Gesellschaft | 05.10.2011

“Best Projektleiter Ever”

Text von Sara von Salis | Bilder von Janosch Szabo
Wir treffen Geo Taglioni vor dem Bundeshaus. Es ist die letzte Jugendsession des dynamischen Tessiners. Vier Jahre lang leitete er das Projekt, dass jährlich Hunderte von Jugendlichen für die Politik begeistert. Auch ihn selbst hat die Session vor 13 Jahren mit dem Politvirus angesteckt.
Geo Taglioni und das Bundeshaus: Die gemeinsame Zeit ist noch nicht zu Ende.
Bild: Janosch Szabo

Geo erzählt von Visionen. In seinen Augen sind sie die treibende Kraft in der Politik: “Herzblut kommt aus den Visionen, nicht aus Pragmatismus.” Was aber nicht heisst, dass Träume erreicht werden – ohne Anpassungen geht es nicht. Das hat auch er lernen müssen. Nicht alle Ideen, mit denen er vor vier Jahren angetreten ist, konnte er umsetzen. Auch die Jungen würden es noch früh genug lernen. Deswegen hat sich das Projekt für genauere Leitlinien der Anträge auch im Sand verlaufen. Jugendliche sind Visionäre, eine Kraft, die sich früh genug alleine ausbremst. Da braucht es keine Sanktionen von Aussen. Wir müssten aber an unsere Visionen erinnert werden, findet Geo. Zum Beispiel mit seinem Lieblingslied “Sogno per Vivere” von Gianna Nannini.

 

Freude und Trauer

Geo unterbricht das Gespräch. Ein Bekannter geht vorbei, nervörs, da er gleich eine kurze Rede halten muss. In perfektem Berndeutsch, mit einem leichten italienischen Einschlag, wünscht Geo ihm Glück. Es unterstreicht seine freundliche Ausstrahlung. Geo lacht oft. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nimmt er denn auch Abschied. Obwohl es seine vierte Jugendsession als Projektleiter war, sei es in diesem Jahr anstrengend gewesen. Mit der Jubiläumsausgabe hat es nämlich auch Neuerungen gegeben – einige einmalig, andere werden eventuell weitergeführt. Aber das ist nicht mehr seine Sorge.

 

Er wird der Politik aber keineswegs verloren gehen. Nach der Jugendsession geht es für ihn gleich nebenan weiter. Seinen neuen Job übt er in der Bundeskanzlei aus, als Koordinator für das Projektteam im Bereich e-Voting. Vielleicht denkt er auch wieder über eine aktive Rolle in der Politik nach. Während seiner Zeit bei der, SAJV, sagt er, stand das gar nicht zu Debatte. Es war mit seiner Rolle nicht vereinbar.

 

Die Zukunft der Jugendsession

Nun trennen sich die Wege definitiv. Grosser Dank und die Besten Wünsche kommen von beiden Seiten. Geo kann die Verantwortung an eine jüngere Generation abgeben und selbst viele Erfahrungen mitnehmen. Natürlich gibt er seinem Nachfolger auch Tipps auf den Weg: Das Wichtigste sei, die Diskussion am Leben zu erhalten. Unter den Organisatoren, in der Politik. Der “Best Projektleiter Ever” – laut seinem Abschiedsgeschenk – nimmt nun zwar seinen Hut. Doch er wird Bern erhalten bleiben, und wir von Tink.ch wünschen Geo alles Gute und viele Visionen bei seiner neuen Aufgabe.