Gesellschaft | 13.12.2011

Wie organisiert man eine gewaltlose Strassenaktion?

Text von Mihalea Dobroiu | Bilder von SCI
Mihalea Dobroiu aus Rumänien ist als Langzeitfreiwillige im SCI Schweiz aktiv. Da sie sich speziell für Methoden des gewaltlosen Widerstands interessiert, hat sie im November ein SCI-Training in Deutschland besucht.
Die Gruppe spielt eine kurze Theaterszene. Flyer, Poster und Diskussionen brachten Passanten dazu darüber nachzudenken, was sie zu einem friedlichen Miteinander beitragen können. Strassenmalereien rundeten die Aktion ab.
Bild: SCI

Ich habe in Griechenland hautnah die Grossdemos im Mai und “street actions” als Methode des gewaltlosen Widerstands kennengelernt. Während meinem Aufenthalt in Griechenland gab es sehr viele Strassenaktionen, praktisch jede Woche gab es Demos. Durch diese Erfahrung begann ich mich mehr für gewaltfreien Widerstand zu interessieren. Ich wollte mehr darüber wissen, wie man solche Aktionen organisieren kann, denn sie scheinen mir ein super Instrument zu sein, um Menschen zu sensibilisieren und ihnen eine Stimme zu geben. Als ich vom Training “forget fists, forge voices” hörte, war ich sofort begeistert von der Idee, mit Gleichgesinnten mehr über die Methoden des gewaltlosen Widerstands zu lernen. So reiste ich im November als eine von 24 Aktivisten und Aktivistinnen aus drei Kontinenten und 18 Nationen (zum Beispiel auch Togo, Nigeria, Indonesien und Sri Lanka) nach Deutschland.

 

Was gehört zur Strassenaktion?

Worum ging es überhaupt? Also, eigentlich war es wie ein riesiger Topf voller Themen, die so gut gewählt und zusammengestellt waren, dass es einen einfach gepackt hat. Wir haben über Gewalt diskutiert und darüber, wie man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gewinnt. Wir haben uns darin geübt Konsens zu schaffen und uns durch Körpersprache auszudrücken. Wir haben gelernt, eine Strassenaktion mit allem drum und dran – Werbung und Medienarbeit – zu organisieren. Ausserdem konnten wir unsere bisherigen Erfahrungen mit Strassenaktionen, rechtlichen Rahmenbedingungen, Emotionen und Gedanken austauschen. Das Training haben wir, wie könnte es anders sein, mit einer Strassenaktion in Göttingen abgeschlossen. Als Beitrag zu einer friedlicheren Gesellschaft wollten wir mit der Aktion Vorurteile aufbrechen.

 

Näher an die Freiheit

Rückblickend, war es für mich eine Woche voller persönlicher Herausforderungen und Wandel. Was ich davon mitnehme? Wissen, Erfahrung, neue Freundschaften und gleichgesinnte Leute, eine super Zeit und schöne Erinnerungen. Also, wie passiert denn all dies? Das musst du selbst entdecken. Ich finde, es lohnt sich, denn es bringt dich ein Stück näher an die Freiheit.

 

 

Info


Das Training wurde vom “No More War” – Team des SCI organisiert. Eine Gruppe motivierter Aktivisten, die glauben, dass eine pazifistische Welt möglich ist und sich dafür einsetzen, möglichst vielen Menschen die pazifistische Idee in Workcamps, Trainings und anderen Projekten näher zu bringen.

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