Gesellschaft | 05.12.2011

Stimmung im Skidorf

Text von Patrick Hofer
Einmal im Jahr findet in Wengen das Lauberhornrennen statt. Das internationale Skirennen im Berner Oberland erfolgt Anfang nächstes Jahr bereits zum 82. Mal. Vom 13.-15. Januar versammeln sich im kleinen Berner Dörfchen die internationalen Skiprofis. Doch wie ist die Stimmung im Dorf? Was denken die Dorfbewohner über das Rennen? Tink.ch hat nachgefragt.
"Das Rennen schweisst das Dorf so richtig zusammen." Gute Stimmung in Wengen. In England ist nicht nur das Lauberhorn bekannt, sondern auch Tink.ch: Gareth und Elizabeth Jones aus Sussex. Jost Brunner: "Das Rennen ist sehr wichtig für Wengen." Fotos: Patrick Hofer

An diesem Wochenende ist das Dorf Wengen im Berner Oberland in dichten Nebel verhüllt. Von internationaler Wettstreitatmosphäre noch keine Spur. Und doch beginnen langsam die Vorbereitungen für das grosse Rennen. Auf der Strasse wird diskutiert, wie die Schneeverhältnisse wohl sein werden und alle bangen um das Wetter für den grossen Event. Ein paar ältere Herren fragen sich, wo denn nun eigentlich der Schnee bleibe.

 

Atmosphäre im Dorf

Das Feedback, auf welches man bei den Dorfbewohnern stösst, ist vor allem positiv. So meinen zwei junge Wengerinnen: “Das Lauberhornrennen schweisst das Dorf so richtig zusammen. Alle helfen mit, alle freut es, und gemeinsam findet das Aufräumen statt.” Als negative Komponente des Rennens wird das “Ghetto” danach genannt. Viele Leute aus verschiedenen Ländern kommen nach Wengen, weil sie wissen, dass hier gefestet werde. Leider seien sie schnell zu stark betrunken und randalieren im Dorf. Oft sei es sehr laut und das störe zwar einige Einwohner, “aber wenn man ehrlich ist, ist es ja nur für eine absehbare Zeit.”

 

Tink.ch sogar in England bekannt

In Wengen trifft man aber nicht nur auf Schweizerinnen und Schweizer, auch internationale Gäste – auch vor dem Rennen – sind hier anzutreffen. Gareth und Elizabeth Jones kommen aus Sussex, England. Sie haben ein Ferienhaus in Wengen und finden das Lauberhornrennen eine tolle Sache. Beide verfolgen dieses Jahr das Rennen im Fernsehen im britischen Zuhause, und verpassen dabei kein einziges Rennen. Gareth meint enttäuscht, dass sie dieses Jahr leider nicht vor Ort dabei sein können. Als der Reporter von Tink.ch erzählt, meint er: “Ah Tink.ch, that’s very cool!” Er sei auf der Suche nach einem Artikel gewesen und sei so auf Tink.ch gestossen.

 

Highlight für jung und alt

Jost Brunner, ein ehemaliges Mitglied des Organisationskomitee (kurz OK), erzählt, dass es ein grosses logistisches Problem sei, all diese Leute – von Skiprofis über Trainer bis hin zu Gästen – von A nach B zu transportieren. Es sei jedes Jahr wieder eine neue Herausforderung. Für ihn ist das Rennen jedoch ein spannendes Ereignis. Brunner arbeitet zwar immer noch in Wengen, ist jedoch nicht mehr im OK. Das Gerücht, dass viele Wengen-Einwohner nichts vom Lauberhornrennen wissen wollen, verneint er. Generell scheint es, dass das Rennen ein Highlight für jung und alt ist. Auch wenn natürlich nicht alle Wenger diesen Event mögen.

 

Brunner fügt an: “Das Rennen ist sehr wichtig für Wengen. Ohne das Lauberhornrennen wäre Wengen einfach ein ganz normaler Skiort.” Denn Skirennpisten gibt es genug auf der Welt und darum sind die meisten auch froh.