Gesellschaft | 12.07.2011

Unsere Nummer Eins

Zürich hat eine der stolzesten Bäderdichten im nationalen und internationalen Vergleich, behauptet zumindest Züri Tourismus. Unsere Autorin hat sich auf die Pirsch gemacht und die schönsten Fluss- und Seebäder auskundschaftet, ertaucht und probegesonnt. Hurra, der Sommer ist da!
Was für Aussichten! Diese Badi hat es in sich.
Bild: Sara Lisa Schäubli

Fakt ist, dass man mich die Hälfte des Sommers «am Lettä» antrifft. Und dann nicht etwa am «Obärä», da ist es viel zu szeni, sondern am Untern, in meiner kleinen, wunderschönen Oase. In meiner Lieblingsbadi, die nota bene gratis ist, gibt es drei verschiedene Entspannungsmöglichkeiten.

 

1. Der Rost: Gute Bräunungschance, bester Platz, um alle Menschen auszuchecken – aber auch verdammt heiss.

2. Das Mitteldeck: Sonne und Schatten, perfekt nach einer durchzechten Nacht.

3. Die Wiese: Sehr bequem und angenehm nah am Kiosk, jedoch auch von Kinderscharen bevölkert.

 

Das Tollste ist, auf dem handtuchschmalen Mäuerchen zwischen blauer Limmat und brauner Sihl bis zum ewz-Kraftwerk zu laufen und sich dann von dort aus nach unten treiben zu lassen bis – Achtung, Achtung – zum Rechen. Dort bitte schön Entenfüsschen machen und sanft vom Gitter abfedern. Ich persönlich habe meine Angst vor dem Rechen noch nicht so recht überwunden, habe mir das aber diesen Sommer zum Ziel genommen. Dafür bin ich eines mutigen Sommertages vor ein paar Jahren gleich drei Mal von der Eisenbahnbrücke gesprungen, das letzte Mal dafür dann auf die Nase. Unbedingt in der Mitte des Nachmittags, vor allem wenn du einen Kater hast, einen der superfeinen Gratins essen. Dienstagabends nach 20 Uhr verwandelt sich die Badi in die berühmt berüchtigte flussssbar und bis am 24. Juli kannst du dir noch einige Kinoperlen am Filmfluss anschauen.

 

Flussbad Unterer Letten: Wasserwerkstrasse 141, 8037 Zürich