Politik | 24.10.2011

Wohin es führen könnte…

Text von Charlotte Hoes | Bilder von Louis Villers
Ob an der Konferenz in Zürich Antworten gefunden werden, bleibt abzuwarten. Zu Gast sind Redner aus Ägypten, USA, Israel, Deutschland und der Schweiz.
Wie sieht die Zukunft in der arabischen Welt aus? Strassenszene in Libyen.
Bild: Louis Villers

Gaddafi ist tot.

Diese Nachricht verbreitete sich am Donnerstag wie ein Lauffeuer. Nicht nur in der Universität Zürich war die Information vom Tod des ehemaligen, libyschen Machthabers innerhalb von wenigen Minuten weitergegeben worden – sie ging um die Welt. Das in der gewohnt rasanten Geschwindigkeit, die uns die modernen Kommunikationstechnologien ermöglichen.

Diese neuste Entwicklung war sicherlich mit Grund für die abermals ansteigende Präsenz in den Medien. Vorher war es ruhiger um den «Arabischen Frühling« geworden. Ganz verschwunden war das Thema wegen seines Umfanges nie, aber es hatte vor dem Euro-Rettungsschirm ebenso weichen müssen, wie vor dem «Amerikanischen Herbst« oder der weltweit aufflammenden Occupy-Bewegung.

Dabei werfen die Kettenreaktionen in der arabischen Welt viele Fragen auf. Es ist nur schwer vorstellbar, in welchem Machtvakuum sich ein Land befinden muss, dessen Regierung abgesetzt wurde und in dem viele Interessengruppen, auch von außerhalb, um neuen Einfluss konkurrieren. Wie wirkt sich das auf das alltägliche Leben aus und inwiefern werden diese politischen Änderungen von kulturellen Wandel herbeigeführt oder gefolgt? Letztendlich ist auch relevant, welche Bedeutung das alles für uns hat. Wirken die Ereignisse auch manchmal fern und fremd, so betreffen sie auch uns in vielen Belangen (und in unserem Selbstverständnis).

Suche nach Antworten

Jetzt werden die Situationen und Schicksale in der arabischen Welt wieder Thema Nummer Eins sein. An der kommenden Konferenz zwischen dem 27. und 28. Oktober 2011 in Zürich geht es nämlich genau um diese Fragen. Die Veranstaltung des NCCR Democracy und des CIS der ETH und UZH nährt sich der Lage des Nahen und Mittleren Ostens, sowie Nordafrikas thematisch an. Angeleitet werden die Diskussionen und Vorträge der Experten und Beteiligen von der essentiellen Überlegung: «Transformation of the Arab World – Where is it heading to?« Wohin führen die Veränderungen in der arabischen Welt?

Im Mittelpunkt stehen vollzogene Wandlungen, aktuelle Krisen und mögliche Folgen für die arabische, aber auch die ganze Welt.

 

Die Konferenz ist öffentlich und der Eintritt frei. Besonders interessant dürfte die Podiumsdiskussion am Donnerstag um 18:30 Uhr sein. Hier werden sich vier Fachköpfe der zentralen Frage «Wohin führt die arabische Revolution?« annehmen. Zum einen der ehemalige Schweizer Diplomat Josef Bucher, der auch in Tunesien, Ägypten und dem Sudan tätig war. Seine Gesprächspartner werden Arnold Hottinger, Tamer Aboalenin und Michael Thumann sein. Hottinger war lange Korrespondent der NZZ im Nahen Osten und hat zeitweise dort gelebt. Der gebürtige Ägypter Aboalenin lebt und arbeitet seit 25 Jahren als Journalist für verschiedene, arabische Medien in der Schweiz. Michael Thumann leitet die ZEIT-Redaktion für den Nahen und Mittleren Osten in Istanbul.

 

Mögen Zukunftsprognosen auch müßig oder kaum möglich sein, so ist es dennoch wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Auswirkungen und Veränderungen in der arabischen Welt beeinflussen auch uns – nicht nur wirtschaftlich.

 


Weitere Informationen (Sprecher, Zeiten und Lageplan) und den Link zur Registrierung findet ihr hier: http://www.mena-conference.uzh.ch/ .