Gesellschaft | 14.08.2011

“Von euch wollen wir noch mehr hören”

Bereits auf der Homepage der X- Days konnte man abstimmen für die beste Band, die am Bandwettbewerb "Soundcheck" teilnahm. Mitmachen durften ausschliesslich Newcomerbands aus der Region Biel. Die Siegerband hat Stil.
Berner Rap-Team: Dopestarr&Victor (im Bild).
Bild: Raphael Moser Bezeichnen Ihre Musik als "une palette de couleur sonore où chacun pourra y trouver son bonheur": Bassist von SubDudes. Die Rocker in der Runde: Drummer von Mitch. Wärmte mit ihrer Stimme: Sängerin der Band Emmet Brown Showcase.

Letzten Samstag galt es ernst: Die vier Sieger des Onlinevotings hatten die Möglichkeit, je ein 20-minütiges Konzert an den X- Days zu geben. Nur fünf Bands hatten an der Vorausscheidung teilgenommen. Der Gewinner des Wettbewerbes durfte schliesslich am Abend 40 Minuten lang spielen.

 

Um 14 Uhr begann die erste Gruppe namens Dopestarr&Victor zu rappen. Sie versuchten mit lauter Stimme und vulgären Worten ihrem Frust über das Leben, verlorene Liebe und so weiter Ausdruck zu geben. Joel Gerber bemängelte dies. “Weniger fluchen ist mehr, man kann Frust auch rein musikalisch ausdrücken”, sagte er. Dafür lobte er die Präzision und die Bühnenpräsenz. Jurymitglied Gerber ist im OK der X-Days und besuchte ein Jahr lang eine renommierte Musikschule für Gesang in Los Angeles.

 

Die roten Hosen

Die Bühne wurde umgebaut. Dann ging es weiter im Wettbewerb. Diesmal etwas folkiger und lockerer. Die vier Giele von SubDudes fielen von Anfang an auf: alle hatten ein knallrotes Paar Röhrenjeans gesattelt. Die Kleidung ist der einzige Kritikpunkt des zweiten Jurymitglieds Alain Rüfenacht. Wie ernst er dies meinte, sei dahingestellt. “Ansonsten”, sagte er, “hat mir das Konzert sehr gefallen, der Einsatz von verschiedenen Gitarren war gut und die zweite Stimme war auch sehr schön”. Rüfenacht moderiert beim Radio Jura Bernois und stellt auf diesem Sender das Musikprogramm zusammen.

 

Es folgten Mitch, eine Pop- und Rockband aus dem Berner Jura, ebenfalls überzeugend und nicht zum ersten Mal beim Wettbewerb dabei. Jedoch fehlt ihnen immer noch das charakteristische Etwas, was sie von anderen Schweizer Pop- und Rockgruppen abhebt. Etwas Abwechslung gibt es dann bei der letzten Band Emmet Brown Case, die den Stil des Funk und Soul pflegen. Mit sechs Mitgliedern, zwei davon waren Frauen, war sie die grösste Band im Wettbewerb. Besonderes Lob gilt den Sängerinnen mit ihren wunderschönen Stimmen, die gut zur Geltung kamen.

 

Muntere Musik kam am

Der Gewinner wurde erst einige Zeit nach der Finalrunde bekannt gegeben. Die Jury machte es spannend und lobt zuerst alle Mitmacher des Wettbewerbs. Dann endlich kam es zur Rangverkündigung. Joel Gerber: “…und auf dem ersten Platz haben wir… die roten Hosen, äh, SubDudes! Von euch wollen wir wirklich noch mehr hören und warten gespannt, was ihr in eurem Konzert heute Abend bringt.”

 

Waren es doch die auffälligen roten Hosen, die SubDudes den Sieg brachten? Wahrscheinlich nicht. Sie hoben sich insgesamt deutlich ab von den anderen Teilnehmern des Wettbewerbs und waren nicht nur musikalisch besser, sondern auch was die ganze Show betraf. Sie zogen das Publikum mit ein und machten muntere Musik.