Gesellschaft | 20.12.2011

Sammelfieber in der Oberstufe

Text von Angela Haas | Bilder von Angela Haas
Auch dieses Jahr sammelten DRS3 und SF2 mit Hilfe der Schweizer Bevölkerung fleissig für die Aktion "Jeder Rappen zählt". Das gesammelte Geld kommt Müttern in Not zu gut, nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in der Schweiz. Hinter den Spenden stecken nicht selten eine längere Geschichte und viele neue Bekanntschaften.
In diesem Jahr stand die Glasbox von "jeder Rappen zählt" in Luzern. 76 Handys kamen bei der Sammelaktion in der Bischofszeller Oberstufe zusammen. Eine Umarmung für einen guten Zweck: Wer kann da nein sagen?
Bild: Angela Haas

Die Oberstufe Bruggfeld in Bischofszell hat sich bereits zum dritten Mal an der Aktion beteiligt. Die Idee zum Mitsammeln kam dieses Jahr von Schulleiter Martin Herzog, da die Swisscom ihn über eine Handyaktion informierte. Es konnten alte Handys, die nicht mehr gebraucht werden, abgegeben werden. Zusätzlich spendete die Swisscom für jedes abgegebene Mobiltelefon fünf Franken für JRZ. Da die Schüler bei solchen Aktionen immer wieder gerne mitmachen, wurde die Aktion mit Hilfe von drei Mädchen aus der neunten Klasse verwirklicht. Die drei Schülerinnen hatten zudem die Idee, auch Geld in der Schule für “jeder Rappen zählt” zu sammeln, um Müttern in Not finanziell zu helfen.

 

Es wurden Plakate im Schulhaus aufgehängt und in den Klassen gab es einen Spendenaufruf. Zusätzlich verteilte man Briefe an die Eltern. -¨In den grossen Pausen sammelten drei Schülerinnen jeweils die alten Mobiltelefone ein und packten sie in weisse Swisscom-Tüten ein. Mit einem Kässeli gingen sie in die Klassen und die Schüler durften ihre Geldbeträge abgeben. Am Freitag in der Pause wurden die Handys und das Geld gezählt. Es kamen 76 Handys und 745 Franken zusammen.

 

Reise nach Luzern

Mit dem gesammelten Betrag und der riesigen Tüte gefüllt mit den Mobiltelefons, machten sich die drei Jugendlichen auf der zweieinhalbstündigen Bahnfahrt nach Luzern. Auf dem Weg wurde bei einem Durchgang durch den Zug bei den Passagieren um eine Spende gebeten. Die Mitreisenden spendeten grosszügig, denn es kamen nochmals über 100 Franken dazu.-¨-¨-¨ Am Europaplatz in Luzern angekommen, gaben die Schülerinnen zuerst am Swisscom-Stand die schwere Tüte mit den Handys ab und danach die Geldspende an der Glasbox. Mit den Spenden von der Schule, vom Zug sowie mit den Mobiltelefonen kamen 1251.50 Franken zusammen. Nik Hartmann nahm die Spende dankbar und mit viel Freude entgegen.

 

Bekanntschaften rund um die Glasbox

Die Atmosphäre rund um die Glasbox war herzlich und friedlich. Viele junge Menschen, Familien und ganze Schulklassen waren auf dem Europaplatz anzutreffen. Viele Leute spendeten vor allem, weil sie das Thema «Mütter in Not« ansprach und aus diesem Grund mithelfen wollten. Die Leute betonten auch, dass sie es wichtig finden, dass auch Frauen in der Schweiz mit dem Geld unterstützt werden. Die drei Jugendlichen haben eine Lehrlingsklasse aus Burgdorf angetroffen, die selbstgebackene Guetzli und selbstangefertigte Kässeli und kleine Teddybären auf dem Europaplatz verkauften. Schlussendlich konnten sie der Aktion 5’600 Franken spenden.

 

Ein junger Mann erfreute die Passanten mit einer sehr speziellen Spendenidee. Er lief den ganzen Tag um die Glasbox herum und trug dabei ein ein T-Shirt, auf dem geschrieben steht: “Umarme mich für einen Franken oder so viel du willst, denn jeder Rappen zählt”. Der junge Mann, Sandro, war schon letztes Jahr in Bern unterwegs und umarmte einen Tag lang Menschen auf dem Bundesplatz für “jeder Rappen zählt”. Damals konnte er etwa 100 Franken spenden.-¨ Raphael, ein Lehrling der Swisscom, nahm die ganze Woche per Telefon Spenden entgegen. Pro Tag bekam er etwa 30 Anrufe, durchschnittlich spendeten die Anrufer 150 Franken. Am Telefon erzählten die Menschen, wie sie zu ihrem gesammelten Geld gekommen sind. Eine Frau erzählte dem Lehrling, dass sie selber nicht viel Geld habe, aber trotzdem Müttern in Not helfen will und darum 20 Franken gespendet hat. -¨Meistens nahm er Anrufe von älteren Leuten oder Kinder, mit den Eltern im Hintergrund, entgegen.-¨-¨-¨ Nicht nur das Spendenergebnis war grossartig, sondern auch die Stimmung im Radio, vor dem Fernseher oder am Europaplatz. Alle Sammelaktionen, egal ob grosse oder kleinere Beiträge, waren bemerkenswert. Hoffentlich wird diese Aktion nächstes Jahr wieder durchgeführt.