Alpen unter Druck

Tourismus oder Natur? Diese Frage stellen sich die Schweizer in den Bergregionen immer öfters. Der Tourismus, zurzeit der am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig der Welt, bringt die schaulustigen Auswärtigen in die Region und beschert viele Arbeitsplätze, aber gleichzeitig leidet mit dem Ausbau der Dörfer die Natur darunter. Als Beispiel für dieses Dilemma kann man das Andermatt Resort nehmen, welches sich noch im Bau befindet. Eine Milliarde Franken wird das Projekt kosten und nimmt eine Fläche von etwa 200 Fussballfelder ein. Durch dieses Grossprojekt sollten rund 1’000 neue Betten für wohlhabende Touristen entstehen und Arbeitsstellen für die Bergdorfbewohner geschaffen werden. Doch dabei wird auch das idyllische Bergdorf Andermatt innerhalb von wenigen Jahren zu einem modernen Touristentreffpunkt. Im Alltag von uns allen wird regelmässig das Ökosystem in der Bergwelt belastet. Ein Beispiel sind die Schneekanonen, die künstlichen Schnee auf den Skipisten verteilen. Alleine schon die Zahlen zeigen ein deutliches Bild auf: Vor zehn Jahren wurden lediglich 7% aller Pisten mit Kunstschnee beschneit. Heute stehen wir bei 37%. Der zunehmende Tourismus im Winter und die steigenden Temperaturen fordern immer mehr Kunstschnee. Schlussendlich verliert der Schwächste: Vegetation und Wildtiere müssen leiden und die Speicherseen mit dem Wasser für den Kunstschnee verunstalten die Landschaft.

 

Drei Herausforderungen

Grob betrachtet, finden sich momentan die grössten Probleme für das ökologische Gleichgewicht in der Alpenregion beim Tourismus, dem Transport und der Verstädterung. Mit rund 120 Millionen Besucher pro Jahr wird die Alpenregion Schweiz von vielen Touristen bereist und dementsprechend auch “abgenutzt”. Gleichzeitig sind die Alpen einer der wichtigsten Ökoregionen der Welt. Der in den letzten Jahren zunehmende Massentourismus hat zur Zerstörung von einzigartigen Tier- und Planzenwelten im Alpenraum und zur Zersiedelung beigetragen. Dennoch finden sich immer wieder Tourismusorte, die mit der Natur und Umwelt respektvoll umgehen. Die zukünftige Entwicklung weisst hier ein positives Bild auf. Ein Umdenken hat schon stattgefunden.

 

Eng verknüpft mit dem Tourismus ist natürlich der Verkehr durch die Bergwelt. In den letzten Jahren nahm der motorisierte Verkehr stetig zu und belastete die Umwelt dadurch stark. Das Volk nahm immer wieder Initiativen zur Bekämpfung der Blechlawine durch die Alpenlandschaft an. In der Realität sieht man leider noch zu wenig davon. Der Bund fördert effektiv die Verlagerung auf den Schienenverkehr. Doch von einer optimalen Lösung ist man noch weit entfernt.

 

Die Alpen sind auch Heimat für viele Menschen. Nur 16 % der Gesamtfläche von den Alpen beinhaltet das unbewohnbare Hochgebirge. 43% ist Wald und 22% liegen im Tal und sind Siedlungsflächen. Doch die sind hart umkämpft und werden Stück für Stück verbaut. Bereits zwei Drittel der Menschen in den Alpenregionen wohnen in städtischer Umgebung. Der Ausbau fordert immer mehr freie Fläche und ein stärkeres Eindringen in die Natur. Hier muss besonders auf die zukünftige Raumplanungspolitik acht gegeben werden, so dass der Mensch und die Natur harmonisch nebeneinander leben können.

 

Vielfalt stärken

Doch nur Naturschutz ist nicht des Rätsels Lösung. Es gehört weit mehr dazu, um das wichtige Gleichgewicht zwischen Natur und Zivilisation zu erhalten. Das Zauberwort heisst in dieser Hinsicht: Biodiversität. Dieser Begriff setzt sich aus den folgenden drei Elementen zusammen: Vielfalt innerhalb der Arten (Artenvielfalt), zwischen den Arten (genetische Vielfalt) und die Vielfalt der Ökosysteme. Die Schweiz hatte am Erdgipfel 1992 in Rio ein Abkommen abgeschlossen, welches die Nationen dazu verpflichtet eine nationale Strategie zur Stärkung der Biodiversität zu erarbeiten. Nach rund 19 Jahren hat nun der Bund einen Entwurf zur Strategie der Biodiversität in die Vernehmlassung geschickt. Dieses beinhaltet zehn Punkte, die bis 2020 erreicht werden sollen. Im Dokument erachtet der Bund die Biodiversität als extrem wichtig, obwohl sie weltweit rapide abnimmt. Durch die intensivere Nutzung des Raum und Bodens werden nicht nur naturnahe Landschaften zerstört sondern auch das empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht.

 

Wir sind abhängig von den Bergen und sind es uns nicht mal richtig bewusst. Berge beherbergen weltweit rund die Hälfte aller “Hot Spots” der Biodiversität und bedecken 27% der Landoberflächen. Sie geben besonders der genetischen Vielfalt einen grossen Lebensraum und liefern für viele Menschen frisches Wasser aus ihren Bergquellen, auch hier in der Schweiz. Trotz ihrer grosser Bedeutung mussten in den vergangenen 40 Jahren immer mehr Berge und deren umliegenden Landschaften geschützt werden. Ob diese Entwicklung gestoppt wird oder nicht, liegt alleine in der Hand der Menschen.

