Sport | 14.01.2012

Erster Platz fürs Emmental

Nicht nur der Sieg des Berners Beat Feuz machte die 82. Lauberhornabfahrt besonders. Auch der Italiener Christof Innerhofer und der Schweizer Marc Gisin hatten einen Erfolg zu feiern: Innerhofer fuhr mit nur 49 Hundertstel auf den dritten Platz und der ausser Konkurrenz startende Innerschweizer Marc Gisin schaffte es überraschend auf Rang 11.
Der strahlende Sieger des heutigen Tages: Beat Feuz (24).
Bild: Manuel Lopez Feuz bezwang die längste Strecke des Weltcups in 2:35.31. Der mit Startnummer 1 gestartete Österreicher Hannes Reichelt schaffte es als zweiter ins Ziel. Die beiden Rennstrecken im Überblick. Karte: Matthias Speich

Es schien anfangs nicht wirklich zu funktionieren bei den Schweizer Skisportlern. Zwar kamen Carlo Janka und Silvan Zurbriggen dem führenden Österreicher Hannes Reichelt nahe, konnten aber nicht die Spitze übernehmen. Doch dann startete der 24-jährige Beat Feuz als 16. gut ins Rennen. Er fuhr konsequent, auch die im Training noch problematische S-Kurve kurz vor dem Ziel konnte er schön ausfahren. Somit gelang es dem Emmentaler mit 44 Hundertsteln Vorsprung die Führung zu übernehmen.

 

Der Einzige, der Beat Feuz den ersten Platz noch streitig machen konnte, war der Amerikaner Bode Miller. Kaum hatte dieser das Starthaus verlassen, wurde auch das Publikum ruhig. Die Spannung stand den Fans von Beat Feuz ins Gesicht geschrieben. Doch auch der unberechenbare Mann aus den USA musste sich mit 77 Hundertstel geschlagen geben.

 

Fünf Schweizer unter den Top 15

Marc Gisin startete eigentlich ausser Konkurrenz als 25. Der 23-jährige Innerschweizer überraschte aber schon im oberen Teil der 4,4 Kilometer langen Abfahrt, als er mit 50 Hundertsteln Vorsprung sein Rennen begann. Der Fehler im Mittelteil, als sein rechter Ski zur Seite ausrutschte, kostete Gisin den Vorsprung. Er konnte sich trotzdem auf dem 11. Rang etablieren. Die Schweizer Silvan Zurbriggen und Didier Cuche beendeten das Rennen auf den Rängen 14 und 15, während Patrick Küng es noch unter die Top 10 schaffte.

 

Auch Christof Innerhofer vermochte heute zu überzeugten. Dabei lief die Saison für den 27-Jährigen Italiener bisher gar nicht gut. Nach seinem Schädelhirntrauma infolge eines Trainingsunfall im Nordtirol hatte er auch mentale Probleme. An einer Pressekonferenz vor der Lauberhornabfahrt meinte er sogar, er wollte eigentlich die Saison vorzeitig abbrechen. Der Erfolg in Wengen dürfte nun aber dazu führen, dass Innerhofer dies noch einmal überdenken wird.

 

Emmentaler Rucksack

Nach dem Rennen schüttelte der Berner Beat Feuz nur den Kopf. Er konnte es noch an der Pressekonferenz kaum fassen, die längste Strecke des Weltcups gewonnen zu haben. Feuz: “Das ist die Erfüllung eines Kindertraums.” Der Gratiszeitung “20 Minuten” sagte er, es liege wohl in der Schweizer Mentalität, jung schnell zu fahren. Bereits am Freitag in der Super-Kombination durfte Feuz den 2. Platz feiern.

 

Unter den 38’000 Zuschauerinnen und Zuschauern fanden auch die Altbundesräte Adolf Ogi und Samuel Schmid und Bundesrätin Doris Leuthard den Weg nach Wengen. Samuel Schmid hatte seinen Rucksack mit dem Logo einer Emmentaler Versicherung montiert. Ob er wohl bereits am Morgen darauf vertraut hatte, dass Beat Feuz die Goldmedaille holen würde?

 

 

Abfahrt – Top 15


1. Beat Feuz (SUI) 2:35.31

2. Hannes Reichelt (AUT) +00.44

3. Christof Innerhofer (IT) +00.49

4. Carlo Janka (SUI) +00.61

5. Bode Miller (USA) +00.77

6. Klaus Kröll (AUT) +00.89

7. Peter Fill (IT) +01.12

8. Erik Guay (CAN) +01.22

9. Romed Baumann (AUT) +01.22

10. Patrick Küng (SUI) +01.23

11. Marc Gisin (SUI) +01.30

12. Aksel Svindal (NOR) +01.35

13. Dominik Paris (IT) +01.36

14. Silvan Zurbriggen (SUI) +01.38

15. Didier Cuche (SUI) +01.44