Gesellschaft | 20.10.2011

Unistart: Blick zurück!

Text von Tess Zürcher | Bilder von Tess Zürcher
Für Tausende begann dieses Semester eine neue Ära. Aus ehemaligen Maturandinnen und Maturanden sind eingetragene Studis geworden. Nicht jeder kommt frisch von der Schule, sondern hat vielleicht ein Zwischenjahr hinter sich aber eine grosse Herausforderung ist es fast für jeden.
Und plötzlich fühlt man sich ganz klein...
Bild: Tess Zürcher

Der Hürdenlauf beginnt

Die räumlichen Ausmasse der Uni werden einem erst bewusst, wenn man sich den Stundenplan nach der mühseligen und aufreibenden Modulbuchung betrachtet. Aber nicht nur die Grösse der Uni und die Überlastung der Website während der ersten Zeit der Buchungsfrist, stellen die ersten Herausforderungen dar. Die Uni ist im Gegensatz zu den Gymnasien viel anonymer. Es bewegen sich plötzlich mehrere tausende von Leuten an einem vorbei, jeden Tag sieht man neue Gesichter. Am Gymi kannte man alle irgendwann vom Sehen oder über ein paar Bekannte.

Anaïs erzählt von ihren ersten Hürden, die sie überwinden musste. Die aber nicht neu sind, dennoch aber nichts verbessert wurde: « Am meisten Schwierigkeiten hat mir die Modulbuchung bereitet, sowie ich jetzt feststellen muss, dass die E-Learning Plattform Olat nicht richtig funktioniert, beziehungsweise überlastet ist. Ständig muss ich mich neu einloggen, weil ich rausgeflogen bin. Das ist Zeit raubend. Dazu kommt, dass die Hörsäle überfüllt und die Sitzgelegenheiten wahnsinnig eng sind.«

Laura sagt aber weiter: «Die Modulbuchung ist erst der Anfang. Ich glaube, das Schwierigste an und für sich ist, dass man plötzlich für alles selbst verantwortlich ist. Da ist keiner mehr, der dich immer wieder daran erinnert, etwas abzugeben oder dies oder jenes noch zu erledigen. Die Ansprechpersonen muss man sich zuerst zusammen suchen!«

 

 

Die Erwartungen

Die Matur ist endlich geschafft, nun muss der nächste Schritt muss getan werden. Dafür meldeten sich viele erst einmal an der «grossen Uni« an und das schon im April des selben Jahres. Dabei macht man sich gar keine Gedanken, was einen erwartet. Man weiss einfach: Im September beginne ich zu studieren. Doch was geht in den Köpfen der Neustudierenden eigentlich kurz vor Semesterbeginn vor?

«Meine Gedanken haben sich vor allem darum gedreht, ob und wie ich am schnellsten neue Leute kennenlerne in dieser riesigen Menge. So viele fremde Leute haben irgendwie etwas Einschüchterndes. Aber meine Gefühle waren vor allem Freude, Aufregung und natürlich ein bisschen Angst davor, welche Anforderungen an mich gestellt werden. Es wird bestimmt eine abwechslungsreiche, spannende und lehrreiche Zeit. Hoffentlich begeistern mich die Vorlesungen und hoffentlich finde ich nette Kommilitonen, die mich in meinem Unialltag begleiten.«, erzählt Laura.

Auch Xavier freut sich, neue Leute kennen zu lernen, dennoch führt er den Aspekt der Angst vor den Prüfungen aus: «Ich habe grossen Respekt vor dem Studium, nicht nur weil ich weiss, dass 60 Prozent durchfallen, sondern auch, weil ich meinen eigenen Zielen gerecht werden möchte. Nach dem Zwischenjahr werde ich mich wohl oder übel schnell wieder ans Büffeln gewöhnen müssen.«

Anaïs ergänzt: «Ein bisschen Spass neben dem Lernen, das wünsche ich mir!«

 

 

 


 

Laura Ruf(19) studiert Germanistik in Zürich
Anaïs Kaspar (21) studiert Wirtschaft in Zürich
Xavier O.* (19) studiert im Assessment Jahr an der HSG in St Gallen

 

 

* Der Name wurde auf Wunsch anonymisiert und ist der Redaktion bekannt. (1.10.2015)