Die Hoffnungsdiebin

“Ich glaube nicht, dass das Christkind euch Geschenke bringt, wenn ihr eure Zimmer nicht aufräumt.” Mit einem Augenzwinkern verlasse ich das Kinderzimmer und warte auf den erhofften Effekt bei meinen beiden Au-pair-Jungs. Zuerst folgt eine kurze Stille und darauf unisono: “Ich glaube sowieso nicht mehr an das Christkind!” Scheibenkleister, denke ich mir, das ging in die Hose. “Waaaas”, versuche ich das Spiel weiterzutreiben, “ihr glaubt nicht an das Christkind? Da wird das Christkind aber traurig sein…” Ich traue mich nicht wirklich nachzugeben. Was, wenn sie doch noch an das Christkind glauben und ich ihnen die ganze Magie mit einem Satz entraube? Gleichzeitig scheinen sich die beiden auch nicht ganz sicher zu sein, ob sie nun noch an das Christkind glauben oder nicht.

 

Zweifel herrscht also an beiden Fronten und niemand wagt es, dem anderen Recht zu geben. Es ist ein typisches Spiel zwischen Kindern und Erwachsenen, wie ich es selbst noch aus meiner Kindheit kenne. Dieses Spiel hat mit einem ganz besonderen Gefühl zu tun, das uns vielleicht zur Weihnachtszeit besonders prägend erscheint: Hoffnung. Hoffnung auf ein klein wenig Magie im Alltag. Dass ich vor meinen Au-pair-Jungs nicht gleich mit der Wahrheit bezüglich Christkind rausrücke, obwohl sie felsenfest behaupten, diese schon zu kennen, liegt an der Angst, ihnen diese Hoffnung zu klauen und an meiner Hoffnung, dass sie doch noch daran glauben und vielleicht endlich ihr Zimmer aufräumen.

 

Das Phänomen Hoffnung begegnet mir nicht nur im Zusammenhang mit Weihnachten, sondern stets auch auf dem Schulweg der Kinder. Täglich laufen wir nämlich an zwei Parkschein-Automaten, kurz “Kasten” genannt, vorbei. Der Blick in die Geldrückgabe-Öffnung und die damit verbundene Hoffnung auf dort vergessenes Geld ist oftmals das Highlight des Nachmittags. Die Frage “Wessen Kastentag ist heute?” hat in unserem gemeinsamen Alltag eine extreme Wichtigkeit erhalten und eben dieser “Kastentag” wird natürlich fair ausgelost.

 

Als es dann aber eines Tages, trotz demokratischem Entscheidungsverfahren, einen “Kastenstreit” zwischen den beiden Jungs gab, entschied ich kurzerhand, dass an jenem Tag mein Kastentag sei. Ich zog meine roten Handschuhe aus und tastete die Geldrückgabe-Öffnung selbst ab. Nichts. Die Öffnung war leer. “Du hast meinen Kasten geklaut!”, hiess die Beschuldigung, die ich daraufhin erhielt. Verständnislos schüttelte ich den Kopf und erklärte, dass ja sowieso kein Geld darin gewesen sei und ich somit überhaupt nichts geklaut habe. Doch es war zu spät, ich war eine Diebin. Später, am selben Tag, verstand ich auch warum. Einen viel grösseren Wert als das zu findende Geld hatte die tägliche Hoffnung und Vorfreude auf diesen Kasten. Obwohl wir an jenem Tag alle leer ausgingen, hatte ich den beiden, wenn auch nur im kleinen Rahmen, etwas anderes geklaut: die Hoffnung.

 

Der Kastentag hat einen solch hohen Stellenwert eingenommen, dass er mich mittlerweile auch ausserhalb meiner Au-pair-Tätigkeit begleitet und ich an keinem Parkschein-Automaten vorbeigehen kann, ohne dass meine Hände zucken und aus den roten Handschuhen raus wollen. Einmal mehr habe ich von Kindern etwas gelernt: Hoffnung kann etwas sehr Wertvolles sein. Ob nun in Anbetracht des immer näher rückenden Weihnachtsfestes oder eben im Zusammenhang mit Parkschein-Automaten, vielleicht ist Hoffnung etwas, das uns Erwachsenen manchmal fehlt.

Sammelfieber in der Oberstufe

Die Oberstufe Bruggfeld in Bischofszell hat sich bereits zum dritten Mal an der Aktion beteiligt. Die Idee zum Mitsammeln kam dieses Jahr von Schulleiter Martin Herzog, da die Swisscom ihn über eine Handyaktion informierte. Es konnten alte Handys, die nicht mehr gebraucht werden, abgegeben werden. Zusätzlich spendete die Swisscom für jedes abgegebene Mobiltelefon fünf Franken für JRZ. Da die Schüler bei solchen Aktionen immer wieder gerne mitmachen, wurde die Aktion mit Hilfe von drei Mädchen aus der neunten Klasse verwirklicht. Die drei Schülerinnen hatten zudem die Idee, auch Geld in der Schule für “jeder Rappen zählt” zu sammeln, um Müttern in Not finanziell zu helfen.

