Kultur | 12.06.2011

Nichts Neues aus Amerika

Text von Jeannette Frey
«Codes and Keys" nennt sich das neue, 7. Album der amerikanischen Indierockband Death Cab for Cutie. Es fehlt das berühmte "Salz in der Suppe".
2003 schafften sie den Durchbruch in Europa: Death Cab for Cutie.

Weich wie Butter und fein wie Sand schmilzt und zerstäubt die Musik in den Ohren ihrer Hörer. Dies dank des sanften Pianospiels, welches sich durch die meisten Lieder auf “Codes and Keys” zieht. Die dadurch ausgelöste Traurigkeit ist nichts Neues bei Death Cab, wie sie abgekürzt auch genannt werden.

 

Stimmung klingt ab

Seit ihrer Gründung 1997 hört man von der Band aus dem Hause des Labels Atlantic Records (bei dem etwa auch James Blunt, Lenny Kravitz, Phil Collins oder Pendulum unter Vertrag sind) fast nur melancholische Melodien mit Auf und Abs. Auch auf dem neuesten Album sind die Lieder unterschiedlich gestaltet, jedoch nicht allzu abwechslungsreich. Der Opener “Home Is A Fire” gefällt mit dem schnellen Rhythmus von Anfang an, doch schon der dritte Song “Some Boys” langweilt. “Doors Unlocked And Open” und “You Are A Tourist” hingegen sind wieder rockig und lassen hinhören. Trotzdem überzeugen auch diese Lieder nicht vollumfänglich. Und der Rest der CD sind Wiederholungen, welche mit der Zeit öde wirken.

 

Musik für Vampirromanze

Dem Album fehlt der frische Wind wie das Salz in der Suppe. Insgesamt klingt “Codes and Keys” zwar symphonisch, aber trocken. Man hätte etwas mehr Fleisch an den Songs erwartet. Dass Death Cab schöne Musik machen, weiss man ja bereits. Etwas Neues, etwas Spannendes forderten die Fans. Einigen gefällt das neue Album trotzdem sehr gut, sie vergleichen es sogar mit “Transatlanticism”, ihrem Lieblingsalbum der Death Cabs, welches 2003 erschien und der Band zum Durchbruch in Europa verhalf. Andere jedoch finden “Codes and Keys” nicht annähernd so gut.

 

Es ist wohl Gemütssache. Denn einig ist man sich bei der Hintergrundmusik: Für die Serien “The O.C.” und “How I Met Your Mother” sowie die Verfilmung der Vampirromanze “New Moon – Bis(s) zur Morgenstunde” haben Death Cab for Cutie Hintergrundmusik geschrieben. Was wunderbar passt, können doch sowohl Musik als auch Serien und Film bei den Hörern Emotionen auslösen. Wenn auch oft traurige.