Kultur | 11.07.2011

Festkonzert in der St. Galler Kathedrale

Am zweitletzten Tag der diesjährigen St. Galler Festspiele führte das Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Ariel Zuckermann den "Lobgesang" von Felix Mendelssohn auf. Die Solosänger und der Chor überzeugten mit einer guten Textverständlichkeit.
Balance gefunden: Chor und Orchester kamen mit den prächtigen, aber schwierigen Verhältnissen in der Kathedrale gut zurecht.
Bild: St. Galler Festspiele.

Kaum hatte man die Kathedrale betreten, hörte man bereits das Orchester beim Einspielen. Kurze Zeit später erschien auch der Chor, bestehend aus dem Theater Chor St. Gallen und dem Prager Philharmonischen Chor. Orchesterleiter Ariel Zuckermann, der in Israel geboren wurde und in Stockholm Musik studierte, dirigierte das Festkonzert. Das Hornsolo zu Beginn des ersten instrumentalen Satzes, welches das Hauptthema der ganzen Sinfonie vorgab, tönte sehr festlich. Die Klangverhältnisse in der Kathedrale, der grosse Hall, erforderten hohe Präzision um den optimalen Ausgleich zwischen Orchester und Chor zu erreichen, welcher meist gut getroffen wurde. Im ersten Satz der Sinfonie spielte nur das Orchester, bevor der Chor zum Zuge kam.

 

Höhepunkt mit Gesang

Nach dem leisen Anfang des zweiten Satzes stimmte der Chor mit in die Musik ein. Man verstand den gesungenen Textes ausserordentlich gut. Der Chor intonierte sehr sauber und sorgte somit für ein ausgewogenes und klares Klangbild. Anicio Zorzi Giustiniani und Simone Riksman sangen abwechslungsweise ihre Soli zur Orchestermusik mit viel Gefühl und Überzeugung. Der Höhepunkt im letzten Drittel des Konzertes begann mit einem kurzen Sopransolo, mit darauffolgenden kräftigen Paukenwirbeln und dem vollen Einsatz des Chores und Orchesters. Die Spannung des Höhepunkts hielt bis zum Schluss an. Der letzte Ton des Werkes hallte in der riesigen Kathedrale noch etwas nach. Nach einer kurzen Stille applaudierten die Besucher des Konzerts kräftig. Das Festkonzert war ein schönes Klangerlebnis, das sich zu hören lohnte. Es stellte einen würdigen musikalischen Abschluss der St. Galler Festspiele dar.