 

Es wurden Plakate im Schulhaus aufgehängt und in den Klassen gab es einen Spendenaufruf. Zusätzlich verteilte man Briefe an die Eltern. -¨In den grossen Pausen sammelten drei Schülerinnen jeweils die alten Mobiltelefone ein und packten sie in weisse Swisscom-Tüten ein. Mit einem Kässeli gingen sie in die Klassen und die Schüler durften ihre Geldbeträge abgeben. Am Freitag in der Pause wurden die Handys und das Geld gezählt. Es kamen 76 Handys und 745 Franken zusammen.

 

Reise nach Luzern

Mit dem gesammelten Betrag und der riesigen Tüte gefüllt mit den Mobiltelefons, machten sich die drei Jugendlichen auf der zweieinhalbstündigen Bahnfahrt nach Luzern. Auf dem Weg wurde bei einem Durchgang durch den Zug bei den Passagieren um eine Spende gebeten. Die Mitreisenden spendeten grosszügig, denn es kamen nochmals über 100 Franken dazu.-¨-¨-¨ Am Europaplatz in Luzern angekommen, gaben die Schülerinnen zuerst am Swisscom-Stand die schwere Tüte mit den Handys ab und danach die Geldspende an der Glasbox. Mit den Spenden von der Schule, vom Zug sowie mit den Mobiltelefonen kamen 1251.50 Franken zusammen. Nik Hartmann nahm die Spende dankbar und mit viel Freude entgegen.

 

Bekanntschaften rund um die Glasbox

Die Atmosphäre rund um die Glasbox war herzlich und friedlich. Viele junge Menschen, Familien und ganze Schulklassen waren auf dem Europaplatz anzutreffen. Viele Leute spendeten vor allem, weil sie das Thema „Mütter in Not“ ansprach und aus diesem Grund mithelfen wollten. Die Leute betonten auch, dass sie es wichtig finden, dass auch Frauen in der Schweiz mit dem Geld unterstützt werden. Die drei Jugendlichen haben eine Lehrlingsklasse aus Burgdorf angetroffen, die selbstgebackene Guetzli und selbstangefertigte Kässeli und kleine Teddybären auf dem Europaplatz verkauften. Schlussendlich konnten sie der Aktion 5’600 Franken spenden.

 

Ein junger Mann erfreute die Passanten mit einer sehr speziellen Spendenidee. Er lief den ganzen Tag um die Glasbox herum und trug dabei ein ein T-Shirt, auf dem geschrieben steht: “Umarme mich für einen Franken oder so viel du willst, denn jeder Rappen zählt”. Der junge Mann, Sandro, war schon letztes Jahr in Bern unterwegs und umarmte einen Tag lang Menschen auf dem Bundesplatz für “jeder Rappen zählt”. Damals konnte er etwa 100 Franken spenden.-¨ Raphael, ein Lehrling der Swisscom, nahm die ganze Woche per Telefon Spenden entgegen. Pro Tag bekam er etwa 30 Anrufe, durchschnittlich spendeten die Anrufer 150 Franken. Am Telefon erzählten die Menschen, wie sie zu ihrem gesammelten Geld gekommen sind. Eine Frau erzählte dem Lehrling, dass sie selber nicht viel Geld habe, aber trotzdem Müttern in Not helfen will und darum 20 Franken gespendet hat. -¨Meistens nahm er Anrufe von älteren Leuten oder Kinder, mit den Eltern im Hintergrund, entgegen.-¨-¨-¨ Nicht nur das Spendenergebnis war grossartig, sondern auch die Stimmung im Radio, vor dem Fernseher oder am Europaplatz. Alle Sammelaktionen, egal ob grosse oder kleinere Beiträge, waren bemerkenswert. Hoffentlich wird diese Aktion nächstes Jahr wieder durchgeführt.

Eine dunkle Welle

Die Band Blutengel gilt als erfolgreichster deutscher Vertreter des Dark Pop. Ihre Musik verbindet unterschiedliche Welten und Genres miteinander. Die düsteren Songtexte werden begleitet von elektronischem, minimalen Sound zwischen Future Pop, Elektro und Industrial. Die tiefe und kraftvolle Stimme von Sänger Chris Pohl ergänzt die dunkle und sehnsuchtsvolle Atmosphäre. Begleitet wird Pohl dabei von den Sängerinnen Ulrike Goldmann und Anja Milow. Blutengel ist ein Musterbeispiel für den Dark Pop, eine in den späten 70er Jahren entstandene Spielart des Dark Wave, der mit Bands wie Joy Division oder The Cure seinen Anfang nahm.

 

Eine anspruchsvolle Show

Zu den Auftritten von Blutengel gehören anspruchsvolle Tanz- und Feuershows. Um Chris Pohl gesellen sich zahlreiche Tänzerinnen, welche einen interessanten Kontrast zum Sänger setzen. Blutengel schreckt an ihrem Konzert auch nicht vor einer Prise Fetisch-Erotik zurück, was manch ein Zuschauer schockieren könnte. Was etwas niveaulos wirkt, wird durch die sprachlich  harmlosen Songtexte wieder wettgemacht. Mit Ihrer Zuwendung zum Publikum wirken Blutengel und Chris Pohl sympathisch. Man gerät hier als Zuschauer nicht ungewollt in ein obskures Ritual, sondern in eine gut durchgeplante Show. Auch von Pyrotechnik und Videoprojektionen wird Gebrauch gemacht.

