Kultur | 03.05.2011

Zufall für Zürich

Jede und jeder von uns hat wohl so seine Lieblingsorte an denen er Energie auftankt und sich entspannt. Die wenigsten aber veröffentlichen ein Buch mir ihren Geheimtipps. Sabrina Volkart hat aber genau das gemacht. Wir haben mit der Autorin und ihrem Verleger über den glücklichen Zufall gesprochen.
So sieht das fertige Werk aus.
Bild: www.tankstellenfuehrer.ch

Wie kamen Sie auf die Idee auf Ron Orp nach einem Verlag für ihr Buch zu suchen?

Sabrina Volkart: Lustigerweise hab ich überhaupt keinen Verlag gesucht. Mit “Goldesel” hab ich an einen Mäzen gedacht, also an jemanden, der die Druckkosten übernimmt, um das Buch dann selbstständig herauszugeben.

 

Haben Sie damit gerechnet, dass sich jemand melden würde?

Volkart: Solche Gedanken hab ich mir gar nicht gemacht. Das Inserat ist aus Neugier entstanden: “Was geschieht, wenn ich ganz unverblümt einen “Goldesel” suche?”. Zu verlieren hatte ich ja nichts.

 

Warum haben Sie nicht versucht auf “konventionellem” Weg einen Verlag zu finden?

Volkart: Die Option “Verlag” habe ich schon ziemlich früh ad acta gelegt. Ich hatte mit diversen Leuten gesprochen, d.h. Buchhändlerinnen, Autoren mit eigenem Verlag, Autoren die ihre Bücher online, oder ganz selbstständig herausgegeben haben, um die passende Publikationsform für mein Büchlein zu finden und mich dann fürs selbstständige Herausgeben entschlossen…nur kam dann ja alles anders, als sich Walkwerk meldete.

Sie überzeugten mit ihren Produkten, wie Daumenkinos und Memories, aber auch mit ihrer Art zu denken und zusammen zu arbeiten und mit ihren Vertragsbedingungen.

 

Planen Sie weitere Bücher zu schreiben?

Volkart: Ich hab allerlei Ideen in meinem Kopf, in Planung ist jedoch noch nichts.

 

Wie sind Sie auf die Anzeige von Sabrina Volkart gestossen?

Walker: Eigentlich zufällig, denn ich scrolle nicht in jedem Newsletter von Ron Orp ganz nach unten.

 

Was war der ausschlaggebende Punkt für Sie, um auf die Anzeige zu reagieren?

Walker: Als kleiner Zürcher Verlag interessieren uns auch lokale Themen. Der Titel “Tankstellenführer” war viel versprechend, die Illustrationen haben uns auf Anhieb gefallen. Wir konnten uns vorstellen, das Buch in unser Programm aufzunehmen.

 

Suchen Sie immer so aktiv nach jungen Talenten?

Walker: Wir laufen mit offen Augen, gewaschenen Ohren und wachen Sinnen durch die Welt. Und wenn uns etwas interessiert, fragen wir eben nach. Dabei spielt es nicht so eine Rolle, ob das Talent jung oder alt ist; das Thema, das Projekt und die Form muss stimmig sein.

 

Was muss ein Buch haben, damit Sie es bei ihrem Verlag veröffentlichen?

Walker: Es muss uns gefallen, wir müssen dahinter stehen können, wir sollten miteinander auskommen und es sollte nach  Möglichkeit auch ein Publikum dafür geben. Denn auch wenn Sabrina einen “Goldesel” gesucht hat, muss die Rechnung unter dem Strich auch bei uns aufgehen. Wir machen übrigens nicht nur Bücher, bisher waren es vor allem Memos für neugierige Menschen, die einen Sinn für das Besondere haben.

 

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