Sport | 11.07.2011

Stirnband, knallbunte Klamotten und Turnschuhe

Text von Joanna Skwarek | Bilder von Thunder Thursday
Sie rennen ohne Kondition rund 134 Meter pro Minute. Sie machen mit ihrem bescheuerten Outfit auf sich aufmerksam und haben auch noch Spass dabei. "Thunder Thursday" gründen eine neue Lauftradition.
Schrill und langsam: Thunder Thursday wächst und wächst. Es geht quer durch die Luzerner Innenstadt.
Bild: Thunder Thursday

Thunder Thursday ist eine neu gegründete, etwas andere Laufgruppe in Luzern. Sechs Gründe, wieso sie eigentlich “so” – siehe Fotos – und nicht anders laufen:

 

Erstens: Die Sportkleider von Mami, Papi oder Grosi dürfen nicht von Mottengefressen werden. Falls sie schon angefressen sind, macht es auch nichts. Die Hauptsache ist, sie werden wieder gebraucht.

 

Zweitens: Donnerstagabend – Was kann man sonst Gescheites an diesem Abend machen, in der “Flimmerkiste” läuft doch nur Germany’s Top Model. Und so laufend, können sie selbst zu 70er, 80er Models werden. Für Sie gibt es an diesem Abend “nichts Schöneres”, als durchschnittlich 33 Minuten lang die Blicke aller Luzerner auf sich zu ziehen.

 

Drittens: Die richtige Motivation ist hier nicht in erster Linie, schöne Beine und einen knackigen Po zu haben oder für die optimale Fettverbrennung zu sorgen. Die Läufer von Thunder Thursday wollen etwas Bewegung, um sich wohl zu fühlen und Spass zu haben – Das ist des Laufpudels Kern.

 

Viertens: Laufen muss also lustig sein. Thursday Thunder bringt Passanten zum Lachen. Sie machen lustige Grimassen und mit ihrem schrillen Outfits rufen sie Reaktionen hervor, lautes Lachen und Teenager-Sprüche: “Hoop hoop, hammergeil, macht weiter so”. Darum machen sie weiter “so” und liefen bereits zum fünfzehnten Mal.

 

Fünftens: Sie nutzen Facebook und führen ein umfangreiches Foto- und Zahlenarchiv. Das Publikum soll Bescheid wissen, wie viele Teilnehmer bei welchem Tempo welche Zeit laufen oder welche zusätzlichen Attraktionen auf dem Wege angetroffen werden – besonders populär sind Sitzbankumrundungen.

 

Sechstens: Sie schlafen gut. Die Art sportlicher Betätigung auf ihrem Niveau mindert die Ursachen von Schlafstörungen und dies, weil sie nicht zu erschöpft ins Bett fallen. Sie laufen nicht wie wahnsinnige Spitzensportler, sie donnern zwar durch die Stadt, jedoch ganz gemütlich, wie Amateursportler auf tiefstem Niveau. Folglich lief ich auch mit der Gruppe mit und liess mich anstecken. Jetzt bin ich auch eine derjenigen, die am Donnerstag durch die Luzerner Altstadt mitten in den Abendverkauf donnert. Mitläufer sind herzlich willkommen!

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