 

Eine Horrorgeschichte

Zentrale Themen der Band sind romantische Horrorgeschichten um Vampire, Tod und das ewige Leben. Was im ersten Augenblick etwas einseitig wirkt, setzt der Musik aber keine Grenzen. Jede Band hat ein zugrunde liegendes Thema. Blutengel arbeitet die Gestalt des Vampirs im 20. und 21. Jahrhundert auf. Manchmal wird explizit visuell und textlich darauf zurückgegriffen, ein anderes Mal kann man den Zusammenhang nicht einordnen. Gekonnt werden englische und deutsche Texte verwendet. Sogar Balladen findet man neben den Elektro-Sounds im Repertoire von Blutengel.

 

Chris Pohl, der stets im Anzug auftritt, führt ein halbes Dutzend Projekte. Blutengel ist 1999 in Berlin aus der Vorgängerband Seelenkrank hervorgegangen. Bei seinem neueren Projekt Miss Construction ist Pohl als Songwriter und Produzent tätig, erscheint aber nicht auf der Bühne. Vieles haben die Projekte gemeinsam: Sie setzen sich aus Elektro-Sound zusammen und könnten alle das “Parental Advisory” Logo tragen.

 

“Tränenherz”-Tour

Das Konzert am vergangenen Mittwoch im X-Tra war Teil der Tränenherz-Tour. Unter anderem wurden schon einige Songs der Winter-Special-CD “Nachtbringer” vorgeführt. Das Album ist mittlerweile erschienen. Blutengel hat es in den letzten Jahren geschafft, im Mainstream anzukommen, ohne sich musikalisch zu beugen. Auf ihrer Webseite heisst es, dass Popmusik und Fantasy ein gutes Paar abgeben, und dass es eine so viel interessantere Welt jenseits der Boys meets Girl-Hohlformeln zu entdecken gibt. Die “Dunkle Seite” besitzt einen enormen Massenappeal. Blutengel wird auch in Zukunft mit ihrer cluborientierten Musik das Publikum in die Welt der Vampire entführen.

La compagnie du Béjart Ballet Lausanne au Théâtre de Beaulieu

 

Un spectacle de danse ne se vit pas comme une soirée au cinéma. Certes, le hall d’entrée grouille de personnes impatientes de gagner leur place, la salle est immense et les sièges nombreux. Mais le rideau, encore fièrement déployé, la scène encore vide, la lumière encore éteinte ne cachent pas un simple écran, une projection, un divertissement. Ce ne sont pas moins d’une trentaine de danseurs, à  la grâce, aux gestes tantôt délicats, tantôt sauvages qui fouleront et se défouleront pendant plus de deux heures et demie sur ce parquet de théâtre.

 

Gil Roman, le directeur du BBL, a décidé de remonter trois pièces de Maurice Béjart, figure maître du Ballet du XXe siècle, devenu Béjart Ballet Lausanne en 1987. Un hommage, un clin d’Š“il à  cet homme à  l’ambition sans bornes, au goût prononcé pour les grands projets, les grandes Š“uvres, les défis. Bien qu’il se soit exprimé, une fois, en disant que la danse se veut être «qu’un contrepoint visuel, tantôt abstrait, tantôt émotif du chant», Maurice Béjart a toujours porté la danse, si ce n’est plus haut que le chant, à  son équilibre parfait. Cantate 51 (1969) est portée sur une musique de Jean-Sébastien Bach, Serait-ce la Mort (1970) est dansée sur des lieder de Strauss, textes de Hesse et d’Eichendorff et Brel et Barbara (2001), dernière chorégraphie représentée lors du spectacle, fait la part belle aux chansons de Brel et Barbara, dont Béjart était proche, très proche. Un travail intime entre danse et musique, entre danse et chant.

 

Pleine de poésie, avec même une pincée d’humour et de légèreté, Là  où sont les oiseaux (2011), nouvelle création de Gil Roman, donne le sourire et des ailes aux esprits rêveurs. Quatrième pièce du spectacle (troisième dans l’ordre de passage), elle a également été créée sous l’inspiration d’un texte, celui du poète Chen Shenglai, que Gil Roman a rencontré lors de la dernière tournée du BBL en Chine, et d’une sculpture de Marta Pan, artiste qui avait déjà  collaboré maintes fois avec le Béjart Ballet, toujours avec succès. Un seul texte, un seul décor pour imager «le charme de la vie» ; et les danseurs se muent même en comédiens, se laissant aller à  jouer, à  sauter, comme des enfants, pour donner vie aux vers du poète Chinois :

 

« Tant que la vie continue à  pleine couleur,

Gagner ou perdre, tout cela n’est qu’un jeu,

Tant que la vie a du charme,

Elle nous enchantera à  jamais »

 

Un spectacle articulé sur quatre tableaux, des couleurs neutres, pastels aux couleurs vives et fortes, des musiques et des textes porteurs d’émotions. Le Béjart Ballet dévoile ses atouts petit à  petit, avec brio. Un hommage d’envergure à  Brel, Barbara et Béjart à  ne manquer pour rien au monde, à  revoir sans aucun doute.

 

La neige tombait en ce vendredi soir, elle tombera sûrement encore tout le long de cette semaine. La magie ne pourra qu’opérer encore et en enchanter plus d’un.

