Kultur | 31.05.2011

Pfingsten – aber anders!

Bald ist es wieder soweit: vom 8. Bis am 13. Juni findet in Winterthur die Afro-Pfingsten statt. Das Festival hat sich als feste Grösse im Veranstaltungskalender der Schweiz etabliert. Aber auch wer schon zum x-ten Mal Winterthur über Pfingsten ansteuert, kann neues entdecken.
Winterthur ist eben doch anders.
Bild: Afropfingsten Winterthur

Afrika erleben

Das Herz von Winterthur schlägt ganz im Rhythmus zu Musik aus Afrika. Das geht weit über die bekannten Töne eines Jamboress hinaus. Jeder Abend des Wochenendes steht unter einem anderen Thema.

 

Keine geschlossene Gesellschaft

 

Das Festival startet am Freitag mit Roots und Reggae. Die Anhänger des jamaikanischen Exportes kommen bei einem altbekannten Gast in Winterthur Alpha Blondy von der Elfenbeinküste, Julian Marley dem Sohn der Reggae Legende, oder den Grammy-Gewinnern Inner Circle auf ihre Kosten. Auch wenn Inner Circle von sich selbst sagt, die Band sei eine Familie, ist die Musik für alle offen. Auch für jene, die nicht zu den hartgesottenen Rastfarias gehört. Mit Liedern wie «A lah lah lah long« oder «Bad Boys« haben Inner Circle tief im Pop Genre mitgemischt.

 

 

Weltmusik

 

 

Die Afro Pfingsten haben sich auf die Fahne geschrieben, nicht nur Reggae und Roots auf die Bühne zu bringen, sondern mit sogenannter «Worldmusic« ein zusätzliches Publikum anzusprechen. Am zweiten Abend in Winterthur stehen deswegen Künstler aus Algerien, Senegal, Kongo, Frankreich und der Schweiz auf der Bühne. Besonders erwähnt sei hier der algerische Musiker Khaled, dessen Lied Aicha schon mehrfach von anderen Bands gecovert wurde. Ecoute-moi!

 

 

Frauenstimmen für Winterthur

 

 

Am Sonntagnachmittag gibt es Blues aus Afrika mit Vieux Farka Touré und Tanz mit Café au Lait einer jungen Tanzgruppe aus der Schweiz, sowie Tanz zu Trommeln aus Ägypten. Bevor es am Abend dann Frauenstimmen gibt in Winterthur – in der Stadt in welcher bereits die glücklichsten Frauen der Schweiz beherbergen soll.

 

 

Velo schenken und Kamele reiten

 

Es gibt an der Afro Pfingsten aber noch vieles neben den Bühnen zu sehen. Lesungen, Filme, Ausstellungen, Märkte oder Spezialitäten süss oder scharf. Man hört nicht nur, frau schmeckt, tanzt und lebt in den Gassen.

Höhepunkte darunter wären zum Beispiel die Lesungen der in Nigeria geborenen Autorin, Chika Unigwe , die Premiere des Films “Mama Africa”, die Ausstellung von Tingatinga Malerei, mit Ursprung in Tansania,. Am Sonntag findet dann der traditionelle, musikalisch begleitete Afro-Pfingsten Brunch mit nordafrikanischen und schweizerischen Frühstücks-Spezialitäten statt.

 

Die Philosophie des Festivals

 

 

Das Festival beruht auf einem ernsten Grundgedanken: Es soll ein Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit geleistet werden. Die Afro-Pfingsten wollen eine Plattform des Kulturaustausches sein. Ein Ort der Begegnung zwischen Schweizern und Afrikanern. Gelebte Kultur erlebt und so Sensibilisierung geschaffen werden. In Zeiten in welchen vor «schwarzen Schafen« auf Plakten gemahnt wird und die Angst vor Fremden geschürt wird, scheint eine Plattform dringend nötig.