Kultur | 03.08.2011

„Verwirrung über unsere Musik“

Text von Martin Sigrist
Tink.ch traf Sebastian Pringle, den Sänger der baskisch-spanisch-britischen Crystal Fighters, am Melt Festival. Auf einem Kran in 20 Metern Höhe sprach er über Herkunft, Musik und Remixe der Band.
Sebastian Pringle im Gespräch mit Tink.ch-Reporter Martin Sigrist. Fotos: Martin Sigrist

Wie geht’s dir?

Sebastian Pringle: Ich bin aufgeregt, weil wir am Melt auf diesem grossen Bagger sind, das macht mir etwas Angst.

 

Das Festival oder die Höhe?

Das Festival ist toll, und normalerweise habe ich keine Angst vor Höhe. Hier raufzukommen hat mir dennoch ein wenig Angst gemacht. Aber jetzt ist alles gut.

 

Ihr spielt heute Nacht erst um halb drei Uhr, was hält euch bis dahin wach?

Momentan Gin and Tonic, aber wir werden in letzter Zeit öfters für späte Auftritte gebucht. Daneben gibt’s aber auch frühe Auftritte, die sind eher im Konzert-Stil. Bei unserem Stil, unserem Life-Ding, da bringen wir immer Energie und die kommt raus, egal wann wir spielen. Wenn die Leute da sind, funktioniert es meist ganz gut, auch spät.

 

Viele Leute wissen nicht, ob ihr eine britische, spanische oder baskische Band seid.

Ja, da gibt es einige Verwirrung. Unser Ursprung liegt schon in Spanien; der Grossvater eines Freundes hat alte Musik gemacht, damit wurde es auch unser Ding. Er ist jetzt tot, doch wir machen weiter. Es ist unsere Idee, mit baskischen Instrumenten und vielen Sprachen Dance-Musik zu machen. Wir versuchen, aus diesem Ursprung internationalen Sound zu machen.

 

Hast du noch Lust, eure Musik zu erklären?

Naja, es ist okay. Für uns ist ziemlich klar, was wir machen, aber das ist wohl nicht für alle so.

 

Ihr seid einfach die Band mit dem komischen Holzinstrument.

Ja genau, die sind wir. Das ist alles, was du brauchst: nur diesen einen Satz. Es ist besser, einfach einen Satz über jede Band zu haben und dann live Musik zu machen.

 

Möchtest du einen neuen Satz über euch?

Nein, ich behalte mal den, der ist gut.

 

Ich habe gehört, dass eure Shows nun etwas einfacher sind als früher.

Die Shows sind so voll wie früher. Aber wir machen neue Sachen mit dem Material vom Album, es gibt nun auch akustische Sachen. Vielleicht kann man das als einfacher bezeichnen.

 

Wenn ihr eure Show mit etwas ergänzen könntet, was wäre das?

Vielleicht eine grössere, teurere Ausrüstung fürs Licht, denn davon profitiert unsere Show. Wir haben zwar ein bisschen was, aber nicht das Budget, um es dann immer mitzunehmen. Was wir auch wollen, wäre ein zweites Album, sofort. Nein, einfach mehr Songs, aber daran arbeiten wir schon. Wir möchten die Geschichte weiterführen, die wir angefangen haben, aber auf einem anderen Level. Und das braucht momentan schon sehr viel Zeit.

 

Gibt es ein Datum für das zweite Album?

Früh im nächsten Jahr soll es fertig werden, später im Jahr veröffentlicht, vielleicht spät im 2012 oder Anfang 2013. Das ist noch ein Jahr weg, wir haben also noch genug Zeit, um uns nach dem ersten Album zu beruhigen und Gedanken zu sammeln für das zweite Album.

 

Von euren Songs gibt’s viele Remixe. Auch ihr macht viele Remixe anderer Bands.

Ja, ziemlich oft. Wir mögen Dance-Musik und wir wissen, dass wir sie nicht im klassischen Sinne machen. Unsere Musik ist eher ein Hybrid. Gleichzeitig hätten wir gerne mehr Dance-Musik. Und wir mögen die Idee, dass unsere Musik durch Remixe auf verschiedene Arten neu entsteht. Also gehen wir rum und finden Leute dafür. In der Vergangenheit gab’s ein paar schlechte, aber nun sind alle gut. Schlechtes im Internet hört sich sowieso niemand an. Aber gute Musik am richtigen Ort, auf der richtigen Seite oder dem richtigen Blog schon. Wir selber machen auch Remixe. Wir remixen selbst Musik anderer Leute, weil es eine gute Übung für uns ist. Es ist ausserdem eine gute Art, um mit der eigenen Musik zu experimentieren.