 

Ai-je été assez explicite pour vous inciter à  enfiler vos bottes et braver le froid avant jeudi ?

 

Mit Gitarrenriffs und Geigenklängen ins 2012

Eluveitie sind die wohl bekanntesten Schweizer Vertreter des Pagan Metals. Dieses Genre zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus: neben vom Heidentum geprägten Texten erklingen auch für Metal untypische Instrumente wie Geigen, Drehorgel, Akkordeon und Dudelsack. Die Band Eluveitie hat auf Youtube schon mehrere Millionen Klicks mit ihren Musikvideos erreicht. Nach drei Alben arbeiten die Gastgeber des Eluveitie and Friends-Festivals an einen weiteren Album, das nächstes Jahr erscheinen soll.

 

Die beiden eher unbekannten Bands Excelsis und Blutmond sind ebenfalls eidgenössische Folk-Pagan Bands. Blutmond haben bisher zwei Alben veröffentlicht. Etwas länger gibt es Excelsis. Von ihnen stammen originelle Albentitel wie “The Legacy of Sempach” oder “E chly angeri Lieder”.

 

Zu den bekannteren Namen im Programm gehören die fidelen Finnen Korpiklaani. Ihr Sound wartet als Partymusik mit Einflüssen aus der Humppa auf, der finnischen Variante des Foxtrottes, und beinhaltet Elemente der Volksmusik.

 

Dienstälteste und Aufsteiger

Coroner ist die dienstälteste Band, die an diesem Abend spielt. Sie machen progressiven Thrashmetal vom Feinsten. Durch ihren in den 80er Jahre ungewöhnlichen Mix aus Jazz und progressive Rock-Elementen, gepaart mit Thrash Metal waren sie ihrer Zeit voraus. Sie lösten sich 1995 auf. Seit diesem Jahr sind sie auf einer Reuniontour unterwegs, die nächstes Jahr auch ans grosse deutsche Wacken Festival führen wird. Der Gitarrist und Produzent Tommy Vetterli spielte in den 90er Jahren bei den deutschen Thrashern Kreator mit.

 

Eine grossartige Stimme zu klassischer Heavy Metal-Gitarrenarbeit im Stil von Iron Maiden gibt es von Powerwolf aus Deutschland zu hören. Diese Power Metal-Band gehört zu den Aufsteigern der Szene.

 

 

Verlosung


Für das Festival Eluveitie and friends vom 30.12.2011 im Volkshaus Zürich verlost Tink.ch 1×2 Tickets.

 

Wettbewerbsfrage: Was bedeutet “Eluveitie”?


Antworten bitte an martin.sigrist(at)tink.ch. Einsendeschluss ist Dienstag, der 27. Dezember 2011.

Was der kleine Prinz mit Strom zu tun hat

Seit Jahren versuchen die Politikerinnen und Politiker der Welt, Ziele festzulegen um das Ausmass des Klimawandels einzudämmen. Es geht, wenn überhaupt, nur sehr langsam voran.

 

Aber nicht nur die Politik, sondern wir alle tragen die Verantwortung für unseren Planeten. Dies erklärt auch der schlaue Fuchs im bekannten Werk von Antoine de Saint-Exupéry dem kleinen Prinzen:

 

“Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen”, sagte der Fuchs. “Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.”

 

Wir sind Appellen wie “Schütze die Umwelt!” oder “Rette die Erde!” grundsätzlich eher abgeneigt. Doch es muss ja nicht gleich die ganze Erde auf einmal sein. Ein paar Beispiele aus meinem Alltag – und Ideen für den einen oder anderen guten Vorsatz:

 

– Ich gehe zu Fuss, nutze das Velo oder öffentliche Verkehrsmittel. Tut auch meiner Gesundheit gut!

– Ich kaufe nur frische Lebensmittel nur saisongerecht, aus der Region.

– Da ich sowieso nicht viel Fleisch esse, ist der Punkt Fleischkonsum reduzieren für mich kein Problem. Fakt ist: Bei der Produktion von einem Kilo Fleisch werden drei bis vier Kilo CO2 frei.

– Wenn ich koche, dann mit dem Pfannendeckel drauf. Der Dampfkochtopf spart am meisten Wärme.

– Ich lasse das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen und nehme nur eine kurze Dusche anstelle eines langen Bades.

– Ich verzichte meistens auf Föhn, Glätteeisen oder Lockenstab. Diese Geräte sind sowieso ungesund fürs Haar.

– Ich schalte elektronische Geräte nach dem Gebrauch aus.

– Wenn ich das nächste Mal ein Elektrogerät kaufe, dann eines mit Energiespar-Label.

– Ich lösche das Licht, bevor ich einen Raum verlasse.

– Die Heizung steht auf kalt, wenn ich nicht zu Hause bin.

– Das Ladegerät meines Handys hängt nur bei Gebrauch an der Steckdose.

 

“Ich bin für meine Rose verantwortlich…”, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Um Gottes Willen, so etwas tut man doch nicht!

