Kultur | 14.09.2011

Renaissance der 60er

Fünf Südstaatler aus Texas versetzten das Plaza zurück in die 60er Jahre. Für alle Freunde des Psychedelic-Rock fand am Sonntag Abend in Zürich eine kleine Renaissance einer vermeintlich ausgestorbenen Musikrichtung statt.
Retro-Promotion vor dem Plaza. Soundarchitekten bei der Arbeit. Master of Ceremony - Alex Maas.
Bild: Uwe Bieri Plattencover ihres aktuellen Albums "Phosphene Dream".

Man nähert sich dem Plaza, geht hinein. Türsteher in Anzügen. Aus dem Saal dröhnen Gitarren zuerst noch wie aus weiter Ferne, dann öffnet man die Saaltür und die Soundkulisse die vorher noch weit weg war, springt einem mitten ins Gesicht. Eingerahmt von zwei Kolibris, die zu beiden Seiten der Bühne, die Wände zieren, sind die Black Angels gerade damit beschäftigt, das Publikum zurück in die 60er Jahre zu versetzten. Alle, bei denen Bands wie Jefferson Airplane, The Doors und The 13th Floor Elevators regelmässige Endorphin-Schübe verursachen – sie wären am Sonntag Abend wahrscheinlich an einer Überdosis Glück gestorben.

 

In typischer Psychedelic-Rock Mannier errichteten die Black Angels riesige Klang- und Rhythmus-Städte über den Köpfen des begeisterten Publikums. Über ein Gerüst aus einem durchgezogenen, bis fast ins Monotone abdriftenden, hypnotisch wummernden Bass prügelte die Schlagzeugerin Stephanie Bailey eine Fassade aus tiefen, melodiös gespielten run-and-go Takten. Dies alles wurde überlagert von Synthesizer- und Gitarrenwänden sowie von Geräuschorgien und durchwebt und durchdrungen von Alex Maas eindringlicher, einsperrenden Stimme, die dem ganzen den Anstrich einer dunklen Messe verlieh. 90 Minuten dauerte diese dunkle Zeremonie und hinterliess beim Publikum einen bleibenden Eindruck. Gleichzeitig lieferten die Black Angels damit auch den Beweis, dass diese Musikrichtung nicht mit dem Ende der Flower-Power Ära und deren Drogenkonsum ausgestorben ist.

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