchten – oder umgekehrt? Weshalb ist es so wichtig, sich beherrschen zu können, genau zu wissen, was (nicht) zu tun ist? Warum sollten wir uns immer der Norm entsprechend verhalten, auch wenn das eigentlich gerade gar nicht zu unserer Gemütsverfassung passt?

 

Masslos oder genussvoll?

Da ich keine Antwort auf diese Fragen finden kann, mache ich mich auf die Suche nach einer Tätigkeit, mit der ich die Norm verlassen will. Etwas, bei dem man sich sonst selbst Zügel anlegt. Wo man sich zurückhält, weil “man das halt so macht”. Als Schokoladensüchtige fällt mir schnell etwas ein: Man isst niemals eine komplette Tafel Schokolade an einem Stück, ganz allein. Selbst wenn man es noch so gerne will, ist solch eine Aktion verpönt und wird absolute Masslosigkeit, hemmungslose Übertreibung oder Völlerei geschimpft.

 

Aber nicht heute. Die Schokolade passt bestens zum Kaffee, ein Stück nach dem anderen zergeht auf der Zunge. Es tut gut, sich einfach einmal ganz dem Genuss hinzugeben, und nicht an irgendwelche gesellschaftlichen Regeln zu denken. Masslos? Aber bitte. Wer legt denn schon das Mass fest? Und wieso nicht auch einmal masslos sein, wenn wir sowieso nur noch elf Monate zu leben haben?

 

 

Dieser Artikel ist der zweite aus der Serie “Das Ende ist nah”. Einmal im Monat legen die Tink.ch-Autoren hier Dinge nahe, die man unbedingt noch tun sollte, bevor die Welt am 20. Dezember (vielleicht) untergeht.