Streit um das Untergymnasium

Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse in der Gemeinde Köniz haben die Wahl: Entweder besuchen sie die Oberstufe, also die 7. und 8. Klasse, an einer Schule oder – bei ausreichend guten Noten – direkt am Gymnasium  in  einer speziellen Unterstufe. Das sogenannte Untergymnasium ist ein Unikum im Kanton Bern. Normalerweise wird die Quarta (9. Schuljahr) in der eigenen Gemeinde besucht und erst ab Tertia in ein Gymnasium gewechselt, oder aber die Quarta ist bereits im Gymnasium integriert. Im Rahmen eines Stabilisierungsprogrammes, welches die Finanzen von 2012 bis 2016 sichern soll, hat der Gemeinderat im März beschlossen, dieses Untergymnasium zu schliessen und somit jährlich 100’000 Franken einzusparen, welche alleine schon nur für die Infrastruktur ausgegeben werden.

 

Das Thema betrifft und interessiert die Schülerinnen und Schüler aus Köniz. Das Jugendparlament Köniz (Jupa) führte deshalb letzte Woche eine Podiumsdiskussion durch, um sich eine Meinung bilden zu können. Dazu eingeladen waren der Gemeindeparlamentarier der SP Köniz, Christoph Salzmann, sowie Franziska Keller, Fraktionspräsidentin BDP Köniz, sowie Sandra Medici, Leiterin der Unterstufe des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt.

 

Sparen steht im Hintergrund

Gemeindeparlamentarier Salzmann stellte gleich zu Beginn klar, dass es sich hierbei nicht nur um eine finanzpolitische Angelegenheit handle, sondern auch um eine bildungspolitische. Er sehe die Vorteile ganz klar in einer homogenen Klasse, wo „schwächere und stärkere“ Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden würden und sich gegenseitig helfen könnten. Unterstufenleiterin Medici hingegen betonte das lernfreundliche Klima am Gymnasium Köniz-Lerbermatt, in welchem die Schüler sich besser auf das Lernen konzentrieren könnten und nicht dauernd als “Streber” beschimpft würden. Nach Ansicht der Gemeindeparlamentarierin Keller spielt die Wahlfreiheit der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle: Sie sollten selber entscheiden dürfen, so Keller, ob sie in einer Oberstufe oder am Untergymnasium Köniz-Lerbermatt die 7. und 8. Klasse absolvieren wollten.

 

Was wollen die Jugendlichen?

Durch die angeregte und engagierte Podiumsdiskussion konnte sich das Jugendparlament Köniz auf eine sachliche und informative Grundlage für seine Entscheidungsfindung stützen. Schlussendlich fanden die Argumente der Unterstufen-Befürworter beim Jupa mehr Anklang. Das Jupa sehe bei den Jugendlichen eine grosse Nachfrage nach einem “Untergymer” – das Angebot solle somit beibehalten werden, befand der Vorstand der Jupa. Der Spareffekt von 100’000 Franken pro Jahr sei zu gering, um einen solchen Entschluss zu rechtfertigen. Ausserdem solle die Auswahlfreiheit beibehalten werden.

 

Dieses Thema ist für die Könizerinnen und Könizer im Übrigen nicht neu. Bereits im Mai 2000 stimmte die Gemeinde Köniz über die Schliessung der Unterstufe des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt ab – und war dagegen. Zehn Jahre danach stösst diese Forderung immer noch auf harte Kritik, Grund weshalb es möglich ist, dass der Gemeinderat den Beschluss von sich aus zurückzieht bevor es zu einer erneuten Abstimmung kommen kann. Momentan sind die Diskussionen noch im Gange.

Wipkingen spielt auf

Tink.ch: Was wünscht du dir für das diesjährige Openair Wipkingen?

 

Timo Crivelli: Oh, vieles. Zum einen eine riesige Menge Leute, so viele, dass ich gar nicht mehr durchkomme. Dann so viel Umsatz, dass wir Reserve haben für das nächste Openair. Ausserdem wünsche ich mir natürlich, dass alles friedlich abläuft und nichts Dummes passiert.

 

Auf welche Band bist du am meisten gespannt?

Auf Electrik Gossip und i-punkt, weil mir beide noch relativ unbekannt sind.

 

Wie ist die Stimmung jetzt, um sechs Uhr abends?

