Gesellschaft | 19.09.2011

Und wo bleibt das Visum?

Mitte September werde ich mich auf den Weg machen für die wahrscheinlichste aussergewöhnlichste Zeit meines Lebens. Neun ganze Monate, werde ich in Südafrika mein Englisch verbessern und dabei Land und Leute kennenlernen. Erste bedeutende Erkenntnisse konnte ich jedoch schon vor der Abreise sammeln.
Unterwegs nach Südafrika: Bevor es losgeht, gilt es aber noch einiges zu erledigen.
Bild: Janine Grab-Bolliger/pixelio.de

Die letzen zwei Monate hatte sich bei mir ein seltsames Ritual eingespielt. Jeden Morgen kurz nach 10.00 Uhr rief ich bei meinen Eltern zuhause an und fragte ganz nervös nach, ob das Visum schon eingetroffen sei. Der zweite Teil des Rituals war bis gestern Morgen eher ernüchternd, es kam stets dieselbe gelangweilte Antwort meiner Mutter: “Nein, noch nicht”. Gestern jedoch war ich erfolgreich. Endlich, ganze fünf Arbeitstage vor Abreise und ganze 64 Tage nachdem ich den Antrag eingereicht habe. Nach dieser ersten Erfahrung mit der Afrikanischen Kultur muss ich allen Reisebüchern und Reiseblogs zustimmen: Man ist sehr entspannt und der Spruch “komme ich nicht heute, komme ich morgen” passt wie die Faust aufs Auge.

 

Wer jedoch denkt, das Visum sei das grösste Übel, soll sich nun einmal überlegen, wie man für neun Monate Kleidung, Schuhe und Accessoires in einen Koffer packt, der nur 23 Kilo wiegen darf. Dabei ist zu beachten, dass die Koffer alleine schon zwischen drei und fünf Kilo wiegen. Also habe ich mich schlussendlich entschieden, eine Reisetasche zu nehmen, damit auch wirklich der gesamte Schokoladenvorrat seinen Platz findet. Obwohl ich mir bis heute noch nicht sicher bin, ob ein Kilo Schoggistängeli, vier Toblerone und fünf Schokoladentafeln für neun Monaten reichen und das alles in einer Reisetasche nicht eher als süsser Matsch ankommt. Es sind schon ganz komplizierte Überlegungen, die sich aufdrängen, wenn man mal so schnell für einige Monate auswandern möchte.

 

Schlussendlich hoffe ich, alles in die Reisetasche zu kriegen und meinen Flug um 7 Uhr morgens nicht zu verschlafen, um noch mehr von dieser entspannter Kultur erzählen zu können.