Hedda Gabler (Boglárka Horváth) zieht nach den Flitterwochen mit ihrem frisch verheirateten Ehemann Jørgen Tesman (Matthias Albold), welcher ihr durch seine Arbeit an einem wissenschaftlichen Buch eine zuverlässige Zukunft verspricht, in ihr neues Haus. Die Bühne (Daniela Kerck) ist auch dementsprechend eingerichtet. Auf dem Parkettboden stehen diverse Umzugskartons und bis auf einen Tisch, mit dem Modell der Wohnung darauf, ist die Möblierung sehr spärlich. Nur die Bücherregale, welche entlang den Wänden die ganze Wohnung auskleiden, sind bereits mit Inhalt gefüllt und zeigen Tesmans Wissenschaftlichkeit und seinen Wunsch, mit seinem Buch eine Professur an der Uni zu erhalten. Des Weiteren hängen an der Seite des Raumes grosse Plastikabdeckungen, wie sie etwa auf dem Bau benötigt werden. Diese dienen als eine Art Vorhang und als Leinwand für Projektionen.

 

Betritt man den Theaterraum in der Lokremise, findet man einen Raum vor wie kurz nach einem Umzug, auf welchem sich die Schauspieler des Theaters St.Gallen einwärmen.

 

Tödliche Verstrickungen

Die anfangs herrschende Idylle des jungen Paars Tesman und Gabler wird während des Stücks schnell zunichte gemacht, als plötzlich Tesmans Exfreundin Thea Elvstedt (Ines Schiller) auftaucht und erzählt, dass Heddas Exfreund Eilert Løvburg (Oliver Losehand) wieder in der Stadt sei. Dazu kommt, dass Løvburg durch die Publikation eines Buches Tesman seine Professorenstelle streitig macht und somit nicht nur mit seiner Vergangenheit mit Hedda, sondern auch mit seiner Karriere ein klarer Konkurrent für Tesman wird. Noch weiter kommt dazu, dass Richter Brack (Bruno Riedl) Hedda mit Macht zu einer Affäre “überredet” und versucht Tesman und Løvburg gegeneinander auszuspielen. Auch die Tatsache, dass Løvburg im Alkoholrausch sein einziges Manuskript für sein neues Buch verliert und dies seiner Muse Thea beichten muss, verbessert die ganze Situation nicht. Es läuft darauf hinaus, dass Hedda das von Løvburg vermisste Manuskript verbrennt und somit symbolisch die Beziehung zwischen Thea und Løvburg zerstört. Løvburg nimmt sich das Leben und “stirbt im Schönen”, wie Hedda es sagt. Schlussendlich nimmt sich auch Hedda das Leben.

 

Greifbare Charaktere

Trotz der Komplexität kann man dem Geschehen sehr gut folgen. Die sehr gefühlsbetonte Spielweise der Schauspieler lässt auch das Innenleben der einzelnen Charaktere sehr gut erkennen. Man merkt, dass Tesman Hedda zwar liebt, aber ihm sein wissenschaftlicher Erfolg wesentlich wichtiger ist. Deshalb kümmert er sich am Ende des Stückes zusammen mit Thea darum, Løvburgs Buch zu rekonstruieren. Auch beim Richter merkt man genau, was er möchte und wie er bewusst die beiden andern Herren gegeneinander ausspielt, um sich somit einen Vorteil bei Hedda zu verschaffen. Diese liebt ihn offensichtlich nicht und möchte eigentlich nichts von ihm. Aber trotztdem ist ihr langweilig, sie lässt sich auf ihn ein und versucht ein wenig mit ihm zu spielen. Auch Theas Naivität kommt sehr gut zum Ausdruck, als sie sich beispielsweise von der experimentierfreudigen und gelangweilten Hedda, zu einer Bettgeschichte überzeugen lässt.

 

Die einzige Person, die trotz genialem Spiel immer noch sehr schwer zu fassen ist, ist Hedda Gabler. Sie ist eine moderne Frau mit vielen Ansprüchen. Es ist also nicht weiterhin verwunderlich, dass sie Tesman heiratet, da der ihr mit seiner potentiellen Professur eine sichere Zukunft verspricht. Doch diese Sicherheit gerät ins Wanken, als plötzlich der früher so unsichere Løvburg auftaucht und wesentlich mehr zu bieten hat als Tesman. Hedda beginnt sich zu fragen, was sie überhaupt will und welchen Sinn das Ganze hat. Das Stück läuft folglich auf eine Frage nach dem Sinn des Lebens hinaus, doch es beantwortet sie nicht. Es gibt lediglich Vorschläge wie eine mögliche Antwort aussehen könnte.

 

Moderne Umsetzung

Und genau durch diese Sinnfrage verliert das Stück auch über hundert Jahre nach dem Entstehen – die Uraufführung war 1891 – seine Aktualität nicht. Bemerkenswert ist auch die Leistung der Inszenierung (Volker Schmidt), welche durch moderne Stilmittel, wie der Projektion oder dem musikalischen Tanzen zwischen den Szenen und ohne einen Vorhang zu benötigen, die Modernität des Stückes ganz klar unterstützen (Musik: Hans Platzgumer; Video: Ines Schiller; Ton: Marco Mathis; Licht: Rolf Irmer).

 

Abschliessend ist zu sagen, dass Volker Schmidt mit “Hedda Gabler” ein modernes Stück zum Leben und all den Problemen, die es bereitet, inszeniert hat und exakt den Nerv der Zeit trifft. Auch die berühmte ethische Frage, wie und ob ein Suizid gerechtfertigt ist, wird gegen Ende des Stückes noch erörtert. So meint Hedda, dass es Kraft und Wille genug braucht, um sich das Leben zu nehmen, es folglich also eine starke Tat ist. “Ich sage, dass Schönheit darin ist.” (Hedda Gabler). Doch auch diese Meinung und schlussendlich auch die Sinnfrage werden mit dem letzten Satz, welcher sich der gesellschaftlichen Normen bedient, nochmals in Frage gestellt und lässt somit das Ende des Stückes in der Luft schweben:

“Um Gottes Willen, so etwas tut man doch nicht!”