Es hatte noch nie so viele Leute um diese Uhrzeit wie jetzt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die vielen lokalen Bands all ihre Freunde mitgeschleppt haben. (lacht)

 

 

Hier kam das Interview zu einem abrupten Halt, da die Autorin hinter die Bar arbeiten gehen musste und dort auch die nächsten Stunden nicht weg kam, da die durstigen Openairbesucher nicht genug bekommen konnten. Doch auch von dort aus hörte sie die Bands. Sei es die soulige Stimme der Frontsängerin von ‘Looking for Alice’, der Power von ‘i-punkt’ oder die tanzbaren Beats von ‘Le Dompteur’. Sie sah Timo erst um 2.00 Uhr morgens wieder und wollte ihm noch ein Schlusswort abringen. Dies bekam sie in Form einer taumelnden Umarmung und den Worten «Es war genial. Absolut übertrieben genial. Und jetzt ist es fertig. Halleluja. Danke, danke, danke und bis zum nächsten Mal!»

Jugend in die Politik

Das Konferenzzimmer 301 im Bundeshaus war wohl selten voll von so vielen jungen Gesichtern. Um 13:30 Uhr am letzten Samstag eröffnete Nicola Jorio eine Veranstaltung unter dem Titel “Parlamentarischer Frühling – Für eine ausgewogene Generationenvertretung im Bundeshaus”.

 

Nicola Jorio ist Co-Präsident des Dachverbandes der Schweizerischen Jugendparlamente (DSJ). DSJ hat sich gemeinsam mit weiteren Jungorganisationen, unter ihnen die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), zum Ziel gesetzt, den Wähleranteil der Bevölkerung zwischen 18 und 30 Jahren von 35 auf 40 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der DSJ am letzten Samstag die Plattform “easy-vote.ch” lanciert. 45’000 zusätzliche junge Wählerinnen und Wähler sollen dadurch überzeugt werden. Mithilfe der Internetseite von easy-vote können junge Menschen ihr Wahlversprechen abgeben, sich über die Wahlen erkundigen, schauen, wen Freunde und Prominente wählen und selber Freunde mobilisieren. Dabei werden auch Kanäle wie Facebook, Twitter und Applikationen auf den Smartphones genutzt.

 

Jugendbonus?

Die Nationalrätin Evi Allemann (SP) sprach über ihre Zeit als jüngste Politikerin im Nationalrat. Der Bonus, als junge Frau im Parlament zu sein, hielt nicht lange an, verriet sie. Nur das Jungsein reiche nicht. Junge würden eher noch mit Vorurteilen konfrontiert: “Mit dem Vorurteil, dass Jungpolitiker spiessig sind und kein soziales Leben haben, müssen die Jungen kämpfen.” Auch wenn Allemann mit 32 Jahren keine Jungpolitikerin im eigentlichen Sinne mehr ist, betonte sie, dass die Jungen auf ihre Unterstützung zählen könnten.

 

Die anwesenden Kandidierenden waren froh über die praktischen Tipps der ebenfalls kandidierenden Redner. Eifrig notierten viele, wie man am Besten auffällt und in die Medien kommt, wie man sich Geld beschafft oder wie man ein Wahlkampfteam um sich ringt. Nadine Masshardt (SP) war bereits vor vier Jahren Nationalratskandidatin, ihr ist wichtig, dass “Nationalratskandidaten sich überlegen, weshalb man überhaupt kandidiert, diese Frage scheint vielleicht absurd. Dennoch müssen sie sich alle Kandidierenden stellen, denn Ziel und Wille sind zentral.” Anita Borer kandidiert für die SVP Zürich, sie ist 25 Jahre alt und regte die Anwesenden mit ungewöhnlichen Tipps an: “Ich finde es essentiell wichtig, dass der Gesamtauftritt stimmt, das heisst sich auch passend anzuziehen.”

 

Mut für den Wahlkampf

Alle Referenten betonten, dass jetzt dringend mehr Jugend in die Parlamente müsse. Lukas Dolder, der beim Sozialforschungsinstitut gfs.bern für die Jugendforschung verantwortlich ist, machte den Jungen Mut: “Ich spüre bei euch eine Leidenschaft. Ihr habt viel zu gewinnen und wenig zu verlieren.” Auch er gab den jungen Kandidierenden Tips für ihren Wahlkampf und ihre allfällige Politkarriere. Möglichst breit sollen sie die neuen Medien nutzen, ihr Gesicht wann immer möglich präsentieren.

 

Nicole Cornu Präsidentin von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) fasste zum Schluss alle Referate und die anschliessende Diskussion zusammen. Sie endete mit dem Wunsch, dass “im Wahlherbst der parlamentarische Frühling Einzug hält”. Beim anschliessenden Apéro wurden weiterführende Gespräche geführt. Nicht ganz jugendgerecht wurde Wein serviert, ganz wie bei den älteren Politikern. Schliesslich wollen sich die Jungen daran gewöhnen, in Bern ihr Cüpli zu trinken.

