Politik | 30.08.2011

Jungpolitiker im Härtetest: Ein Vorgeschmack

Text von Luzia Tschirky
Sie haben eines gemeinsam - sie lieben das Diskutieren. Hoffentlich zumindest. Denn ansonsten wären die jungen (und junggebliebenen) Politiker am Samstag in der Altstadt von Bern am falschen Ort.
Das Buskers im Internet. - Zu sehen sind erst die Köpfe der Schlussdisskussion. Hier kann man voten: Facebook macht es möglich. Je Jungpolitikerin mit den meisten Stimmen darf zum Schluss auf die grosse Bühne.

Zum ersten Mal in diesem Jahr findet in Bern das PolitikBuskers statt. Beim Wort Buskers denkt manch einer vielleicht zuerst an Musik. Aber in diesem Fall handelt es sich um ein Strassenpolitikfestival. Jungpolitiker aus der ganzen Schweiz diskutieren in der Altstadt von Bern aktuelle Themen. Im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der Jugendsession haben sich dies die Organisatoren ganz neu einfallen lassen. Das PolitBuskers wirbt damit, die Politik zurück auf die Strasse zu bringen. Alle 50 teilnehmenden Jungpolitiker treten im Oktober für die nationalen Wahlen an. Für einige wird es am Samstag eine Feuertaufe sein in Bern.

 

Themen und Köpfe

Die Themen der Podien stehen aber durchaus auch auf den Agenden der Politiker im Bundeshaus. Energie, Migration, Verkehr und Familie. Aber auch hier greift man auf alte Worte zurück. Denn es werden Duelle angekündigt. Es darf gehofft werden, dass nur im übertragenen Sinne die Fetzen fliegen. Zuvor wird auf Facebook gekämpft und zwar für Votings. Alle jungen Politiker ringen um einen Platz in der Schlussdiskussion. Umringt von den Jüngsten aller Bundeshauspolitiker: Evi Allemann, Christian Wasserfallen und Lukas Reimann. Gemeinsam will man der Frage nachgehen, ob die Politik mehr Junge braucht.

 

Hoher Besuch und ein Preis

Durchaus heftiger diskutiert wir höchstwahrscheinlich zuvor, wenn es darum geht, wo die Schweiz sparen soll und wo nicht. Denn vom Sparen und Ausgeben sind die Jungen besonders in Zukunft betroffen. Nach dem Höhenflug des Schweizer Frankens wird auch Bundesrat Johann Schneider-Amann mit einigen kritischen Fragen rechnen dürfen. Doch noch bevor ein Mitglied der Landesregierung die Bühne betritt werden die Nominierten des Prix Jeunesse vorgestellt. Dabei handelt es sich um Parlamentarierinnen und einen Parlamentarier welche sich überdurchschnittliches für die Jugend engagieren. Nominiert sind Doris Fiala von der FDP, Jaqueline Fehr von der SP und Luc Barthassart von der CVP.

 

Zu guter Letzt

Was auffällt: Unter den Jüngsten im Bundeshaus, welche ganz am Ende der Veranstaltung mitdiskutieren, sind keine Vertreter aus der lateinischen Schweiz. Vor der Schlussrunde wird aber auf einer Bühne ganz auf Französisch diskutiert. – Wer weiss, ob dort nicht schon der nächste jüngste Nachwuchs fürs Bundehaus teilnimmt.

 

Etwas haben dann das MusikBuskers und Politbuskers dennoch gemein: C’est le ton, qui fait la musique. Ob die Musik dann am Samstag wirklich stimmt, davon kann man sich gleich selbst überzeugen. Der Eintritt ist genauso frei, wie am Musikbuskers.

 

 

Polit-Buskers


Am Samstag geht es um Samstag um 13 Uhr auf drei Bühnen gleichzeitig los. Wenn auf der grossen Bühne um 14 Uhr die Nominierten für den Prix Jeunesse vorgestellt werden und Johann Schneider-Ammann spricht, wird auf den anderen beiden Bühne nicht diskutiert. Wenn alles nach Plan läuft, endet die “Elefantenrunde” kurz nach 16:30 Uhr.