Kultur | 02.01.2012

Veränderung beginnt mit einem Flüstern-¨

Text von Weena Fanger
Ein Film über Freundschaft, Beziehung und Veränderung in der Zeit der Bürgerrechtsbewegung der frühen 1960er Jahre in Jackson, Mississippi.-¨
Ein Film, der Hoffnung gibt: The Help.

“The Help” basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Kathryn Stokett, der nun vom Regisseur Tate Taylor in ein humorvolles Drama umgesetzt wurde. Zu den Hauptdarstellerinnen gehört Emma Stone, die Skeeter, eine junge angehende Schriftstellerin spielt, die den Menschen die schlimme Situation in Mississippi vor Augen führen will. Viola Davis und Octavia Spencer zeigen ihr schauspielerisches Können in den Rollen der Aibileen und Minny, zweier schwarzer Hausmädchen mit starken Persönlichkeiten.

 

Interviews mit Folgen

Die junge Skeeter (Emma Stone) kommt von ihrem Studium nach Hause mit dem Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Durch ihren Sinn für Gerechtigkeit kommt sie auf die Idee ein Buch mit Interviews von afroamerikanischen Hausmädchen, die ihr Leben lang weisse Kinder grossziehen, zu schreiben. -¨Damit lehnt sie sich nicht nur gegen das Weltbild der hiesigen Leute, sondern auch gegen das Gesetz auf. Die herzensgute Aibileen (Viola Davis) ist als erste bereit ihre mitreissenden Erlebnisse mitzuteilen, und ihre beste Freundin Minny (Octavia Spencer), mit dem unverfrorenen Mundwerk, folgt bald darauf ihrem Beispiel. Nach einem schmerzlichen Vorfall sind immer mehr Hausmädchen dazu bereit mit Skeeter ihre amüsanten bis bestürzenden Geschichten zu teilen. Dies alles passiert jedoch nicht ohne Folgen.

 

The Help ist ein Film voller Emotionen. Abwechslungsweise steigen einem die Tränen in die Augen und kurz darauf kann man wieder lachen. Der Film spielt zwar in der Zeit der Bürgerrechtsbewegung, aber er zieht den Zuschauer nicht hinunter, sondern gibt Hoffnung. Es wird einem vor Augen geführt, dass es manchmal nur etwas Mut und Zusammenhalt braucht, um etwas zu verändern. Wer das Buch gelesen hat, wird sehen, dass sich der Regisseur viel Mühe gegeben hat, so viel wie möglich zu übernehmen, was die zweieinhalb Stunden Filmdauer erklärt. Die Filmlänge fällt aber nicht weiter auf, da die gut ausgewählten Schauspielerinnen den Zuschauer von Anfang bis Schluss mitreissen.

 

Eine lange Geschichte

Winston Churchill pflegte zu sagen: “Die Amerikaner machen am Schluss immer das Richtige – nachdem sie alles andere ausprobiert haben.” Wenn man sich den Verlauf der Bürgerrechtsbewegung anschaut, kann man dem nur zustimmen. Es dauerte 89 Jahre bis die Sklaverei abgeschaffen wurde, nur damit die Afroamerikaner den Weissen gegenüber bis in die 1960er Jahre weiterhin in fast allen Lebensbereichen benachteiligt waren. Heute haben die USA einen schwarzen Präsidenten und doch wurde der Rassismus noch immer nicht ganz verabschiedet. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben.