Gesellschaft | 28.11.2011

Zibelemärit 2011

Text von Eva Hirschi
Wenn sich in der Hauptstadt alles um die Zwiebel dreht, ist es wieder soweit: Der legendäre Zibelemärit findet statt!
Einer unter Vielen: Grosser Stand, der lustige Männchen verkauft.

Montagabend. Ich entscheide mich, die nächste Nacht in Karlsruhe zu verbringen. Auf der Couchsurfing-Website finde ich eine Wohngemeinschaft, die mich für eine Nacht aufnimmt. Am Dienstag starte ich. Den Daumen strecke ich am Mittag zum ersten Mal raus und los geht die Reise vom Emmentaler Zuhause in Richtung Deutschland.

 

Abends komme ich dann bei der WG an. Ich werde freundlich begrüsst und mit einer guten Suppe beginnen unsere Gespräche in einem Gemisch aus Französisch und Deutsch. Die beiden Studenten sind ursprünglich aus Frankreich und leben seit einigen Monaten in Deutschland. Nach dem Abendessen verarbeiten wir zusammen mehrere Kilogramm Äpfel zu Apfelmus. Isaac, einer der Studenten, meint am Ende des Abends: “Toujours des pommes, c’est gut für die Gesundheit”.

 

Im falschen Milieu?

Am Mittwoch geht es weiter nach Frankfurt. Ich komme mit Autostopp schon viel schneller vorwärts als am Anfang. Von nun an fahre ich nämlich mit dem Skateboard immer bis zur nächsten Autobahnauffahrt. So habe ich am Nachmittag noch Zeit, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen. Abends begebe ich mich zur Adresse, die mir auf Couchsurfing angegeben wurde. Als ich sie finde, bin ich etwas geschockt. Das Haus befindet sich mitten im Rotlichtmilieu. Ich werde auf der Strasse angesprochen ob ich etwas Spass haben möchte. Nein Danke!

 

Mir wird mulmig zumute. Soll ich nun wirklich klingeln? Was soll ich tun, wenn ich hier bei einer zwielichtigen Wohngemeinschaft lande? Meine Kontaktperson war eine Julia, ob sie wohl seriös ist? Nachdem ich mich überwunden habe zu klingeln, sind meine Bedenken schnell verflogen. Hier wohnen wirklich zwei Studentinnen und ein Student. Glück gehabt.

 

Karneval mit Bürostuhlrennen-Meister

Am Donnerstag reise ich nach Köln. Das Pärchen, das mich beherbergt, ist in den Vorbereitungen für den Karneval am nächsten Tag. Als wir am Abend gemütlich beieinander sitzen meinen sie, ich solle doch auch am Karneval teilnehmen. Ich lasse mich also zwei Nächte in Köln nieder um die Kölner Kultur vollends auskosten zu können. Jan ist übrigens selbst per Autostopp bis in den asiatischen Raum gereist. Er gibt mir viele Tipps für die Weiterreise. Nebenher  ist er auch deutscher Meister im Bürostuhlrennen. Verwundert mich auch nicht, mit seinen langen Beinen bei einer Körpergrösse von über zwei Metern.

 

Der Karneval am nächsten Tag ist für mich ein unübersichtlich grosser Event. Will man(n) auf die Toilette, gibt es eine Überraschung. Im Männerklo, das ich betrete, treffe ich auf verkleidete Frauen. Da ich zuerst meine, ich sei in der falschen Toilette, verlasse ich sie wieder und werde von den wartenden Frauen vor dem Damenklo belächelt. Ich verlasse  das Gebäude etwas verwirrt wieder.

 

Jukebox bis in die frühen Morgenstunden

Am Samstag bin ich in Amsterdam. Ich besuche ein Konzert einer Band namens Switchfoot, eine meiner Lieblingsbands. Dort treffe ich ein holländisches Mädchen. Obwohl mir vorher der 53-jährige Gastgeber gesagt hatte, dass man als Tourist mit Holländerinnen nicht ins Gespräch kommen kann, gehe ich nach dem Konzert mit ihr in eine Bar und werde eines besseren belehrt. Wir haben eine spannende Unterhaltung und übertrumpfen uns gegenseitig mit peinlichen Liedern aus der Jukebox. Wir sind in der einzigen Bar Amsterdams, die noch eine solche Musikbox besitzt, “Pollux” ist ihr Name. Ich komme erst morgens um sieben Uhr nach Hause und gehe mit meinem Gastgeber Kaffee trinken. Da ich noch nichts von der Stadt gesehen habe, beschliesse ich, noch eine Nacht länger zu bleiben.

 

 

 


Wenn ihr wissen wollt, was Tink-Reporter Matthias sonst noch alles auf seiner Reise erlebt, dann lest hier nächste Woche weiter! Das Abenteuer ist noch nicht zu Ende…