Kultur | 18.05.2011

Zum Geburtstag

Text von Silvan Gisler | Bilder von Silvan Gisler
Tink.ch blickt zurück auf bewegte Jahre und nimmt das Gaswerk und sein Angebot etwas genauer unter die Lupe.
Heute wohnt die Kultur dort, wo die Elektrizität zu Hause war. Logo: Gaswerk.ch Künstler Atelier: Das Gaswerk bietet auch Platz für solche.
Bild: Silvan Gisler

 

Musik im Zentrum

Den grossen Anteil des Programms vom Gaswerk füllen Konzerte. Das dabei gebotene wird zu Unrecht vielfach auf die Attribute “Punk” und “Rock” reduziert. Das Gaswerk bietet viele Stile: von Electro und Hip Hop über Pop und Rock hin zu Punk und Metal und noch viele mehr. Partys im eigentlichen Sinne werden wenige veranstaltet, die Räumlichkeiten können jedoch auch für Veranstaltungen gemietet werden. Tatsächlich liest sich das Programm vielfältig, ein gewisser Schwerpunkt auf Rock, Punk und Metal ist dennoch auszumachen. Interessante Schmuckstücke  verschiedener Musikrichtungen sind immer wieder auch bei kleineren Konzerten unter der Woche am Mittwoch zu entdecken. Dieses Jahr finden zudem anlässlich des Jubiläums immer wieder grössere Konzerte für lediglich 15 Franken statt.

 

Nicht kommerziell

Das Programm stellt eine Alternative zu kommerziellen Ausgang-Angeboten dar.  “Alternativkultur ist nicht gleich Punk” betont denn auch Manuela Schläpfer, die im Gaswerk für die Medien und die Werbung zuständig ist. Die Bezeichnung “Alternativ” sei sowieso nicht immer unproblematisch. Grundsätzlich stehe und falle das Programm mit demjenigen aus dem Team, der die jeweilige Band buche.  Grosse Punk- oder Metalkonzerte ziehen viele Leute an. Somit hat es aber wiederum auch Platz für kleinere, nicht lukrative Konzerte. Das nicht kommerzielle Element sowie die Buchung auch unbekannter Bands stünden im Vordergrund. Dabei sei es auch gleich, wenn an einem Konzert mal nur 20 Leute sind.

 

Kulturverbunden

Das Stammpublikum im Gaswerk ist zwischen zwanzig und dreissig Jahre alt. Auch jüngere kommen ins Gaswerk, dabei sei es jedoch vielfach abhängig davon, was für Bands spielen würden. Spielen junge, lokale Acts, kämen auch mehr Junge. Das Gaswerk liegt etwas ausserhalb des Stadtzentrums. Man komme deshalb auch nicht «einfach mal vorbei«, wie an Orten in der Altstadt, sondern spezifisch für bestimmte Konzerte. Zum Stammpublikum zu zählen sind auch die vielen freiwilligen Helfer und Mitarbeiter des Gaswerks, die in ihrer Freizeit häufig im Gaswerk anzutreffen sind und sich mit dem Kulturzentrum über die Arbeit hinaus verbunden fühlen.

 

Unterstützung von vielen Seiten

Ohne die erwähnten Freiwilligen wäre der Betrieb desaswerks nicht vorstell- und keinesfalls finanzierbar. Jene arbeiten in den verschiedensten Bereichen wie Bar, Kasse, Technik, Kochen und Putzen. Die Anzahl Stellenprozente hält sich in kleinem Rahmen, denn auch die Bereichsverantwortlichen und «Leitung« arbeiten grösstenteils unentgeltlich. Ein weiterer Überlebenswichtiger Faktor sind die Subventionen durch die Stadt Winterthur und den Kanton. Mit diesen könne vor allem ein Teil der Konzerte finanziert werden, so der Buchhalter des Gaswerks. Weitere Einnahmen des als Verein organisierten Kulturzentrums bilden der Restaurationsbetrieb, Raumvermietungen, Mitgliederbeiträge und Sponsoring. Aufwand und Ertrag konnten sich in der neueren  Vergangenheit die Waagschale halten und das Gaswerk steht auf solidem Fundament. Für ausserordentliche Aufwendungen und Investitionen müssen jedoch Instanzen wie der Lotteriefond angefragt werden. Das Gaswerk sei mittlerweile auch in der Öffentlichkeit etabliert und von der Bevölkerung getragen.

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