Politik | 02.09.2011

“Es ist egal, welche Nationalität man hat”

Text von Daria Moor | Bilder von Daria Moor
Am Freitag besprachen vierzig bis fünfzig Jugendliche, die von überall aus der Nordwestschweiz hergereist waren, politische Themen rund um die Energie und den Rassismus. Emotional wurde die Debatte, als es darum ging, wie Medien über kriminelle Ausländer berichten.
Zeno Schuhmacher leitete in Basel die engagierte Debatte zu Energie- und Rassismusfragen.
Bild: Daria Moor

Zuvorderst im Saal sassen Zeno Schuhmacher, Anna Barbara Juon und Timo Krebs, die die Gespräche leiteten und unter anderem auf viele Fragen von denen, die etwas Genaueres über ein Thema wissen wollten, Antworten gaben. Er führte zusammen mit den anderen zwei, die nicht auf dem Bild zu sehen sind, die meisten Gespräche.

 

In der Energiediskussion sprachen die Jugendlichen sie vor allem über zwei wesentliche Aspekte: Den endgültigen Atomausstieg bis 2034, wie ihm der Bundesrat bereits zugestimmt hatte, und die verstärkte Förderung erneuerbarer Energien wie Solar-, Wasser- oder Windenergie.

 

Nationalität in Medienberichten

Bei der Rassismusdiskussion hingegen erntete ein Jugendlicher von den Anwesenden besonderen Beifall, als er die Berichterstattung der Medien kritisierte: “In den Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften liest du immer, dass zum Beispiel ein Kosovo-Albaner einen Schweizer umgebracht hat. Aber es könnte genauso gut ein Franzose, Italiener, Deutscher, Chinese, Russe oder weiss der Geier wer gewesen sein.” Er sah in dieser Form der Berichterstattung eine ungleiche Behandlung von Schweizern und Nicht-Schweizern: “Ich meine nur, dass, sobald es einen Mord gab, bei dem ein Schweizer umgebracht wurde, man danach nicht alle anderen Ausländer deswegen diskriminieren sollte. Wir sind alles nur Menschen. Da ist es egal welche Hautfarbe und Nationalität man hat, denn gerade weil wir alle auf diesem Planeten leben, müssen wir einander zuhören und helfen.”

 

Die Sitzung wurde mit ein paar Sätzen von Zeno Schuhmacher beendet: “Jetzt ist es klar. Die beiden Gesprächsthemen Energie und Rassismus sind soeben nach Bern verlegt worden.” Nach dieser Erläuterung spendeten alle tosenden Beifall, denn als vorher abgestimmt wurde, waren drei Viertel im Saal dafür, diese Themen und die zugehörigen Forderungen nach Bern zu verweisen.