Kultur | 15.11.2011

Vögele lädt ein

Text von Audrey Djouadi | Bilder von Charles Vögele
Die Eröffnung der Vögele Fashion Days am 9. November vermochte nicht zu überzeugen. Die Kollektionen von den Cruz-Schwestern für Biaggini Violett sowie auch diejenige von Till Schweiger waren zwar hübsch anzuschauen, jedoch nichts Aussergewöhnliches. Der Verdacht, dass opportun von den grossen Designern wie Marc Jacobs abgekupfert wurde, lag nahe. Auch ein betont lässiger Auftritt von Sarah Connor konnte das Segel nicht umreissen. Es konnte nur besser werden - und so war es dann auch.
Applaus für die Fashion Days auch von der Tink.ch Reporterin vor Ort.
Bild: Charles Vögele

Verheissungsvoller Nachwuchs

Am Donnerstag tat sich der Modehimmel mit der Verleihung des annabelle awards auf. Der Gewinner war Maxime Rappaz und dies, wie meine Sitznachbarin und ich übereinstimmten, verdient. Der Preis, ein einjähriges Praktikum im Team von Roberto Cavalli, ist wohl der Traum eines jeden jungen Designer. Wo lernt man besser als beim Meister persönlich? Der Genfer war der einzige der fünf Finalisten, dessen Entwürfe in Design wie auch Verarbeitung überzeugten. Die anderen Finalisten (Danja Good, Susanne Galliker, Franziska Steck und Yvonne Reichmut) verbauten sich ihre Chancen entweder mit zu offensichtlich von Cavalli inspirierten Entwürfen oder mangelnder Innovation.

Verliehen wurde der Preis von Roberto Cavalli persönlich, welcher im Anschluss auch noch die neue Kollektion seiner Zweitlinie Just Cavalli präsentierte. Die Entwürfe strahlten dermassen viel Coolness aus, dass selbst Chuck Norris vor Ehrfurcht erstarren würde. Animalprints, Leder und Fransen dominierten die Kollektion, tragende Farben waren gelbe Pastelltöne und schimmerndes Gold

 

 

Neues für den Sommer

Neben der Verleihung des annabelle award fand am Donnerstag auch noch die Swiss Fashion Night statt, wo die Sommer 2012 Kollektionen von vier Schweizer Labels (Aziza Zina, Van Bery, Javier Reyes, LBD Little Black Dress) gezeigt wurden. Während LBD ihre Models in ländlichen Outfits über den Laufsteg stöckeln liessen, beeindruckte mich vor allem die Kollektion von AZIZA zina mit ihren starken Schnitten und Farben. Eine Strenge getragen mit der Anmut einer Marlene Dietrich.

 

Schweizer Duo

Doch der Höhepunkt sollte am Freitag erreicht werden, und zwar mit dem Swiss Designer’s Choice, denn im Rahmen dieser Veranstaltung wurde die neue Kollektion von Nina Egli und ihrer Mutter – Toujours Toi Family Affairs – gezeigt, und die Kollektion war das, was eine vollkommenen Garderobe genannt werden kann. Mädchenhafter Charme, der trotzdem Reife und Eleganz ausstrahlt. Neben Toujours Toi Family Affairs wurden vier weitere Labels gezeigt, wobei die Frühjahr- und Sommerkollektion von Kilian Kerner musikalisch begleitet wurde von Mads Langer.

 

Am Freitagabend war Christiane Arp zu Besuch, Chefredakteurin der deutschen VOGUE. Mit ihr angereist waren fünf junge Designer, die ihre Kollektionen zeigten. Vladimir Karaleev, René Stock, Michael Sonntag und Augustin Teboul. Während bei Augustin Teboul die wahnsinnig hohen Ansprüche, die sie an die Herstellung ihrer Outfits stellen, faszinieren, überzeugte Michael Sonntag mit puristischen Formen. Die Zurich Fashion Days stehen noch im Schatten der Modeveranstaltungen im Ausland. Aber wer weiss schon, was noch daraus werden kann.