Kultur | 27.09.2011

The Ides of march

Text von Karolina Barczyk | Bilder von Columbia Pictures
Sie sind die ominösen Männer und Frauen im Hintergrund. Wahlkampfleiter wissen immer was zu tun ist. Fast immer zumindest.
Wer steckt hinter dem Gesicht des Präsidenten?
Bild: Columbia Pictures

Stephen Meyers (Ryan Gosling) ist ein junger Pressesprecher, der für die Wahlkampagne der Demokraten arbeitet. Mit seinem Kollegen und Mentor Paul (Philip Seymour Hoffmann) setzen beide alles daran, um den demokratischen Gouverneur Mike Morris (George Clooney) ins Rennen für die Präsidentschaftswahlen zu schicken. Doch zuerst muss die Konkurrenz im eigenen Lager beseitigt werden. Beide Parteien kämpfen mit allen Mitteln um jede Stimme in Ohio, denn wer Ohio gewinnt, gewinnt das Rennen.

 

Treffen mit Folgen

Stephens überzeugende PR Arbeit geht nicht unbemerkt an der Gegenpartei vorbei. In einem geheimen Treffen mit Duffy (Paul Giamatti), dem PR Agenten des Gegenlagers, wird ihm ein Job angeboten. Er soll ab sofort für das andere Team arbeiten. Dieses Treffen bringt jedoch böse Überraschungen mit sich und schon bald sieht sich Stephen einem politischen Skandal ausgeliefert. Von der Journalistin der «Times« wird Stephen um Stellungsnahme gebeten. Doch wie konnte so eine hochsensible Information an die Presse gelangen? Raffinierter nutzt er sein Wissen über das Verhältnis seiner Praktikantin (Even Rachel Wood) mit Mike Morris und schon bald kämpft er wieder Seite an Seite mit Mike Morris um den Präsidentenob.

 

Rollenverteilung

Der neue Politthriller von George Clooney hat es in sich. Der Zuschauer erfährt kurz und bündig in den ersten Minuten der Geschichte, wie die Rollen im Wahlkampf verteilt sind. Dazu muss man glücklicherweise keine Politik studieren. Das Tempo ist rasant und die Geschichte verliert nie an Spannung. In den Rollen glänzen Philip Seymour Hoffmann und Paul Giamatti als zwei alte Hasen im Wahlkampfbusiness. George Clooney, Even Rachel Wood und Marisa Tomei sind in den Nebenrollen zusehen. Doch Ryan Gosling trägt den Film. Er beweist einmal mehr, dass er ein ernst zunehmender Schauspieler ist und Clooney tat gut daran, ihn mit der Hauptrolle zu besetzen.

 

 

Zum Filmtitel

Der Filmtitel kommt nicht von irgendwo her. Er bezeichnet im römischen Kalender den 15. Tag des Monats. Als Julius Caesar 44 v.Chr. ermordert wurde, warnte ihn ein Wahrsager sich vor den «Iden des März« zu fürchten. Dieses Synonym bezeichnet in der heutigen Zeit ein bevorstehendes Unglück.

 

Positive Überraschung

Der Film hat mich sehr begeistert. Eigentlich  erwartete ich einen typisch komplizierten Politthriller. Trocken und ohne viel Geschehen. Es kam allerdings anders. Die Story liess sich fliessend verfolgen und man hat zu keiner Zeit den Anschluss verpasst. Die Schauspieler brillierten mit ihrer Leistung. Bei einem Haufen Top Schauspieler kann man sich schnell denken, dass jeder dem anderen die Show stehlen möchte, was ich zu keinem Zeitpunkt bei diesem Film dachte. George Clooney spielte nur eine kleine Nebenrolle im Film. Aber Ryan Gosling und Philip Seymour Hoffmann waren als Doppelpack noch besser!

Und noch eine kleine Anmerkung zur Veröffentlichung des Films: Veröffentlicht werden sollte der Film erst 2012. Aber durch die vielen Parallelen mit den Wahlkämpfen im 2012 beschloss man den Film in Oktober 2011 zu veröffentlichen. Interessant!