Kultur | 18.07.2011

Her mit den Moneten für Qualität!

Die 19. Ausgabe des Blue Balls Festival in Luzern fährt wiederum mit hochkarätigen Showgrößen auf, die eine Stange Geld kosten, will man sie live sehen. Aber sie sind halt auch gut. Beispiele dieser Vorschau: Macy Gray, Erykah Badu und Ben Harper.
Wiedersehen: Erykah Badu 2008 am Blue Balls Festival.
Bild: blueballs.ch Blaue Nächte: Das Blue Balls Festival am Vierwaldstättersee. virus.ch

Wer sich im Schlamm wälzen will, kann das an einen der vielen Open Airs tun. Der Festivalsommer ist längst eingeläutet. Wer auf Schweissgeruch in der Menge, Bier aus Pappbechern und ausartende Tanzstile des Nachbars verzichten möchte und das kann, hier ein Tipp wo er hingehen kann: Ans Blue Balls Festival in Luzern. Hier trinkt man Bier aus der Flasche oder treibt ein Glas auf, kleidet sich angemessen bis elegant (keine Strohhüte) und wippt mit dem Kopf im Takt. Wohlfühlambiente par excellence. Und auch die Musik ist astrein selektiert. Da kann nichts schief gehen, oder? Hier ein paar ausgewählte Beweise.

 

Erfolgreiche Ladys

Am ersten Abend legt sich eine R&B-Lady auf hohem Niveau ins Zeug. Macy Gray hat als amerikanische Showgrösse alle To-Dos erfüllt. Grammy-Trophäe: Check. Nationalhymne im Football Stadion: Check. Bisschen Schauspiel: Check. Best-Of und Live-Album: Check. Einziger Makel: Beim Singen der Nationalhymne in der Pro Football Hall of Fame 2001, entfiel ihr kurz den Text und sie wurde von der Menge ausgebuht. Halb so schlimm wenn man später mit John Frusciante und Erykah Badu an seiner nächsten Single arbeiten darf. Und 15 Millionen Alben verkauft. Allseits bekannt ist der Hit “I Try” von ihr, der sie bestimmt auch am kommenden Freitag im Luzerner Saal zum Besten gibt. Vorausgesetzt sie erinnert sich an die Songzeilen. Das Publikum unterstützt sie hier sicher gerne.

 

 

Zwei Tage später bluest ein weiteres musikalisches Schwergewicht aus Amerika auf der Bühne im Luzerner Saal los. Ein Wiedersehen mit Erykah Badu, die schon 2008 das Festival mit einem Liveauftritt beehrte und da auch von den Plakaten des Blue Balls Festival blickte, als gehöre ihr die Welt. Auch wenn sie diesen Job dem australischen Popkindchen Lenka überlassen musste: Viel Soul ist zu erwarten. Wem noch unbekannt und sich zuvor überzeugen lassen möchte, dem ist ihr Album “Live” aus dem Jahre 1997 zu empfehlen. Das hört sich in einem Guss durch und offenbart das Talent der Lady in seinem Spektrum.

 

Die Mischung macht’s

Ben Harper ist immer wieder für eine Überraschung gut. Mal stürmt er die portugiesische Hitparade mit der brasilianischen Sängerin Vanessa da Mata, dann spielt er für Jack Johnson Gitarre und gründet allenthalben wieder eine neue Band mit klangvollen Namen: The Innocent Criminals, The Relentless 7 oder Fistful of Mercy. Und was dabei rauskommt, offenbart seine musikalischen Qualitäten. Kann er sich nicht entscheiden, ob er das Wüstenkind raushängen lässt und ins Mikro röhrt oder mit Kopfstimme dahinsäuselt, dann macht er eben beides. So entstand 2006 auch “Both Sides of Gun”, eine Scheibe schwarz und eine weiß, je nachdem wie die eigene Stimmung schwankt. Sein neustes Album “Give Till It’s Gone” ist bei uns Mitte Mai erschienen. Wiederum eine Mischung aus tanzbarem Rock und Nummern zum Schmusen. Abwarten was er live am 28. Juli in Luzern präsentiert.

 

 

Noch ein Gratistipp: Wer es sich nicht leisten kann, schlendert jeweils ab Mittag auf dem KKL Areal über den Markt. Die Bazarstände bitten Tücher, Hüte, Schmuck und Sonnenbrillen feil. Vielleicht muss ein Pärchen früher heim, weil noch die Kinder abholen oder lieber ihre Zweisamkeit geniessen. So kam ich auf jeden Fall 2009 in den Besitz von zwei Tickets für Seal. Nun hoffe man, dass du entweder mit Glück oder Geld gesegnet und mit dabei bist, wenn in Luzern die blauen Bälle purzeln.

 

 


Info

Das Blue Balls Festival findet vom 22. bis 30. Juli in Luzern statt. Macy Gray tritt am Freitag, 22. Juli auf, Erykah Badu am Sonntag, 24. Juli und Ben Harper am Donnerstag, 28. Juli. Alle Konzerte finden ab 20.30 Uhr im KKL, Luzerner Saal statt. Eintritte je ab 75 – 95 Franken.

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