Kultur | 27.09.2011

Turn Me On, Goddammit

Text von Audrey Djouadi | Bilder von mymovies
Turn me on, goddammit (im Orginal: "Få meg på, for faen") enttabuisiert jugendliche Wolllust, ohne dabei vulgär zu wirken.
Ohne Tiefgang aber mit Humor: "Turn me on, goddammit"
Bild: mymovies

Die 15-jährige Alma (Helene Bergsholm) lebt in einem kleinen norwegischen Dorf namens Skoddeheimen. In mitten des behüteten Zuhauses lebt das junge Mädchen die sexuelle Neugier, verursacht von den achterbahnfahrenden Hormonen, aus. Sei dies nun anhand von Kopfkino, das zwischenzeitlich auch sehr abstrakte Szenarien abspielt, oder mit kostspieligen Anrufen bei einer Sexhotline – Alma lässt nichts unversucht, das Sexdefizit zu füllen.

 

Weg von Zuhause

Als es dann auf einer Party zu einer peinlichen Situation mit ihrem Schwarm Artur kommt, ihr niemand das geschilderte glaubt und sie zu allem Übel auch noch mithört, wie ihre Mutter sich ihretwegen schämt, beschliesst Alma auszureissen. Wohin? Nach Oslo zu ihrem grossen Vorbild Maria, der ältesten Schwester ihrer beiden Freundinnen. Dort lernt sie, dass Neugier nichts abnormales ist und findet das Selbstvertrauen, zu sich zu stehen.

 

Frisch – trotz allem

Obwohl Turn me on, goddammit sich weder durch aussergewöhnlichen Tiefgang noch durch kostspielige Spezialeffekte profiliert, überzeugt der Film mit seinem erfrischenden Humor.  Und auch der Charme der einzelnen Charaktere, die grobbetrachtet ein wenig stereotypisch erscheinen mögen (die ausgestossene Alma, die rebellische Freundin Sara, der Schulschwarm, der sich schlussendlich für die Aussenseiterin entscheidet), macht den Film zu einem einzigartigen Filmerlebniss. Amüsant, erfrischend und stets mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen.


Am Freitag, dem 30. September gibt es im Arena Filmcity die Möglichkeit, sich mit der Drehbuchautorin von Turn me on, goddammit, Jannicke Systad Jacobsen, zu unterhalten.