 

Links

Neue Töne im Napfgebiet

Zum ersten Mal findet vom 7. bis 10. Juli in Huttwil das Open Sky Festival statt. Schon im Voraus schafften es die Veranstalter, mit unvergleichbar günstigen Ticketaktionen auf sich aufmerksam zu machen. Allen voran der zurzeit in Verlängerung angebotene “Open Sky Pass mit Wettergarantie”: Ja, die Veranstalter versprechen ihren Besuchern wahrhaftig, dass sie ab dem zweiten Tag Regen täglich einen Anteil ihres Tickets zurückbezahlt bekommen. So etwas hat sich vermutlich noch kein Openair Veranstalter vorher getraut.

 

Schweizer Chartstürmer

Aber genug geredet von Regen und schlechtem Wetter, denn auch das Programm des Festivals muss sich nicht verstecken. Schweizer Bands bestimmen mit grosser Mehrheit die Liste der Künstler, denn ausländische Bands lassen sich beim Open Sky Festival an einer Hand abzählen. Doch das heisst noch lange nichts schlechtes, wenn auf dem Programm Namen wie Stefanie Heinzmann, Caroline Chevin, Adrian Stern, Steff La Cheffe, 77 Bombay Street oder Tinkabelle stehen. Beinahe alle Schweizer Künstler, die aktuell die Charts beherrschen, hat das Festival für sich gewinnen können.

 

Man darf gespannt sein und hoffen, dass bei der Feuerprobe auch organisatorisch alles einwandfrei laufen wird – denn was das Programm angeht, könnte man meinen, das Open Sky hätte sich seinen festen Platz im Festivalsommer schon längst verdient.

Links

Sursee im Banne der Musik

 

Lange ging es auf dem Zirkusplatz in Sursee gemächlich zu und her. Rund die Hälfte aller Zuschauer verbrachte die Zeit bis nach dem Auftritt von The Straits im hinteren Bereich der Anlage auf Festbänken und vor Verpflegungsständen. Mag sein, dass der Grund dafür der kurze, aber heftige Regenguss gleich nach Geländeöffnung war, nichtsdestotrotz war die Stimmung durchwegs locker und gemütlich. Nach 20 Jahren Bühnenabstinenz haben sich drei Mitglieder der Dire Straits mit anderen Musikern zusammengeschlossen und betreten nun als The Straits die Bühnen dieser Welt. Ihr Hauptziel, die Musik von Dire Straits wieder unter die Leute zu bringen, ist ihnen an diesem Abend absolut gelungen. Vor allem die älteren Besucher schwenkten begeistert ihre Hüften zur Musik von The Straits.

 

Ein Duett mit Roger

Um 21.45 Uhr gehörte die Bühne dann voll und ganz Anastacia und ihrer Band. Man darf wirklich behaupten, dass die quirlige Amerikanerin eine treue Fangemeinde besitzt. Unter den Zuschauern befanden sich Fans aus Italien, Deutschland und Amerika, die extra für das Konzert nach Sursee reisten. Anastacia zeigt sich dann auch bester Laune und volksnah. Für ein Duett von “Paid my dues” lud sie Roger aus Zofingen auf die Bühne ein. Sein Mikrofon war zwar ausgeschaltet, seine Hüfte dafür umso beweglicher. Wie ein Latin Lover umgarnte er die Sängerin und wurde dafür vom Publikum mit einem tosenden Applaus gefeiert. Keiner ihrer grossen Hits fehlte an diesem Abend und das Publikum dankte es ihr mit einer grandiosen Stimmung. Auch die moderne Technik nutzte Anastacia während ihrem Auftritt voll und ganz aus. Ein Foto, welches Sie mit ihrem Handy vom Publikum machte, wurde noch während der Show live auf ihrem Twitterkanal veröffentlicht. So konnten Fans auf der ganzen Welt das schöne Ambiente und die gute Stimmung auf dem Zirkusplatz bestaunen.

 

Fazit: Ein toller Konzertabend mit einem gemütlichen Warm-up von The Straits und einem überzeugenden Auftritt einer kleinen Amerikanerin mit unverkennbarer Stimme.