 

Die Dernière von “Hedda Gabler” findet am 14. Dezember in der Lokremise statt.

Links

“Ich möchte keine musikalische Coca Cola machen”

Matthew Herbert fordert von seiner Zuhörerschaft und seinen Musikern so einiges. Eben ist der letzte Teil seiner aktuellen Trilogie erschienen. Nach “One One”, von ihm ganz alleine aufgenommen, folgte “One Club”, für welches er nur Aufnahmen eines Abends in einem Deutschen Klub verwendete. Jetzt erschien “One Pig”, nur aus Geräuschen eines Schweinelebens bestehend. Das neuste Werk brachte dem Musiker, welcher schon mit Róisín Murphy und Björk arbeitete, nicht nur Proteste von Tierschutzorganisationen ein. Tink.ch traf den 39-jährigen Briten in Winterthur und sprach mit ihm über seine Musik, vor allem aber über die Diskussionen darum.

 

Matthew, wie geht es dir?

Mir geht’s gut, doch ich merke, dass ich alt werde. Mein jüngster Sohn ist 18 Monate alt und wacht um sechs Uhr auf. Wenn ich an den Wochenenden Shows spiele und so nur eine Stunde Schlaf bekomme, geht das nicht. Dem Kind ist es aber natürlich egal, wenn ich erschöpft bin.

 

Warst du denn mal Rock’n’Roll?

Nein, ich glaube nicht. Wenn du das erste Mal auf Tour bist, dann trinkst du und machst solche Sachen. Es ist der einzige Job, wo man von dir erwartet, dass du dich betrinkst. Wenn du jung bist, ist es schon verführerisch, aber das kannst du nicht ewig tun.

 

Was vermisst du, jetzt da du älter wirst?

Ich vermisse es, in London zu wohnen, Teil einer Szene zu sein. Ich vermisse es zu sehen, wie sich etwas entwickelt, etwas entsteht, die Unschuld. Ich vermisse die Naivität, die du am Anfang hast. Ich habe 2’000 Konzerte gespielt, war auf zwei Dritteln der Welt. Das exotische für mich ist es nun, daheim zu sein.

 

Wie läuft deine aktuelle die Tour?

Es läuft sehr gut, ich freue mich sehr, mit etwas jüngeren Musikern zu spielen. Die haben mir sehr geholfen neue Wege zu finden, um live zu spielen, diese elektronische Musik ohne Rückendeckung. Wir haben Laptops und Strukturen, aber alles ist live und improvisiert. Elektronische Musik manuell zu spielen, das ist für mich der heilige Gral.

 

Bereits vor Erscheinen von “One Pig” gab es eine Diskussion über die Verwendung eines Schweins für Musik.

Das fand ich gut, denn ich wollte mit Musik eine Geschichte erzählen, und die Leute sollten darüber nachdenken. Ich mag die Idee, dass Musik herausfordern kann, denn heute ist die Musik viel zu sehr nur Dekoration. Aber ich war enttäuscht darüber, dass es bei einer CD davor, “there’s me and there’s you”, keine Kontroverse gab. Da gab es Geräusche von Palästinensern, die erschossen wurden, von israelischen Panzern, die palästinensische Gebäude zerstören. Bei einem Tier ist es viel emotionaler.

 

Hast du noch Lust, darüber zu sprechen?

Ich habe daraus gelernt. In der Vergangenheit habe ich Alben mit sehr dichten Strukturen gemacht, die viel Zeit beansprucht haben. Das macht es sehr schwierig, die Musik zu beschreiben. Das aktuelle Album ist aus einem Schwein gemacht, das ist schnell erklärt. Als Konsequenz ist es für die Leute einfacher, darüber zu sprechen. Ich finde es viel interessanter, darüber zu sprechen als über die benutzte Technik der Aufnahmen. Ich will darüber diskutieren, dass wir ein sehr brutales, unnachhaltiges und ungesundes Nahrungssystem aufgebaut haben. Das Schwein ist eine Metapher, wie wir die Umwelt und das Unbekannte behandeln. Es freut mich, wenn die Öffentlichkeit darüber nachdenkt. Es ist dabei aber erstaunlich und verwirrend, dass meine CD in Magazinen neben beispielsweise jener von Noel Gallagher auf die gleiche Art besprochen wird. Meine Arbeit stellt viel mehr moralische, philosophische und politische Fragen, als einfache Gitarrenmusik. Ich spreche dabei nicht von den Texten, aber über die Musik, wie sie gemacht wird.

 

Es ist eine andere Art Musik, die nicht nur der Unterhaltung dient.

Wir sehen Musik aber als Unterhaltung. Früher war das vielleicht nicht so, da hatte Musik noch eine breitere Funktion. Die Entwicklung ist revolutionär, früher hast du auf dem Piano gespielt, um ein Gebäude zu beschreiben, jetzt nehmen wir ein Mikrofon und zeichnen die Geräusche direkt auf. Musik kann jetzt dokumentieren. Das ist die gleiche Entwicklung wie von der Malerei zu Video.

