Kultur | 28.06.2011

Melt! Melting! Melted!

Erfreuliche Nachrichten: Es melted wieder sehr! Und wer dieses Jahr nicht Teil des Meltings sein kann, wird wohl nächstes Jahr ans Melt gehen müssen. Denn, dies die weniger erfreuliche Nachricht: Das Festival für elektronische Musik am 15. - 17. Juli ist schon längst ausverkauft.
Musik zwischen Stahlmonstern.
Bild: Martin Sigrist

Auch diesen Sommer werden überdimensionale Discokugeln poliert und an die Bagger von Ferropolis montiert. Ferropolis, die Stadt aus Eisen, welche noch bis zur Deutschen Einheit als Tagebauwerk der Kohlegewinnung diente. Spätestens wenn die alten Baumaschinen in allen Farben mit den Lasershows um die Wette strahlen und im Takt der Musik glitzern, werden die Freunde der elektronischen Musik und alle verkappten Industrieromantiker dahin schmelzen. Tink.ch ist dieses Jahr wieder mit von der Partie.

 

Irgendwo zwischen Berlin und Leipzig

In der “Szene” hat das elektronische Festival Melt etwas an gutem Ruf eingebüsst. Es sei schrecklich kommerziell geworden. Okay, kommerziell ist es, unbestritten. Doch wer da war, will wieder hin. Wieder und wieder! Die Kritik scheint von jenen zu kommen, die noch nie da waren, am Melt in Gräfenhainichen. Gräfen-wieviel? Ja, genau irgendwo im Nirgendwo und dennoch zwischen Berlin und Leipzig strategisch sehr zentral gelegen, so dass wieder 20’000 trendige Tanzwillige nicht nur wegen der Musik nach Ferropolis strömen.

 

Meltianer-Camp

In Scharen strömen die Meltianer nach Gräfen-was-auch-immer und besiedeln drei oder vier Tage die Wiese am Baggersee unweit des Festivalgeländes. Die Zeltstadt wird immer organisierter, denn mittlerweile dürfen nur noch Festivalbesucher im eingehegten Revier campieren. Wild ein dreckiges Geschäft abwickeln geht nicht mehr, dafür stehen nun neben kostenpflichtigen WC-Anlagen auch kostenlose Toitois auf dem Gelände. Der Zeltplatz wird meist schon am Donnerstagabend neben der Melt Pre-Party zum Partyareal erklärt. Am Freitagnachmittag geht’s dann offiziell los und es wird feuchtfröhlich, jedoch perfekt gestylt Richtung Bühnen und Floors gepilgert.

 

Dieses Jahr werden am Melt Acts erwartet wie Everything Everything, We Have Band, Metronomy (mal sehen, ob sie kommen) und Pulp. Daneben Stammgäste wie Ellen Allien, Digitalism und Boys Noize. Kein Mitleid gebührt all jenen, die auch mal dahin wollen um dann doch nie zu gehen. Kein Video auf Youtube kann die Stimmung am Melt rüberbringen. Keine Melt-Hymne, keine Melt-Compilation bringt es musikalisch auf den Punkt. Es ist eben das Verschmelzen von saumässig guter Musik mit einem schauderhaft schönen Ort, welche immer wieder Endorphine freisetzt.

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