Kultur | 02.08.2011

Paléo, man muss schon sagen

Text von Jeannette Frey | Bilder von Anja Ammann
Das Paléo Festival ist einzigartig und sehr gross. Das macht es auch innerhalb Europas bekannt und beliebt. Zwei Konzerte am Donnerstag stachen besonders heraus.
Queen of Indie aus England: PJ Harvey. Mischten am Paléo alte und neue Stücke: The Strokes. Viel Getummel vor der Zeltbühne, trotz Regen.
Bild: Anja Ammann

Selbstsicher betrat sie die Bühne. Mit hohen Stiefeln, anliegenden Hosen, stilvollem Federhut kam und ganz in Schwarz kam sie daher: PJ Harvey. Ihre Fans in den vordersten Reihen schrien und pfiffen, bis sie mit der Zither zu spielen begann. Mit schlichtem Bühnenbild und ohne Show auf den Leinwänden zog sie die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, was sie verdient hat. Sie begeisterte die Zuhörer mit Songs des neuen Albums “Let England Shake”, aber ebenso mit älteren Stücken. Beeindruckend war PJ Harvey auf jeden Fall; ihre Stimme und musikalischen Fähigkeiten sind nicht zu unterschätzen!

 

New Yorker zu Besuch im “Dörfli”

Massen von Menschen standen bereits Stunden vor Konzertbeginn vor der Grande Scène um The Strokes aus New York City willkommen zu heissen. Die fünfköpfige Band liess aber auf sich warten. Mit Geschrei und Applaus versuchte man sie vergebens nach vorne zu locken. Etwas verspätet traten sie dann doch aus dem Dunkeln hervor. Einer nach dem andern lief zu seinem Platz und richtete sich ein, während Julian Casablancas, der Frontsänger und Songwriter der Gruppe, zum Publikum sprach. Er entschuldigte sich für die Verspätung und freute sich, wiedermal in “fucking nice Switzerland” zu sein und spielen zu dürfen.

 

Endlich begann er dann zu singen anstatt nur zu schwätzen: Mit “New York City Cops” eröffnete er das langersehnte Konzert. Wer von den Strokes vor allem das Debütalbum “Is this it” mag, wurde nicht enttäuscht, Hits wie “Last Nite” und “Someday” wurden alle gespielt. Aber auch die Liebhaber des neusten Albums, das erst im März dieses Jahres erschien, kamen auf ihre Kosten. Die Strokes mischten gut zwischen Alt und Neu und befriedigten somit die langjährigen und die frischen Fans.

 

Stroh gegen Schlamm

Obwohl das diesjährige Paléo Festival von Beginn weg gegen den Regen beziehungsweise gegen den Schlamm zu kämpfen hatte, war der Zeltplatz auch in der zweiten Hälfte der Woche noch funktionstüchtig. Man muss schon sagen, die Organisation des Paléo ist vorbildlich. Immer wieder wurde neues Stroh geliefert und auf dem ehemals grünen Rasen verteilt, um die Wege einigermassen begehbar zu machen. Ein Lob an alle Mitarbeiter.

 

Paléo Festival


Zum 36. Mal fand dieses Jahr das Paléo Festival in Nyon statt. Mit sechs Tagen voller Konzerte und Darbietungen auf sechs verschiedenen Bühnen, insgesamt ca. 230 000 Besucherinnen und Besuchern und mehr als 200 Ständen ist das Paléo das grösste Openairfestival der Schweiz.