Swapping statt Shopping

Das Prinzip ist einfach. Gut erhaltene Kleidungsstücke, welchen die Besitzer nicht mehr tragen wollten, konnten i m Unternehmen Mitte gratis abgegeben werden. Ein organisiertes Team kümmerte sich um deren Verteilung – denn es war keine Wühltischatmosphäre erwünscht, sondern ein geordnetes Aufhängen nach Grösse und Geschlecht (ja, es waren auch ein paar männliche Besucher da). Nach Abgabe alter Kleiderlasten durften sich die Tauschwütigen ins Vergnügen stürzen und sich nach Lust und Laune bedienen. In hergerichteten Umkleidekabinen, Spiegeln oder Gesichtsausdrücken der Umstehenden erkannte man und frau, ob das neugetauschte Stöffchen passt oder nicht. Traf letzteres zu, standen einem diverse Modedesignerinnen zur Seite und änderten die Kleider ab. Experimentierfreudige durften ihre Fundstücke gegen einen geringen Betrag auch bedrucken lassen. Klingt doch nach Ordnung und Harmonie.

 

Stimmen

Die 19-jährige Gymnasiastin Lara hat ein T-Shirt gefunden und meinte: „Die Idee finde ich super. Es ist eine coole Sache, aber es ist ein bisschen stürmisch, wie die Leute da alle drauf losgehen.“ Danja, 31 Jahre alt, Comic-Zeichnerin und stolze Besitzerin von neuen-alten Röcken lobte die Idee, aber empfand die Stimmung als hektisch und teilweise gierig.

 

In der Tat war Hektik trotz guter Organisation unvermeidbar. Mit wachsamen Blicken rasten viele durch den Walk-in Closet, der durch die wachsende Besucheranzahl zu schrumpfen schien. „Dr Schnäller isch dr Gschwinder“ war das Motto und es artete doch auch in Hamsteranhäufungen aus, was mich fragen liess, ob der Gedanke vom sensibilisierten Kleiderkonsum überhaupt ankam. In Medienmeldungen wurde der Umweltgedanke von Walk-in Closet zwar proklamiert, vor Ort lagen Prospekte und Info-Heftchen über Kleiderfirmen im Vergleich ausgelegt und wurden verteilt. An der Börse selbst hätte es gerne noch mehr Informationen über den nachhaltigen Kleiderkonsum geben dürfen.

 

Ursprung

Die Kleidertauschbörse war der dritte Teil des Projektes, welches Jennifer Perez von Infoklick.ch, der Kinder- und Jugendförderung Schweiz, geleitet hat. Zuvor hatten sie und ihre Teamkolleginnen Aicha und Jensy mit dem Wettbewerb “Dein Statement zählt” Jugendliche angespornt, sich über den Kleiderkonsum zu informieren, dazu Stellung zu nehmen und sich künstlerisch auszudrücken. Anschliessend wurden am Fair-Fashion-Nachmittag die Wettbewerbsgewinner gekürt und ein Film zum Thema vorgeführt. Die Kleidertauschbörse sollte nun ein grösseres Publikum erreichen, der Reflexion des eigenen Kauf- und Wegwerfverhaltens dienen und neue, alte Kleider weg vom verstaubten Secondhand-Image bringen.

 

Aussicht

Die Kleiderswapper kamen zahlreich und das Beispiel des 24-jährigen Studenten Florian lässt hoffen: Er sei kein Flohmi- oder Brockigänger und käme erstmals durch Walk-in Closet mit den neuen alten Kleidern in Kontakt. Dementsprechend erstaunt war er, an der Börse ein Paar auf Anhieb passende Jeans zu finden. Weitere Besuche solcher Kleidertauschbörsen könne er sich durchaus vorstellen.

 

Solche Projekte zeigen, dass das Samstagsshopping künftig ohne schwedisches Modehaus, dafür mit mehr Kleidertauschbörsen und Flohmarktbesuchen sehr gut an- und auskommt. Wiederholungen der Kleidertauschbörse sind definitiv erwünscht.

Melt! Melting! Melted!

Auch diesen Sommer werden überdimensionale Discokugeln poliert und an die Bagger von Ferropolis montiert. Ferropolis, die Stadt aus Eisen, welche noch bis zur Deutschen Einheit als Tagebauwerk der Kohlegewinnung diente. Spätestens wenn die alten Baumaschinen in allen Farben mit den Lasershows um die Wette strahlen und im Takt der Musik glitzern, werden die Freunde der elektronischen Musik und alle verkappten Industrieromantiker dahin schmelzen. Tink.ch ist dieses Jahr wieder mit von der Partie.

 

Irgendwo zwischen Berlin und Leipzig

In der “Szene” hat das elektronische Festival Melt etwas an gutem Ruf eingebüsst. Es sei schrecklich kommerziell geworden. Okay, kommerziell ist es, unbestritten. Doch wer da war, will wieder hin. Wieder und wieder! Die Kritik scheint von jenen zu kommen, die noch nie da waren, am Melt in Gräfenhainichen. Gräfen-wieviel? Ja, genau irgendwo im Nirgendwo und dennoch zwischen Berlin und Leipzig strategisch sehr zentral gelegen, so dass wieder 20’000 trendige Tanzwillige nicht nur wegen der Musik nach Ferropolis strömen.