 

Was sagst du Leuten, die deine Musik als zu kopflastig sehen?

Ich muss meine Musik nicht rechtfertigen. Das aktuelle Album wird durch das Schwein getragen, das ich aufgezeichnet habe. Ja, auf dem Album ist vieles nur Schwein und wenn du von der Musik nur Dekoration erwartest, dann kannst du dir das nicht anhören. Es kommt auf die Beziehung zu einem Schwein an, ob du’s dir anhören, ob du dich damit auseinandersetzen kannst. Es gibt dabei nicht nur eine, auch nicht die richtige Reaktion. Für mich soll Musik emotional sein. Wenn sie es nicht ist, habe ich etwas falsch gemacht. Zuerst sollen die Emotionen kommen, dann der Intellekt. Ich möchte nicht musikalische Coca Cola machen, welches die Leute gleich verstehen, nicht komplex ist, nicht heraufordert. Aber wenn die Leute das ignorieren wollen, können sie das tun.

 

Du hast mit dem aktuellen Album eine Trilogie abgeschlossen. Hast du dein Ziel erreicht?

Es klingt komisch, aber ich weiss nicht immer, was ich tue. Ich setzte zwar Prozesse in gang, wusste vorher aber nicht, was bei der Aufnahme mit dem Schwein herauskommt. Ich konnte mich damals nicht entscheiden, was ich tun wollte, also habe ich drei Dinge gemacht. Es war eine Reise ins Unbekannte. Beim ersten Album, “One One”, habe ich alleine gearbeitet, und ich kenne mich meistens ganz gut. Bei “One Club” wurde in einem Deutschen Klub aufgezeichnet, mit Leuten, die ich kannte, andere waren mir aber fremd. Bei “One Pig” habe ich ausschliesslich mit einem Schwein gearbeitet, welches mir gänzlich unbekannt war. Ich ging also immer weiter weg von mir Bekanntem. Es war eine Form von Improvisation. Dabei kommt es nicht darauf an, was du tust, sondern was du als nächstes tust. Wie Miles Davis gesagt hat, gibt es so etwas wie einen falschen Ton nicht. Es zählt, welchen du als Nächstes spielst. Für mich kommt es drauf an, was ich als Nächstes tue, auch wenn ich noch nicht weiss, was das ist. Ich würde gerne ein Album aus einem Ton von vielleicht fünf Sekunden machen, diesen dann fragmentieren und damit eine Stunde Musik machen.

Links

Wie organisiert man eine gewaltlose Strassenaktion?

Ich habe in Griechenland hautnah die Grossdemos im Mai und “street actions” als Methode des gewaltlosen Widerstands kennengelernt. Während meinem Aufenthalt in Griechenland gab es sehr viele Strassenaktionen, praktisch jede Woche gab es Demos. Durch diese Erfahrung begann ich mich mehr für gewaltfreien Widerstand zu interessieren. Ich wollte mehr darüber wissen, wie man solche Aktionen organisieren kann, denn sie scheinen mir ein super Instrument zu sein, um Menschen zu sensibilisieren und ihnen eine Stimme zu geben. Als ich vom Training “forget fists, forge voices” hörte, war ich sofort begeistert von der Idee, mit Gleichgesinnten mehr über die Methoden des gewaltlosen Widerstands zu lernen. So reiste ich im November als eine von 24 Aktivisten und Aktivistinnen aus drei Kontinenten und 18 Nationen (zum Beispiel auch Togo, Nigeria, Indonesien und Sri Lanka) nach Deutschland.

 

Was gehört zur Strassenaktion?

Worum ging es überhaupt? Also, eigentlich war es wie ein riesiger Topf voller Themen, die so gut gewählt und zusammengestellt waren, dass es einen einfach gepackt hat. Wir haben über Gewalt diskutiert und darüber, wie man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gewinnt. Wir haben uns darin geübt Konsens zu schaffen und uns durch Körpersprache auszudrücken. Wir haben gelernt, eine Strassenaktion mit allem drum und dran – Werbung und Medienarbeit – zu organisieren. Ausserdem konnten wir unsere bisherigen Erfahrungen mit Strassenaktionen, rechtlichen Rahmenbedingungen, Emotionen und Gedanken austauschen. Das Training haben wir, wie könnte es anders sein, mit einer Strassenaktion in Göttingen abgeschlossen. Als Beitrag zu einer friedlicheren Gesellschaft wollten wir mit der Aktion Vorurteile aufbrechen.

 

Näher an die Freiheit

Rückblickend, war es für mich eine Woche voller persönlicher Herausforderungen und Wandel. Was ich davon mitnehme? Wissen, Erfahrung, neue Freundschaften und gleichgesinnte Leute, eine super Zeit und schöne Erinnerungen. Also, wie passiert denn all dies? Das musst du selbst entdecken. Ich finde, es lohnt sich, denn es bringt dich ein Stück näher an die Freiheit.

 

 

Info


Das Training wurde vom “No More War” – Team des SCI organisiert. Eine Gruppe motivierter Aktivisten, die glauben, dass eine pazifistische Welt möglich ist und sich dafür einsetzen, möglichst vielen Menschen die pazifistische Idee in Workcamps, Trainings und anderen Projekten näher zu bringen.

Links