Politik | 13.06.2011

Der Wahlkampf hat begonnen

Gut vier Monate bevor die Schweiz ein neues Parlament wählt, präsentieren sich die St. Galler Ständeratskandidaten erstmals an einer Podiumsdiskussion. Die Positionen der fünf Politiker könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie alle sind schweizweit bestens bekannt.
Die Positionen der Kandidaten könnten nicht weiter auseinanderliegen.
Bild: Benjamin Schlegel.

Am Podium nahmen die Ständeratskandidaten Paul Rechsteiner, Eugen David, Karin Keller-Sutter und Toni Brunner teil. Yvonne Gilli musste kurzfristig absagen; sie musste an einer Sitzung der UNO in New York teilnehmen. Alle anwesenden Kandidaten sind national bekannt. Es wird ein spannender Wahlkampf mit unvorhersehbarem Ausgang. In viereinhalb Monaten werden wir vielleicht mehr wissen, vermutlich wird aber erst nach dem 2. Wahlgang am 27. November klar sein, wer den Kanton St. Gallen im Stöckli in Bern vertreten wird.

 

Paul Rechsteiner (SP) ist Gewerkschaftspräsident. Er ist mit 25 Jahren im Parlament der amtsälteste Nationalrat in Bern. Trotzdem ist er noch nicht müde. Zuerst konnte er sich eine Wahl für den Ständerat gar nicht vorstellen. Die momentane Situation verlange aber einen Wechsel in Bern. Deshalb wolle er fürs Stöckli kandidieren. Er setzt sich ein für einen Mindestlohn und für den Ausstieg aus der Atomenergie.

 

Eugen David (CVP) ist im Moment einer der einflussreichsten Politiker der Ostschweiz in Bern. 1999 wurde er in den Nationalrat gewählt. Ihm ist es wichtig, dass die Wirtschaft gestärkt wird. Für ihn ist auch ein Stopp des Teurungsausgleichs bei der AHV ein Muss, damit auch die 25-Jährigen noch von der AHV profitieren können. Für ihn bildet der Ständerat einen wichtigen Gegenpol zum Nationalrat. Er ist seit dem Unfall in Japan für den Atomausstieg. Vorher bereitete ihm nur der atomare Abfall sorgen.

 

Karin Keller-Sutter (FDP) war im letzten Herbst noch Bundesratskandidatin. Sie ist seit 2000 Regierungsrätin in St. Gallen und bekannt für ihr hartes Durchgreifen gegen Fussballhooligans. Sie findet, dass sie nach 11 Jahren als Vertreterin der Kantone nach aussen einen wichtigen Beitrag leisten könnte. Ihr ist die Stärkung der Wirtschaft wichtig. Sie findet, dass es noch zu früh ist aus dem Atomenergie auszusteigen, bevor man alles genau geplant hat.

 

Toni Brunner (SVP) ist Präsident der SVP Schweiz. 1995 wurde er mit 21 Jahren in den Ständerat gewählt. Er ist der einzige Kandidat, der langfristig an der Atomenergie festhalten will. Er will durch seine Wahl die Wirtschaft stärken. Seiner Meinung nach läuft im Ständerat wegen den Mitteparteien zu wenig.

 

Yvonne Gilli (Grüne) ist Nationalräten seit 2007. Für sie ist es wichtig, dass das Bahnnetz in St. Gallen gestärkt wird. Der Kanton St. Gallen solle mehr in erneuerbare Energien investieren. Es sei wichtig, dass Bern die Kantone hier stärker unterstütze und die Rahmenbedingungen für den Umstieg festlege.