 

Meltianer-Camp

In Scharen strömen die Meltianer nach Gräfen-was-auch-immer und besiedeln drei oder vier Tage die Wiese am Baggersee unweit des Festivalgeländes. Die Zeltstadt wird immer organisierter, denn mittlerweile dürfen nur noch Festivalbesucher im eingehegten Revier campieren. Wild ein dreckiges Geschäft abwickeln geht nicht mehr, dafür stehen nun neben kostenpflichtigen WC-Anlagen auch kostenlose Toitois auf dem Gelände. Der Zeltplatz wird meist schon am Donnerstagabend neben der Melt Pre-Party zum Partyareal erklärt. Am Freitagnachmittag geht’s dann offiziell los und es wird feuchtfröhlich, jedoch perfekt gestylt Richtung Bühnen und Floors gepilgert.

 

Dieses Jahr werden am Melt Acts erwartet wie Everything Everything, We Have Band, Metronomy (mal sehen, ob sie kommen) und Pulp. Daneben Stammgäste wie Ellen Allien, Digitalism und Boys Noize. Kein Mitleid gebührt all jenen, die auch mal dahin wollen um dann doch nie zu gehen. Kein Video auf Youtube kann die Stimmung am Melt rüberbringen. Keine Melt-Hymne, keine Melt-Compilation bringt es musikalisch auf den Punkt. Es ist eben das Verschmelzen von saumässig guter Musik mit einem schauderhaft schönen Ort, welche immer wieder Endorphine freisetzt.

Links

Projektmanagement in Kosovo lernen

Junge Leute aus Albanien, Mazedonien, Serbien, Österreich und der Schweiz haben sich Ende Mai in Plemetina (Kosovo) zusammen gefunden, um in einem interkulturellen Umfeld zu lernen, wie man ein Projekt organisiert. Plemetina ist ein Dorf, das rund 15 Kilometer nördlich von Pristina, der Hauptstadt des Kosovos, liegt. Die engagierten jungen Leute wohnten im “Mahala”, das heisst im Roma-Viertel. Plemetina ist nämlich eine serbische Enklave, wo viele Roma wohnen und überwiegend Serbisch gesprochen und mit serbischen Dinaren bezahlt wird.

 

Zwölf Jahre nach dem Krieg befindet sich der Kosovo immer noch im Wiederaufbau. Sichtbar wird dies an den vielen unvollendeten Backsteinhäuser, die die Landschaft prägen. Daneben spielt auch sozialer Wiederaufbau eine zentrale Rolle, um Vorurteile und Diskriminierung abzubauen und den Dialog zu fördern. Deswegen sind viele NGOs im Kosovo tätig und es wird viel unternommen. In dieser Hinsicht ist die selbsternannte unabhängige Republik Kosovo ein besonders geeigneter Ort, um Projektmanagement zu lernen.

 

Intern Vertriebene in Plemetina

Nach dem Seminar haben die zwei Schweizer Teilnehmerinnen die Kenntnisse, die sie gesammelt haben, genutzt, um eine Veranstaltung am Tag des Flüchtlings zu organisieren. Thema war die Situation der Intern Vertriebenen. Den theoretischen Hintergrund lieferte Walter Kälin, der ehemalige UNO Sondervetreter für Menschenrechte. Eindrücklich geschildert wurde die schwierige Lebenssituation der intern Vertriebenen dann mit dem Film „Never Back Home“ von Salif Mustafa, der zwischen 1999 und 2009 in Plemetina gedreht wurde.

 

Living Together – Freiwilligeneinsätze im Kosovo

Die junge SCI-Partnerorganisation “Gaia Kosovo” organisierte nun diesen Sommer zum zweiten Mal internationale Workcamps im Kosovo. Diese bieten die Gelegenheit, einen Einblick in die Gesellschaft zu erhalten, viele engagierte Leute kennenzulernen und einen kleinen Beitrag zu leisten, um den Alltag in der Gemeinde abwechslungsreicher zu gestalten und Begegnungen zwischen Leuten unterschiedlicher Herkunft zu ermöglichen. Die Einsätze sind ökologisch oder kreativ: Die Freiwilligen werden eine Grünfläche fürs Dorf schaffen, ein Kompostsystem entwickeln oder ein Stummfilmfestival organisieren.

Mehr Informationen über die Einsatzmöglichkeiten findest du hier.

Links