Kultur | 15.08.2011

Lieder aus kleinen Emotionen

Text von Nicolas Matter | Bilder von Torvioll Jashari
Marc Sway beehrte die Bieler X-Days mit einem Konzert ohne Gage. Im Interview vor dem Auftritt verriet er, warum es nicht immer nur die grossen Worte und Werte sind, die ihn inspirieren.
Marc Sway im Gespräch mit Reporter Nicolas Matter.
Bild: Torvioll Jashari

Marc Sway, Sie sind erst seit kurzem hier, wie erleben Sie die X-Days bis jetzt?

Ich sehe hier sehr viele aktive junge Menschen, die Sport treiben. Zudem habe ich ein Sportgerät gesehen, das ich noch nie zuvor irgendwo gesehen habe, diese zwei Räder, die man einfach unter den Füssen hat, ohne irgendein Brett oder so.

 

Sieht schwierig aus, so was zu fahren…

Oh ja!

 

Woher kennen Sie die X-Days?

Ich kannte die X-Days vor der Anfrage, hier zu spielen, noch nicht.

 

Weshalb haben Sie zugesagt?

Von dem her, was ich gehört und bis jetzt gesehen habe, finde ich, dass die X-Days ein cooler Event sind, den ich gerne unterstützen will. Deshalb habe ich für einen Auftritt zugesagt.

 

Die X-Days stehen unter anderem auch für vier Grundwerte: Initiative, Kreativität, Gemeinschaft und Solidarität. Wie wichtig finden Sie diese Werte?

Es sind vier Werte, die überall eine wichtige Rolle spielen, vor allem in der Politik. Da wir in einer direkten demokratischen Gesellschaft leben, sind Werte wie Solidarität absolut notwendig.

 

Würden Sie diesen Werten noch etwas hinzufügen?

Ich denke, dass Respekt ein weiterer wichtiger Wert ist, den ich dort noch hinzufügen würde.

 

Lassen Sie solche Werte, wie eben Respekt, auch in Ihre Musik und Texte einfliessen?

Als Musiker verarbeitet man vieles, was einen persönlich berührt, man erzählt Geschichten. Das Schöne an der Musik ist, dass die Trennwand zwischen Fiktion und Realität dünn ist. Die Freiheit, aus kleinen Emotionen und kleinen Erlebnissen ein Lied zu komponieren, ist für mich als Musiker wichtig. Manchmal sind so grosse Wörter wie Respekt nicht das, was mich berührt. Aber natürlich sind auch Aspekte solcher Werte in meiner Musik zu finden.

 

Wieso machen Sie eigentlich Musik?

Musik ist wie ein Kanal, um etwas auszudrücken. Für mich ist es der Kanal, durch den ich mich am exaktesten Ausdrücken kann.

 

Wie hat Ihre Musikkarriere angefangen?

Da ich in der Schweiz keinen Plattenvertrag bekam, habe ich Demos aufgenommen und diese nach Deutschland geschickt. Dort habe ich dann 2002 einen Plattenvertrag erhalten. Musik war aber natürlich auch schon vorher, seit klein auf, immer ein Teil meines Lebens. Meine Eltern hatten beide einen musikalischen Hintergrund.

 

Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?

Es wäre zu einfach, Namen aufzuzählen. Ich wurde von so vielen Musikern und Musikrichtungen geprägt, dass es wohl eher angebracht ist, die Stile zu nennen, die meine Musik beeinflusst haben. Da meine Mutter aus Brasilien stammt, ist für mich brasilianische Musik wichtig. Dazu kommen Soul, Blues und Gospel. Es spielt alles ein bisschen zusammen.

 

Was ist das für ein Gefühl, viele Menschen mit seiner Musik erreichen zu können?

Ein tolles Gefühl. Ich teile durch die Musik meine Emotionen mit meinem Publikum und dadurch entsteht eine gewisse Beziehung. Das ist sehr cool.

 

Freuen Sie sich auf Ihren Auftritt?

Natürlich.

 

Kein Lampenfieber?

Immer weniger. Je mehr Konzerte ich gespielt habe, desto weniger nervös bin ich, bevor ich auf die Bühne gehe.