Kultur | 15.10.2011

Filmrollen kreuz und quer

Text von Christian Häderli | Bilder von zvg
Das Shnit hat sich zwar zum internationalen Kurzfilmfestival gemausert. Berner Produktionen wird aber weiterhin eine Plattform geboten. In vier Programmblöcken wurden auch dieses Jahr wieder heimische Filme präsentiert. Im ersten Block der "Bärner Platte" war von tragisch bis komisch alles dabei.
Der Filmbringer im gleichnamigen Film (2011) von Martin Guggisberg.
Bild: zvg

Das “Bärner Platte 1”-Kästchen im Programmheft ist hellgrau eingefärbt. “Out of curiosity”, ist der Farblegende zu entnehmen. Will heissen: Die dort gezeigten Filme sind nicht Teil des internationalen Wettbewerbs. Der gut gefüllte Saal des Kinos City in Bern zeigte aber: das Interesse an den Berner Filmen ist vorhanden.

 

Beeindruckt hat etwa der Dokumentarfilm “Früher lebten wir ganz normal” (2010) von Roman Droux, der das Berner Alternativwohnprojekt Zaffaraya thematisiert. Das Publikum erhält einen Einblick in den Alltag einer Familie, die seit Jahren auf dem Wagendorfgelände im Neufeld lebt. Aufgefallen ist auch der fantasievoll umgesetzte Film “Der Filmbringer” (2011) von Martin Guggisberg. Die titelgebende Figur zieht Filmrollen kreuz und quer durch die Landschaft und erfreut damit die Leute zu Hause in ihren Stuben. Grandios umgesetzt ist zudem “The late night flight” (2011) von Jason Brandenberg. Das Eintreffen einer Flight Attendant in einem Flughafenhotel ist dermassen düster inszeniert, das einem angst und bang werden könnte.

 

Die genannten Beispiele zeigen eines ebenso deutlich auf wie alle anderen an jenem Abend vorgeführten Filme: Es ist beeindruckend, wie viele professionell wirkende Kurzfilme jährlich allein schon im Kanton Bern entstehen.